Mit Fell und Klauen

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Jace verstand nicht,was der Hexenmeister mit seinem Kopfschütteln sagen wollte.

"Könntest du bitte mal sagen,was du denkst, oder willst du so lange den Kopf schütteln bis er abfällt?",rief Jace ungeduldig.

"Es ist etwas anderes Jace",sagt Magnus nun.

"Was?",fragte Jace,der sich mit einem Schaudern an die Zeit zurückerinnerte,als er von Lilith besessen gewesen war und beinahe Clary umgebracht hätte.

Magnus schüttelte wieder den Kopf.

"Nein. Keine Sorge er ist nicht besessen. Er ist auch nicht krank",sagte er,als hätte er Jaces Gedanken gelesen.

"Sondern?",fragte Jace verständnislos.

Magnus begann nachdenklich in seinem Apartment auf und ab zu wandern,was Jace beinahe wahnsinnig machte.

"Er denkt er sei mir nicht gut genug".

"Was? Du willst mir sagen,dass das der Grund ist,warum er immer unkontentriert ist und nur noch vor sich hinbrütet?",fragte Jace außer sich.

"Ich fürchte ja",sagte Magnus matt und zuckte die Schultern. "Ich mache ihn nicht mehr glücklich".

Er hatte noch nie so traurig geklungen.

                                                                                      *

"Ich? Isabelle,du kannst doch nicht mich als Parabatai haben wollen?",fragte Clary halb fassungslos,halb angenehm überrascht.

"Natürlich. Du verstehst mich besser als viele andere und wir sind gut befreundet",sagte Isabelle und klang mehr als überzeugt.

Clary wusste nicht,was sie sagen sollte. Sie war verblüfft,dass Izzy ihr so tiefes Vertrauen entgegenbrachte,dass sie sie sogar zur Parabatai haben wollte. Natürlich mochte sie Isabelle, aber sie hatte bisher immer so unnahbar gewirkt. Vor allem nach Max' Tod vor etwa einem halben Jahr. Wollte sie wirklich so eng mit Isabelle verbunden sein? Ihr ganzes Leben lang?

"Clary? Du musst natürlich nicht ja sagen",meinte Izzy verunsichert.

Clary sah in Isabelles große braune Augen,die so voller Hoffnung und Angst waren und konnte nicht anders als zu sagen:

"Ja. Wenn du es wirklich willst,werde ich deine Parabatai".

"Wirklich?",fragte Isabelle überrascht. Es schien,als hätte sie eine andere Antwort erwartet.

"Ja",lachte Clary und nahm das andere Mädchen in den Arm.

                                                                             *

Als Jace Magnus' Wohnung verließ war er ganz und gar nicht zufrieden. So etwas banales sollte die Ursache für Alecs Veränderung sein? Inzwischen war es Nacht geworden und Jace beschloss eine Abkürzung zur U-Bahn zu nehmen und bog in eine Seitenstraße ein. Es war dunkel,bis auf eine flackernde Straßenlaterne. Plötzlich fühlte sich Jace,als ob er beobachtet wurde. Nein,er wusste es. Er ließ sich nichts anmerken und tastete unaufällig nach dem Dolch,der in seinem Hosenbund steckte. Natürlich war er nicht in Kampfmontur,sondern in einer normalen Lederjacke und Jeans zu Magnus gegangen. Er fühlte wie sich das,was ihn verfolgte, immer weiter näherte. Auch wenn es kein Geräusch machte,wusste Jace dank jahrelanger Kampferfahrung,dass es dennoch da war. Jetzt,dachte Jace. Er drehte sich blitzschnell um und zog währenddessen das Messer,doch er war,zum ersten mal in seinem Leben, zu langsam.

Ein enormes Gewicht prallte auf ihn und warf ihn zu Boden,wobei ihm das Messer aus der Hand glitt. Jace konnte den ekelerregenden Gestank nach nassem Fell warnehmen.

Ein Werwolf.

Das Schattenwesen hatte ihn mit scharfen Klauen am Boden festgenagelt und Jace wusste,dass es mehr als eine Iratze brauchen würde,um diese Wunden zu heilen. Wenn er überhaupt wieder lebend davon kommen würde. Anstatt ihm die Kehle aufzuschlitzen,schien der Lykanthrop Jace zu begutachten. Er versuchte verzeifelt,dass Wesen mit seinen Füßen von sich zu stoßen,doch es war zu schwer. Jace schloss die Augen und wappnete sich für den tödlichen Biss. Er hatte nicht gedacht,dass er so sterben würde. Schlagartig,wurde das Gewicht von ihm genommen und Jace rappelte sich blitzschnell auf. Eine schwarz gekleidete Gestalt kämpfte mit einer Seraphklinge in der Hand gegen das Biest. Alec. Jace hob das Messer auf und wandte seinen Blick nur einen Moment von seinem kämpfenden Parabatai ab. Plötzlich stieß,der Werwolf ein schmerzerfülltes Jaulen aus. Alec hatte getroffen. Er stand wie versteinert da und hielt sich den Arm.

Jace,der die Szene verständnislos beobachtete,reagierte zu langsam,um das Schattenwesen daran zu hindern zu entkommen. Trotz seiner schweren Verletzungen verschwand es innerhalb eines kurzen Augenblickes in der Dunkelheit. Jace war dennoch erleichtert,auch wenn die Wunden,die die scharfen Krallen auf seinen Handgelenken hinterlassen hatten, stark bluteten. Darum würde er sich später kümmern. Sein Herz schlug immer noch heftig,von dem Adrenalin,das durch seinen Körper rauschte. Grinsend ging er auf Alec zu,der sich immer noch nicht bewegte.

"Danke,ohne dir hätte mich dieses Vieh vielleicht in Stücke gerissen",sagte Jace.

"Nicht,dass ich deine Hilfe dringend gebraucht hätte",fügte Jace feixend hinzu,doch verstummte als er Alec genauer ansah.

Er war kreidebleich geworden und eine Audruck von Panik lag in seinen Augen. Er hielt sich immer noch einen Teil des Armes,der unter normalen Umständen von der Kampfmontur geschützt geworden wäre. Jace erstarrte.

"Bist du verletzt?",fragte er Alec. "Brauchst du eine Iratze?".

"Jace".

Alecs Stimme zitterte. "Er hat mich gebissen".

Malec-Eine unsterbliche Liebe?Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt