Clary landete auf allen Vieren im weichen,grünen Gras. Schnell rappelte sich sich auf und sah sich verwirrt um,als kurz nacheinander auch die anderen neben ihr landeten. Clary brauchte einen Moment,um zu erkennen,wo sie waren,doch dann fiel es ihr wieder ein.
"Magnus. Ist das die Brocelind Ebene?!",fragte sie.
"Ja",erwiderte Magnus.
"Was? Aber das bedeutet ja,dass wir mindestens einen halbstündigen Fußmarsch von Alicante entfernt sind",beschwerte sich Jace nun und Magnus seufzte.
Auch Jocelyn wirkte überrascht.
"Ich weiß,dass du uns nicht direkt nach Alicante bringen kannst, aber hätte es nicht gereicht vor dem Stadttor zu landen?",fragte sie.
"Ich hatte meine Gründe",sagte der Hexenmeister knapp und signalisierte klar,dass das Thema damit für ihn erledigt war.
Jace öffnete den Mund,schloss ihn aber wieder,als Clary ihm einen warnenden Blick zuwarf. Schlecht gelaunt setzte sich der Trupp von Magnus angeführt in Bewegung und Clary bemerkte,dass Jace seinen Blick kaum von dem immer noch blassen Alec abwenden konnte und wusste,dass er sich trotz seiner wiedererlangten kühlen,arroganten Fassade immer noch unglaubliche Sorgen um seinen Parabatai machte. Nach etwa einer halben Stunde taten Clary die Füße weh und sie fluchte leise,als sie über eine Wurzel stolperte. Schließlich kamen die glänzenden Schutztürme der gläsernen Stadt in Sicht und Clary stockte der Atem.
Vor der Stadtmauer herrschte ein unglaubliches Getümmel und sie dachte zuerst an ein gewöhnliches Stadtfest der Schattenjäger,bis sie näher kamen. Es waren keine Menschen. Sämtliche Schattenweltler veranstalteten ein buntes Treiben. Clary erkannte Liliths Kinder mit ihren Hörnern,bunt gefärbter Haut und anderen Eigenartigkeiten. Die grazil tanzenden,zarten Wesen konnten nur Feen sein und vereinzelt erkannte Clary auch die kühle Eleganz von Vampiren. Werwölfe schienen nicht anwesend zu sein,was sie nicht weiter wunderte. Die verschiedenen Schattenweltler hatten sich zu einer pulsierenden,bunten Menge vereint. Sie schienen wie ein undurchdringliches bebendes Meer. Eine Glocke fremdartiger Klänge und Gerüche hing über der tanzenden umherwirbelnden Feiergesellschaft. Clary und die anderen beobachteten fassungslos das Spektakel,das alles übertraf,was sie bisher gesehen hatten. Nur Magnus schien unbeeindruckt.
"Seht ihr",sagte er mit leichtem Triumph in der Stimme. Jace fing sich als erster wieder.
"Beim Erzengel! Magnus,was ist das?",fragte er und wirkte beinahe angewidert.
"Das Fest des Drachen. Findet jährlich statt. Traditioneller Schattenweltler Feiertag",spulte Magnus die Informationen wieder einmal herunter.
"Na dann los",sagte Magnus fröhlich und wollte sich in Bewegung setzen.
Alec hielt Magnus zurück.
"Du willst mir doch nicht sagen,dass wir da durch müssen?",fragte Alec,dem die Vorstellung wirklich Angst zu machen schien.
Auch Clary fühlte sich zugegebenermaßen nicht sehr wohl bei dem Gedanken.
"Wenn ihr nicht über die Stadtmauer fliegen wollt,was Schattenjäger meines Wissens nach nicht können,ist das wohl die einzige Möglichkeit. Ich weiß,dass du besonders bist,Alexander,aber ich vermute jetzt mal,dass du das nicht kannst",sagte Magnus und setzte sich nun endgültig in Bewegung.
"Magnus",rief Alec,doch der Hexenmeister ging unbeirrt weiter.
Clary drehte sich zu Jace um,der ratlos mit den Schultern zuckte und beschloss Magnus zu folgen. Schnell schloss sie zu Magnus auf,der die Menge beinahe erreicht hatte und bald darin verschwinden würde. Nun schob sich auch Clary hinein und fühlte sich,als sei sie in einer anderen Welt gelandet. Um sie herum war alles nur ein Strudel aus den unterschiedlichsten Eindrücken. Von allen Seiten tönte Feenmusik und ständig schoben sich Clary die merkwürdigsten Gestalten in den Weg. Mit großen Augen schlängelte sich Clary durch die Menge und wusste,dass sie noch nie in ihrem Leben irgendwo so fehl am Platz gewesen war. Die kleine Gruppe schwarz gekleideter Schattenjäger war natürlich nicht unbemerkt geblieben. Von allen Seiten richteten sich grüne,rote oder auch gelbe Augen auf sie und Clary fühlte sich schrecklich unwohl. Eine lilahäutige Hexe lachte bei Clarys verschrecktem Anblick und entblößte eine Reihe spitzer,goldener Zähne. Die Menge schien immer dichter zu werden und für einen Moment wurde Clary panisch,als sie glaubte Magnus aus den Augen verloren zu haben. Doch,nein. Da war er. Plötzlich merkte Clary, dass die Menge verstummte,als sie auf Alec aufmerksam wurde. Clary sah,wie mehrere Hände auf Alec zeigten und Clary meinte aus dem verstohlenen Flüstern,das sich in der Menge erhoben hatte, das Wort Werwolf herauszuhören,bis es jemand laut aussprach.
"Er ist ein Werwolf!",rief eine angeekelte Stimme,die zu einer hübschen,blonden Vampirfrau gehörte und der Ruf schien die anderen Schattenweltler aufzuwecken.
Ein Chaos brach aus und alles verschwamm für Clary. Irgendjemand hatte sie am Handgelenk gepackt und durch die rufende Menge gezerrt und ehe sie sich versah stand sie völlig außer Atem eng an das Stadttor gedrängt und sah sich um. Magnus,Maryse,Isabelle und Jocelyn waren bei ihr.
"Jace und Alec sind noch da drin",rief sie leicht panisch und Magnus konnte Clary gerade noch davon abhalten in die Menge zurück zu laufen.
Dann sah sie Jace,der den kreidebleichen-fast durchsichtigen,wie Clary dachte-Alec hinter sich herschleifte. Alec wirkte völlig geschockt und auch Jace stand der Schreck ins Gesicht geschrieben. Alec taumelte in Magnus' Arme,der ihn eng an sich zog.
"Oh, Alexander",murmelte Magnus tieftraurig. Alec standen Tränen in den Augen und er brauchte einen Moment bis er die Frage,die ihm auf der Seele brannte stellen konnte.
"Wie-",er schluckte. "Woher wussten sie es?",fragte er und seine Stimme versagte.
"Ich weiß es nicht, Alexander. Ich weiß es nicht".
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Malec-Eine unsterbliche Liebe?
FanfictionNach den Ereignissen in der Dämonendimension scheint endlich ein wenig Ruhe in die Beziehung von Magnus Bane,dem obersten Hexenmeister von Brooklyn und Alec Lightwood,dem jungen Schattenjäger aus dem New Yorker Institut, eingekehrt zu sein. Magnus...
