Montag, 29. November 2016
Es war Mitternacht, als die Handys der Studenten und einiger Dozenten klingelten. A hatte herausgefunden, dass sie ihm auf der Spur waren und er wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis sie wüssten, wer er war. Es war nicht schlimm. Sollten sie es wissen und geschockt sein. Geschockt, weil er immer unter ihnen war. Lächelnd stand er auf dem Hof, sah zum Verbindungshaus, in dem die meisten Nachrichten landeten. Wie konnte ein Haus nur so voller Geheimnisse sein? Und wie konnten Menschen nur so verlogen sein?
Eure Zeit ist um. Eure einzige Chance noch gut aus der Sache rauszukommen ist, dass ihr endlich ehrlich seid. Ich habe überall auf dem Campus eure Geheimnisse versteckt. Findet sie, oder jeder wird sie hören und sehen. Ich lasse nichts aus. Einiges kennt ihr bereits, einiges wird neu für den ein oder anderen sein. Auf Jeden Fall wird diese Woche die Letzte für euch hier sein. Einige werden der Uni verwiesen, einige landen vielleicht im Knast. Süße Träume. -A
Blaine schaute auf sein Handy und musterte dann Jessy. "Ich habe Angst um James."
"Ja ... aber ich habe auch Angst um uns und unsere Freunde. Sie werden uns auch rausschmeißen, wegen der Katzen."
"Das denke ich nicht. Das ist sicher nur eine Verwarnung und wir müssen sie weggeben."
"Ich will sie nicht weggeben." Jessy stand auf und trat ans Fenster. Er nahm Lucky vom Fensterbrett und kuschelte ihn an sein Gesicht. "Dann gehe ich lieber."
"Oh nein, Tiger! Vorher suchen wir uns eine eigene Wohnung. Die sind oftmals nicht teurer, als ein Verbindungshaus!"
"Ja ..." Jessy seufzte und sah nach draußen. "Blaine!"
"Was denn?"
"Da draußen steht jemand!"
Sofort war Blaine aus dem Bett und neben Jessy. Die Person war nicht wirklich zu erkennen. "Wer ist das?"
Die Gestalt hielt sein leuchtendes Handy hoch, dann kam eine Nachricht auf Blaines Handy.
Mit dir fange ich an -A
Blaine schluckte hart. "Wenn er mit mir startet, dann auch mit James."
"A steht da unten ... haben wir jemanden, der schnell ist und ihn einfangen kann?"
"Die sind alle im Bett. Schau mal auf die Uhr." Blaine setzte sich aufs Bett. "Bleib da stehen." Er zog sich eine Jeans und die Schuhe an. Auf ein Oberteil verzichtete er. "Ich geh hinten raus und versuchs durch die Seitenstraße. Ich nehme mein Handy mit. Schreib mir, wenn er sich bewegt und wohin."
"Nimm Keegan mit. Und nimm jetzt schon den Anruf an. Nimm dein Headset. Ich will wissen, dass es dir gut geht."
Blaine nickte und holte Keegan. Mit Jessy im Ohr schlichen die beiden aus dem Haus. "Ist er noch da?", flüsterte Blaine ein paar Minuten später.
"Ja, er sieht mich an."
"Wieso steht er da so still rum?", fragte Blaine leise und hockte sich hinter einige Büsche, wo er den Fremden im Blick hatte. "Was tun wir jetzt?"
"Holt ihn euch. Wir müssen wissen wer er ist und warum er das tut."
Blaine schaute zu Keegan. "Losrennen?"
"Uns bleibt nichts anderes übrig, oder?"
"Okay. Dann auf drei. Eins ... zwei ..." Blaine hielt kurz die Luft an. "Aber nicht losbrüllen."
A stand da und lächelte. Er hatte die beiden erwartet. Warum sonst sollte er so lange einfach nur dastehen? Als Blaine und Keegan aus dem Gebüsch kamen, sprintete er los. Mit Blaine hatte er zu hundert Prozent gerechnet, bei Keegan war er sich unsicher, ob er nicht beschäftigt war. Nun hatte er die beiden hinter sich und rannte über den Campus.
DU LIEST GERADE
Old scars
Mystery / ThrillerHunderte Studenten besuchen die University of Pokeena. Jeder lebt sein Leben mit allen Facetten, die es zu bieten hat. Glück, Trauer, Frust, Wut, Neugierde und Hass. Und einer ist unter ihnen, der einen perfiden Plan verfolgt. Denn für ihn zählt nur...
