Kapitel 46

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Amanda 'Amy' Daniels
By LuanaWhite

Zac und ich waren also wirklich adoptiert. Wir waren die Kinder zweier völlig verschiedener Engel, weshalb wir auch keine Geschwister waren. Manche könnten denken dass das vielleicht ideal war, weil wir uns liebten, aber das alles machte die Situation nur noch verrückter. Ich hatte eher das Gefühl das Band zwischen Zac und mir würde dadurch nur noch weiter einreißen und ich klammerte mich fest an meine Tante.

"Niemand wusste von euch. Erst als ihr eure Kräfte aktiviert habt, kam die Wahrheit heraus. Was mit euren Müttern geschehen ist weiß ich nicht. Aber es gibt noch mehr dass ihr erfahren müsst. Ihr seid nämlich in großer Gefahr." erklärte Azrael weiter und ich dachte mein Kopf würde gleich explodieren.

Von welcher Gefahr sprach Azrael da? Meine Augen begannen zu glühen und ich spürte wie diese Macht in mir immer stärker wurde. Ich löste mich von Robyn aus Angst ihr weh zu tun und ging auf die Knie, als ich das Gefühl hatte nicht mehr atmen zu können. Ich wollte das alles nicht, genauso wenig wie Zac. Noch mehr Informationen oder unangenehme Überraschungen hielt ich einfach nicht mehr aus.

Hilfesuchend sah Zac zu Azrael. "Hilf Amy." flehte er ihn an.

"Azrael." bat auch Tante Robyn den Engel sanft. Ich wünschte mir, ich hätte nur einen Albtraum. Dass das alles nicht real war. Meine ganze Welt zerbrach auseinander.

Azrael nickte und kniete sich zu mir und legte seine Hände auf meine Arme. "Diese Kräfte in euch, sind ein Teil von euch. Genauso wie euer Charakter, euer Körper, euer Herz. Ihr seid eins. Dies müsst ihr akzeptieren dann werdet ihr sie kontrollieren. Gefühle verstärken die Kräfte. Ihr habt sie aktiviert aber sie waren vorher auch schon da.

Amanda, schließe deine Augen und akzeptiere dich nun so wie du bist. Auch dass du Lucifers Tochter bist. Ihr braucht die Kontrolle für das, was auf euch zukommt." erklärte er und ich schloss meine Augen. Ich wollte das alles nicht akzeptieren, aber was hatte ich für eine Wahl? Ich konnte das alles sowieso nicht ändern.

"Bin ich ein böses Wesen, wenn ich Lucifers Kind bin, Azrael?" fragte ich den Engeln verzweifelt aber er lächelte mich sanft an und schüttelte den Kopf.

"Nein, keineswegs. Niemand ist böse oder gut geboren. Du entscheidest selbst was du bist, Amanda. Du wirst erkennen, dass nicht immer alles schwarz oder weiß ist. Es gibt so vieles dazwischen. Unendlich viel." erklärte er mir weiter und nun schaffte ich es wirklich mich zu beruhigen. Wir setzten uns zusammen wieder hin und ich wischte mir meine nassen Wangen ab.

"Wieso sind unsere Kräfte überhaupt erst jetzt ausgebrochen? Und was ist das für eine Gefahr? Wir haben doch mit all dem, was auch immer das ist, nichts zu tun." fragte Zac Azrael verwirrt.

"Das hat mit den Gefühlen die ihr füreinander habt zu tun." antwortete Azrael meinen Bruder, oder was auch immer er jetzt für mich war. Unsere Gefühle? Was? Spielte er etwa auf unsere Kuss an? Der Kuss der unser Leben verändert hatte?

"Es gibt da eine Probezeiung. Dämonen, Engel und Mischwesen kämpfen seit jeher in einem nie endenden Krieg gegeneinander. Gut und böse, zwei Seiten die ohne einander nicht exestieren können, wie Licht und Dunkelheit. Einen Sieger wird es niemals geben, nur Verluste und Schäden.

Doch es wird der Tag kommen, wo auf jeder Seite ein Kind des jeweiligen Anführers geboren wird, welche nichts von ihrer Herkunft wissen, bis sie zueinander finden. Eine Lichtgestalt und ein Schattenwesen, vereint in Liebe. Sie werden mächtiger als ihre Vorfahren sein und erschaffen eine neue Ära.

Eine Ära, wo Schatten vorherrschen, aber auch Farben prächtiger als je zuvor. Doch ob sie der Anfang für eine neue, bessere Welt sind, oder der Untergang für alles Leben, ist ungewiss. Sie werden kommen und alles verändern. Liebe die verboten ist, aber die ganze Welt braucht.

Diese Prophezeiung handelt von euch beiden. Deswegen sind wohl eure Kräfte auch erst erwacht, als ihr eure Gefühle füreinander entdeckt habt. Aber das ist noch nicht alles. Manche glauben, dass diese Probezeiung den Untergang vorher sagt und sie werden deshalb hinter euch her sein, wogegen andere euch beschützen wollen, so wie ich.

Und eure Väter werden die Liebe zwischen euch beiden ebensowenig akzeptieren. Michael und Lucifer sind die größten Rivalen die es gibt. Du siehst also Zac, ihr habt mehr damit zu tun als du denkst." erklärte Azrael und ich hielt mir einfach nur vor Schock die Hand vor dem Mund. Zac und ich sollten also wirklich die Welt entweder ins Licht oder in die Dunkelheit führen? Unsere Leben waren in Gefahr?

Zac ließ sich auf dem Sofa zurückfallen. "Ich kann das alles einfach nicht glauben." sagte er völlig überfordert und unsere Tante sah uns mitfühlend an, während sie versuchte ihre Tränen zu trocknen. Wie sollten wir das nur Mom und Dad beibringen, oder all unseren Freunden? Sie hatten ein Recht darauf es zu erfahren. Immerhin brachten wir sie in Gefahr. "Und was sollen wir jetzt tun, Azrael?" wollte Zac von ihm wissen.

Das war wirklich eine gute Frage und wir sahen den Mann, den Engel den wir ja eigentlich überhaupt nicht kannten, ratlos an. Dieser sah kurz zu unserer Tante und dann wieder zu uns.

"Ihr müsst lernen eure Kräfte zu kontrollieren um sie auch im Notfall einsetzen zu können. Ich werde euch helfen und ich stelle euch auch meinen Freund Kiran vor. Er ist ebenfalls ein Engel. Wir werden versuchen euch so gut wie es geht zur Seite zu stehen. Aber eines weiß ich. Auch wenn eure Kräfte sich anfangs abstoßen, werdet ihr zusammen am Stärksten sein." erklärte er und ich sah mit großen Augen zu meinen Bruder.

Das hörte sich leichter an als es war. Ich wusste, selbst da wir jetzt wirklich keine Geschwister waren, zumindest nicht was unser Blut anbelangte, würde Zac seine Gefühle für mich nicht so einfach zulassen. Genauso wenig wollte er diese Kräfte akzeptieren. Ich wusste nicht, ob das was Azrael sagte dann überhaupt machbar war.

Aber wir waren nun mal was wir waren. Engel. Kinder zweier Rivalen, die als Geschwister zusammen aufgewachsen waren und sich liebten, obwohl diese Liebe auf so viele Weisen verboten war. Unsere Eltern waren nicht unsere Eltern, aber dennoch waren sie es trotzdem. Schwere Zeiten würden auf uns zukommen und wir standen erst am Anfang unserer Geschichte...

Fortsetzung folgt...

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