Alec starrte zitternd auf seine Hände. In seinen Augen spiegelte sich blankes Entsetzen. Auch Magnus' Blick konnte sich nicht von dem Grauen lösen und er hielt unwillkürlich die Luft an. Langsam hob Alec den Kopf und er blickte Magnus in die Augen. Sie waren dunkel und überschattet und in ihnen lag so tiefe Angst,dass Magnus alles getan hätte,um sie seinem Alec zu nehmen. Dieser hatte leicht den Mund geöffnet,um etwas zu sagen,schloss ihn aber sofort wieder. Auch Magnus brachte kein Wort heraus. Was geschah mit Alec?
"Lass mich allein",sagte er plötzlich und seine Stimme war kaum mehr,als ein flüstern.
"Ich verstehe nicht,Alec-".
"Du sollst mich alleine lassen!",schrie der Schattenjäger und Magnus zuckte zusammen, aufgrund der plötzlichen Heftigkeit in seiner von Verzweiflung verzerrten Stimme.
"Ich bin ein Monster,Magnus. Lass mich hier. Lass mich in Ruhe sterben. Ich will dir nicht wehtun",rief er verzweifelt.
Magnus schüttelte nur den Kopf. Er würde Alec nicht sterben lassen.
"Das hast du bereits,Alexander,das hast du bereits...".
*
Als Clary schließlich aufwachte,war es bereits zwölf Uhr und sie schlüpfte schnell in einen hässlichen olivgrünen Overall und kämmte sich hastig das Haar,bevor sie zögernd die Treppe hinabstieg. Sie wollte weder ihrer Mutter,noch Luke über den Weg laufen. Zu ihrer Erleichterung schienen sie gerade mit der Zubereitung des Essens beschäftigt zu sein und das Geräusch der zufallenden Tür,als Clary aus dem Haus schlüpfte,wurde vom lauten Klappern und Klirren der Töpfe überdeckt. Als sie draußen war,lief sie ziellos los und war wenig überrascht,als sie feststellte,dass ihre Füße sie zum Haus der Penhallows getragen hatten. Sie wollte Jace sehen. Ohne zu zögern läutete sie und Jace öffnete die Tür. Sein finsterer Gesichtsausdruck hellte sich auf,als er sah,dass Clary vor der Tür stand. Er lächelte sogar schwach und Clary merkte,dass er Gedankenverloren mit dem Stoff seines T-Shirts spielte,der direkt über seiner Parabatai-Rune lag. Er dachte an Alec. Er sagte nichts sondern machte nur eine kleine Verbeugung und eine einladende Geste und Clary betrat das Haus. Schnell war Jace neben ihr und legte ihr den Arm um die Taille,als er sie zu einem der im Dachgeschoss liegenden Gästezimmer führte. Er drückte sie auf das Bett und Clary schnappte überrascht nach Luft,als er sie auf den Rücken stieß und sich über ihrem Körper aufstützte,sodass seine Ellbogen neben ihrem Kopf ruhten und sein Rumpf über ihr schwebte.
Er sah sie für einen Moment mit einem glühenden Blick an,der Clary an die Zeit erinnerte,als er das himmlische Feuer in sich getragen hatte. Schließlich rollte er zur Seite,packte sie an der Hüfte und drehte sie so,dass sie auf ihm saß. Sie biss sich auf die Lippe und musterte Jaces schönes,markantes Gesicht. Manchmal konnte sie immer noch nicht glauben,dass er ihr gehörte. Ihr allein. Jace grinste schief.
"Ich glaube,jetzt haben wir uns genug angestarrt",brummte er und zog sie zu sich herunter,sodass sie nun direkt auf ihm lag.
Ihre Gesichter waren nur noch Millimeter voneinander entfernt. Clary konnte Jaces heißen Atem spüren. Dann nahm sie sein Gesicht in die Hände und küsste ihn. Ein zufriedener Laut entfuhr ihm und Clary vertiefte den Kuss,der nun drängender wurde. Jace wurde schnell stürmisch und verzweifelt und seine Hände,die auf Clarys Rücken geruht hatten,suchten einen Weg unter ihren Overall. Er seufzte frustriert,als er keine Öffnung fand unter die er seine Hand hätte gleiten lassen können.
"Warum hast du dieses verdammte Ding angezogen?",fragte er keuchend in einer kurzen Pause,in der beide nach Luft schnappten.
Clary sagte nichts,sondern presste wieder ihre Lippen auf seine. Der Kuss schmeckte süß aber auch irgendwie metallisch und Clary merkte,dass es Blut war. Er musste sich die Wangeninnenseite wund gebissen haben. Jaces Hände waren nun überall und er fummelte umständlich an dem Reißverschluss des Overalls. Clary stieß ein ersticktes Lachen aus.
"Noch nicht. Hab Geduld",murmelte sie und er schnaubte unwillig.
Sie lag mit ihrem ganzen Gewicht auf ihm,doch das schien ihn nicht zu stören. Sie fuhr durch sein blondes,weiches Haar und zog leicht an den Haarsträhnen,was ihm ein wohliges Stöhnen entlockte. Schließlich rollte sie von ihm herunter und drehte sich mit dem Rücken zu ihm. Jace zog in Zeitlupe den Reißverschluss herunter. Zahn um Zahn öffnete er sich und legte nach und nach Clarys weiche,helle Haut frei. Jace übersähte ihren Rücken mit Küssen und wurde immer stürmischer je tiefer er kam. Schließlich war der Reißverschluss offen und er setzte sich auf und zog Clary auf seinen Schoß,die ihre Beine um ihn schlang und sie hinter ihm verschränkte. Nun küsste er ihren Hals und ihren Kehlkopf und arbeitete sich langsam zum Schlüsselbein vor. Er schob mit einer Hand sanft, den Overall herunter und entblößte ihre Schultern. Noch ein Stück und er erstarrte. Er fixierte die Stelle unter ihrem Schlüsselbein die immer noch leicht brannte.
"Was ist das?",fragte er und Enttäuschung und Wut brannten in seiner Stimme.
*
Magnus und Alec waren weitere zwei Stunden gegangen und Alec war zu erschöpft,um auch nur einen weiteren Schritt zu gehen.
"Magnus,bitte. Ich kann nicht mehr" keuchte er und ließ sich schwer auf den Boden sinken.
Magnus wirkte unentschlossen,doch sein Blick wurde weich,als er Alec betrachtete. Er nickte.
"Es wird ohnehin kein besserer Rastplatz kommen".
Alec nickte und starrte wieder auf die Klauen,die ihm gewachsen waren. Er hätte panisch sein sollen. Er hätte verzweifelt sein sollen,doch die pelzigen Ungetüme,die einmal seine Hände gewesen waren, schienen ihm einfach nur seine Energie zu nehmen. Er fühlte sich so leer,wie noch nie und er wünschte sich nichts mehr,als zu sterben. Inzwischen schien es ihm unüberlegt und dumm, Magnus trotz der aussichtslosen Lage in eine derart gefährliche Situation zu begeben. Doch immer wenn er davon Anfing ließ Magnus ihn nicht einmal aussprechen,was er sagen wollte. Er wollte es nicht hören. Er wollte Alec retten. Doch der wusste,dass es keine Rettung mehr für ihn geben würde. Vielleicht konnte er sein Leben irgendwie anders beenden,wenn Magnus ihm nicht helfen wollte. Er wusste,dass Magnus die Fähigkeiten besaß um ihn zu töten,doch er wusste auch,dass er viel zu stur war,um ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Plötzlich zuckte wieder dieser unerträgliche Schmerz durch seine Brust und er fasste sich reflexartig ans Herz.
"Alexander",rief Magnus und war sofort an seiner Seite.
"Ist alles in Ordnung?",fragte er und schien in dem Moment zu merken,wie sinnlos diese Frage war.
Er seufzte.
"Nein,natürlich nicht. Nichts ist in Ordnung. Ich meine,hast du Schmerzen?".
Alec,der die Zähne fest aufeinandergepresst hatte,nickte nur. Alec lehnte sich gegen eine der gigantischen Wände des Labyrinths und Magnus setzte sich neben ihn und rückte so nah,wie möglich,an ihn heran. So saßen sie eine Weile da und Alec war beinahe eingedöst,als er ruckartig den Kopf hob.
"Was ist los?",fragte Magnus schläfrig.
Schnell sprang Alec auf seine Füße und für einen Moment war die Krankheit vergessen. Er blickte sich wachsam um.
"Alec-".
"Sei still!",zischte Alec und lauschte angstrengt in das Halbdunkel des Labyrinths. Da war es wieder. Ein Knurren. Ein Knurren,das ganz in der Nähe zu sein schien.
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Malec-Eine unsterbliche Liebe?
Hayran KurguNach den Ereignissen in der Dämonendimension scheint endlich ein wenig Ruhe in die Beziehung von Magnus Bane,dem obersten Hexenmeister von Brooklyn und Alec Lightwood,dem jungen Schattenjäger aus dem New Yorker Institut, eingekehrt zu sein. Magnus...
