49. Zwischen Wut und Glück

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Samstag, 11. März 2017

Am späten Nachmittag, als nur noch Jessy und Blaine da waren, nahm er das Thema nochmal auf, in dem er vom Toilettengang aus dem Schwesternzimmer einen Bleistift und einen kleinen Block mitbrachte. Beides legte er vor Jared auf die Decke.

Jared sah auf den Block und griff vorsichtig nach dem Stift, mit dem er probehalber, aber sehr konzentriert auf dem Block malte.

Schweigend schauten die drei ihm zu, während Carter in sein Handy tippte. >>Hey Baby, wie gehts dir?<<, fragte er James.

>>Gut. Vermisse dich. Und dir?<<

>>Er ist zurück. Es ist total irre. Wir küssen uns und so. Aber sprechen klappt noch nicht<<

>>Also seid ihr wieder zusammen?<<

Carter lächelte bei Jareds Anblick. >>Ich liebe ihn, James. In seine Augen zu schauen, war das Schönste überhaupt.<<

>>Pass bitte auf dich auf.<<

>>Das mache ich. Baby, ich würde gleich für Castiel ein Ticket kaufen. Kannst du ihn mir in den Flieger setzen?<<

>>Sicher? Er soll so lange allein fliegen?<<

>>Müsste er auch, wenn ich mit im Flieger bin. Er ist ja bei der Tierbetreuung.<<

>>Wann kommst du wieder?<<

>>Das weiß ich noch nicht. James, er braucht mich. Es tut mir leid, dass ich dich jetzt allein lasse.<<

>>Ich vermisse dich<<

>>Ich dich auch. <3 Machst du das mit Castiel?<<

>>Ja. Sag mir wann und welchen Flug.<<

>>Ich danke dir! Ich bring dir etwas schönes aus New York mit!<<

Carter schaute zu Jared, der ihn anschaute. "Cas kommt her. Ich such gleich einen Flieger raus."

>>Einen heißen Mann!!!<<

Jared lächelte Carter an, malte einen kleinen Comichund und ein Herz drumherum.

"Awwwwww!", machte Carter und grinste. Schnell buchte er ein Ticket für Castiel, dann setzte er sich neben ihn. "Jared hast du Fragen, die du beantwortet haben möchtest? Du könntest sie aufschreiben."

Zuviele, dachte er und biss sich auf die Unterlippe. Mit welcher sollte er anfangen?

-Was ist mit mir passiert?-

Carter schaute Jessy fragend an. "Darf ich?"

"Ja. Du kannst das besser erklären."

Lächelnd setzte sich Carter ihm gegenüber, doch das Lächeln schlief schnell ein. "Der Arzt sagte, dass du unter einem psychosomatischem Stupor leidest. Das ist eine Art Schockstarre. Sie entstand vermutlich als ich ... dir sagte, dass gerade keine Gefühle da seien. Du warst die drei Tage allein, du hast nicht mehr gesprochen, doch als deine Familie dich gegen deinen Willen mitgenommen hat, bist du endgültig eingefroren gewesen, sozusagen. So wurdest du hier eingeliefert."

-Bist du sauer?-

"Nein. Jared, nein! Ich war auch damals nicht sauer. Ich war geschockt und traurig und offen gestanden massiv überfordert."

Jared sah ihn an, dann auf den Block. -Muss ich ins Gefängnis?-

"Nein, ich denke nicht. Also ... James hat seine Anzeige erneuert, jedoch sagte Deputy Smith, dass der Richter dich einweisen lassen würde. Aber das bist du schon. Vielleicht gibt es bestenfalls Sozialstunden. Ich weiß nicht genau. Aber du bist psychisch krank."

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