Ein Plan der Angst

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Magnus saß seit zwei Stunden an Alecs Bett und grübelte verzweifelt über eine Lösung nach. Es durfte nicht wahr sein,dass ihm nichts einfiel. Zudem beschäftigte ihn die überraschend schnelle Transformation und er machte sich
Sorgen,dass Alec sich plötzlich verwandeln könnte. Er schüttelte unwillig den Kopf. Nein das konnte nicht sein,so lief eine Infektion mit Lykanthropie nicht ab. All seine Hoffnung,dass Alec sich nicht angesteckt hatte,war zwar endgültig zersplittert,als das Silber Alecs Hand verbrannt hatte,aber dennoch wollte er nicht aufgeben. Tessa würde ihnen helfen müssen. Seufzend dachte er an das Weiße Buch, das (absolut illegal natürlich) in seinem Apartment sicher versteckt lag. Natürlich hatte er darin nach Antworten gesucht,war aber enttäuscht worden. Alec bewegte sich nun und murmelte etwas im Schlaf,das der Hexenmeister nicht verstehen konnte. Dann öffnete er leicht die Augen und Magnus beugte sich über ihn. Alec stöhnte und riss seine veilchenblauen Augen schließlich ganz auf. Schlagartig setzte er sich auf und sah sich hektisch um. Sein Blick war wirr und er keuchte.

"Wo sind sie? Wo sind sie?",rief er panisch und Magnus brach es das Herz,seinen sonst so beherrschten Schattenjäger so verletzlich zu sehen.

Er drückte den schwitzenden,bebenden Alec sanft in die Kissen zurück und redete ihm beruhigend zu.

"Alec,alles ist gut. Beruhig dich. Ich bin bei dir. Nur du und ich sind hier. Schau mich an. Konzentrier dich auf mich und atme ganz langsam ein und aus".

Alec schien sich langsam zu beruhigen und seine Augen fokussierten sich auf Magnus' Gesicht.

"Gut so,Alexander. Ich bin hier,alles ist gut",sagte Magnus wieder.

Er sagte es mehr,um sich selbst zu beruhigen,als um Alec zu helfen. Er wusste,dass gar nichts gut war. Als Alec wieder normal atmete,schlüpfte Magnus aus seinen türkisfarbenen Schlangenlederschuhen,auf die er besonders stolz war,und schlüpfte zu Alec unter die Bettdecke,um ihm näher sein zu können.

"Hallo",sagte Alec mit brüchiger Stimme und berührte leicht Magnus' Wange.

"Was ist passiert?",fragte er und Magnus erzählte ihm kurz was geschehen war.

Alec schüttelte immer wieder den Kopf. Als Magnus die Erzählung beendet hatte herrschte für einige Minuten Schweigen.

"Ich kann das nicht Magnus",sagte Alec schließlich. "Ich meine,ich versuche mich ja damit abzufinden,ein Werwolf zu werden,aber ich wusste nicht,dass es so verdammt weh tun würde".

"Ich verstehe,das es emotional schwer zu ertragen ist,aber-",begann Magnus,doch Alec unterbrach ihn scharf.

"Nein. Du verstehst nicht. Es tut mir körperlich weh!".

"Es tut weh?",fragte Magnus alarmiert.

Die Verwandlung zu einem Werwolf sollte nicht wehtun.

"Es fühlt sich an, als würde Säure durch meine Adern fließen. Mein Herz schmerzt auch. Als würde jemand ein Messer durch meine Eingeweide jagen",erklärte Alec und ballte seine Hände zu Fäusten,als eine erneute Welle des unerträglichen Schmerzes durch seinen Körper schoss.

Er sah Magnus erwartungsvoll an,doch der war zu entsetzt,um sofort antworten zu können. Das was sein geliebter Schattenjäger da geschildert hatte,passte so gar nicht zu Lykanthropie. Alec blickte Magnus unsicher an.

"Stimmt etwas nicht?",fragte er.

Magnus setzte sich schlagartig auf und packte Alec's Arm.

"Zieh dich an und pack deine Sachen. Wir reisen noch heute zum Spiralabyrinth",sagte er und sprang aus dem Bett.

Nun setzte sich auch Alec auf:

"Aber Magnus,mir tut alles weh. Sollten wir nicht warten bis-".

"Wir haben keine Zeit!",sagte Magnus,während er hektisch seine Schuhe anzog. Dann rauschte er aus dem Zimmer.

                                                                                                *

Clary,Jace und Isabelle saßen immer noch in Amatis' Küche und spielten Poker, um sich abzulenken. Magnus war bei Alec,der im Gästezimmer lag. Amatis' Haus war einfach am leichtesten zu erreichen gewesen,als Alec zusammengebrochen war. Clary legte gerade triumphierend ihre Karten auf den Tisch. Jace erstarrte.

"Nein,das ist unmöglich! Du schummelst! Ich weiß,dass du schummelst! Niemand schlägt Jace Herondale beim Pokern!",rief er wütend.

Isabelle lächelte schwach.

"Niemand außer Alec,Clary,Simon,Mum,Dad..".

"Da habe ich sie absichtlich gewinnen lassen",behauptete Jace und brachte Clary damit zum kichern.

Plötzlich platzte Magnus herein. Er wirkte zornig,traurig und majestätisch zugleich,als er mit wehendem Mantel in die Küche marschiert kam.

"Wir müssen meinen Plan sofort ausführen",verkündete er,ohne zu grüßen.

Jace hob erstaunt eine Augenbraue.

"Und wie lautet jetzt dieser Plan?".

"Ich und Alec werden noch heute Nacht ins Spiralabyrinth reisen,während ihr hier bleibt",sagte er und Jace verschluckte sich fast an dem Schluck Wasser,den er gerade genommen hatte.

"Das soll der Plan sein?",fragte er.

"Ich habe nie behauptet,dass mein Plan komplex wäre",sagte Magnus.

"Kommt überhaupt nicht in Frage,ich komme mit!",rief Jace in einem Ton,der keinen Widerspruch duldete.

"Nein",sagte Magnus schlicht.

"Ich lasse meinen kranken Parabatai nicht mit einem verrückten Hexenmeister allein",zischte Jace und Clary sah in erschrocken an.

"Magnus,er meint es nicht so",sagte sie.

Magnus schien allerdings wenig beeindruckt von Jaces Aussage zu sein.

"Ich bin zwar vielleicht tatsächlich verrückt,aber das heißt nicht,dass ich nicht weiß,was ich tue",sagte Magnus ruhig.

"Er wird hierbleiben",sagte Isabelle schließlich.

"Wir werden alle hierbleiben und die Ursache für die Angriffe herausfinden. Das ist das mindeste,was wir für Alec tun können".

Malec-Eine unsterbliche Liebe?Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt