Kapitel 45

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Zachary 'Zac' Daniels
by MusicalGirl200

Es war gerade nicht leicht die Fassung zu bewahren. Vor allem Tante Robyn merkte immer, wenn etwas nicht stimmte. Doch jetzt war ich genauso überrascht wie Amy, dass sie nicht alleine gekommen war. Sie hatte einen fremden Typen dabei.

Und dieser musterte uns beide so eigenartig und ich meinte dabei auch etwas zu fühlen, aber mein Verstand hatte sich wahrscheinlich nach allem was war einfach verabschiedet. „Tante Robyn, wer ist das?", fragte ich sie nun, als keiner etwas sagte.

Sie lächelte matt und umarmte erst Amy, ehe sie mich umarmte. Wirkte sie nervös und traurig? Warum? „Das ist Azrael, ein Freund. Er möchte gerne mit euch beiden sprechen, wir beide möchten das. Azrael, das ist meine Nichte Amanda und mein Neffe Zachary", machte uns Tante Robyn bekannt.

Azrael? Das war wirklich ein seltsamer Name. Wir gingen zusammen ins Wohnzimmer wo wir uns setzten und ich konnte ganz genau hören wie Azrael Tante Robyn etwas zuflüsterte. "Sie sind es. Ohne Zweifel."

Was sollte das bedeuten? Amy und ich tauschten kurz irritierte Blicke. "Wir sind was? Und worüber wollt ihr mit uns sprechen?", fragte Amy Tante Robyn ganz ungeduldig und Azrael nickte unserer Tante zu.

Ich hatte bei all dem hier ein wirklich ungutes Gefühl und unsere Tante seufzte tief aus. „Eigentlich wäre ein Teil von dem, was wir euch gleich sagen die Aufgabe eurer Eltern und ich fühle mich schreckliche dabei es zu tun, aber die Zeit drängt, wegen eurer Sicherheit", fing Tante Robyn an und bekam Tränen in den Augen.

Was meinte sie damit? Sicherheit? Was war hier los? Tröstend legte ihr dieser Azrael seine Hand auf ihren Rücken. Wie nahe standen die beiden sich? „Tante Robyn, was redest du da?", wollte ich von ihr wissen. Eine Träne rann über ihre Wange. „Ihr beide seid keine Geschwister. Ihr wurdet als Babys adoptiert", entgegnete sie dann, ehe sie zu weinen begann.

Adoptiert? Ich konnte nicht glauben, was sie da sagte. Amy wirkte genauso geschockt wie ich und brachte keinen Ton heraus. Unsere Eltern sollten nicht unsere wahren Eltern sein?

„Was heißt adoptiert? Das kann ich nicht glauben Tante Robyn. Wäre es so hätten Mum und Dad doch schon was gesagt", entgegnete ich völlig überfordert und raufte meine Haare. Wieso musste alles immer noch verrückter werden?

Aus nassen Augen sah uns Tante Robyn an. „Eure Eltern haben so lange versucht ein Kind zu bekommen, aber es hat einfach nicht geklappt und... ich denke für den Rest solltet ihr mit ihnen reden. Aber ihr beide seit wirklich adoptiert und ganz besondere Kinder, wie sich nun heraus stellt. Bitte nehmt es ihnen nicht übel, das sie nichts sagten, sie hatten Angst", erklärte Tante Robyn.

Ich konnte das einfach nicht glauben. Amanda war nicht meine Schwester. Das hieß unsere Gefühle waren gar nicht so falsch, wie wir immer dachten. Aber was meinte sie mit besonders? Mir wurde das alles zu viel und ich spürte, dass meine Macht dadurch erneut ausbrechen wollte, aber das wäre fatal. Und plötzlich ergriff dieser Azrael das Wort.

Amanda begann zu weinen und sagte weiterhin nichts. Sie schien völlig ratlos zu sein. „Ihr beide müsst jetzt stark sein. Ich weiß, dass das alles schwer für euch sein muss, aber ihr wisst doch bereits, dass ihr anders seit. Seit eure Kräfte ausgebrochen sind und ich bin hier um euch zu helfen.

Ihr stammt von Engeln ab. Von ganz besonderen Engeln. Und ich bin ebenfalls einer", erklärte Azrael und stand auf woraufhin unglaublich große Flügel an seinen Rücken erschienen und seine Augen leuchteten, genauso wie die bei mir. Erschrocken sprang Amanda auf und wich instinktiv zurück. Angst hatte ich vor Azrael keine.

Ich konnte nur nicht glauben, was ich gerade mit meinen eigenen Augen sah. Azrael hatte wirklich die gleichen Augen und Flügel wie ich? Ich war also tatsächlich ein Engel? Und Amanda auch? Das war doch verrückt. Aber ich konnte fühlen, dass es stimmte.

Ich wünschte, es wäre nicht wahr. Ich wollte kein Engel sein und ich wünschte unsere Eltern wären wirklich unsere Eltern. Was wurde jetzt aus unserem zukünftigen Leben? Eine stille Träne rann über meine Wange. „Ich möchte kein Engel sein", sagte ich völlig fertig und ließ meinen Kopf hängen. Das war alles einfach zu viel.

"Das könnt ihr euch leider nicht aussuchen. Niemand von uns", antwortete Azrael. Der Einzige, wo über alles Bescheid zu wissen schien. „Aber wenn wir beide Engel sind, wieso bin ich dann anders? Wieso sind dann meine Augen rot und dieser Nebel der aus meinen Händen kommt...", fragte Amy verzweifelt. Schien sie zu hoffen etwas anderes zu sein?

"Das ist wegen deinem Vater. Lucifer. Zac hingegen ist Michaels Nachkomme, der Anführer des Himmelsreichs", erkärte Azrael und Amanda riss erschrocken ihre Augen auf. Lucifer? Der König der Hölle? Der Teufel höchstpersönlich war ihr Vater? Das durfte doch alles nicht wahr sein und sie brach nun völlig in Tränen aus.

Tante Robyn stand auf und zog Amanda fest in ihre Arme, um sie zu trösten, während ich einfach nur wie eine Statue da saß und nicht wusste, was ich tun oder sagen sollte. Michael, der Erzengel Michael war mein Vater.

Ich stammte wirklich von einem Engel ab. Aber wieso hatte er mich nicht aufgezogen? Wer war dann meine wahre Mutter? Was bedeutete das nun alles? Ich hatte so viele Fragen und scheinbar war Azrael, der auch ein Engel war, der Einzige, der Antworten hatte.

Verzweifelt sah ich ihn an. „Aber wieso? Wieso haben sich unsere Väter, unsere wahren Eltern nicht um uns gekümmert. Wieso gaben sie uns einfach weg? Wieso wollten sie uns nicht? Was ist mit unseren Müttern?", fragte ich Azrael. Ich wollte all das nicht. Ich wollte mein altes Leben zurück, wo alles normal und besser gewesen war.

Forbidden Love - The ProphecyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt