Zitternd und bebend erwachte Alec. Nachmittagslicht tröpfelte durch die geschlossenen Fensterläden seines Zimmers und als er sich umdrehte blickte er direkt in ein paar grüne Katzenaugen. Magnus lag neben ihm auf dem Bett und hatte sich auf seinen Ellbogen gestützt.
"Hallo,Alexander",sagte er sanft und strich ihm über die Wange.
Alec erschauderte bei dem Gedanken,dass sich ein dämonisches Virus unaufhaltsam in ihm ausbreitete und sein Innerstes verseuchte. Unwillkürlich rückte er ein Stück von Magnus ab und setzte sich ruckartig auf. Er wusste,dass Lykanthropie nicht durch Berührungen übertragen werden konnte und dennoch wollte er Magnus nicht mit seiner Anwesenheit belästigen. Der Hexenmeister schien Alecs Gedanken zu erraten und setzte sich ebenfalls auf.
"Alexander,was denkst du?",fragte er ernst.
Alec schüttelte den Kopf. Wie sollte er Magnus erklären,wie er sich fühlte?.
"Bitte sag mir,dass du nicht denkst,wovon ich denke,dass du es denkst",sagte dieser bestürzt.
Alec musste unwillkürlich schmunzeln.
"Wovon denkst du denn,dass ich es denke?".
"Ich denke,dass du glaubst, ich würde mich vor dir ekeln oder dich nicht mehr lieben,nur weil du dich in einen Werwolf verwandelst",sagte Magnus und sah Alec erwartungsvoll an.
Alec schwieg vielsagend. Er fühlte sich schuldig, da er genau das gedacht hatte. Magnus' Augen weiteten sich,als er die Stille richtig als ein 'Ja' interpretierte.
"Alexander!",rief er entsetzt. "Das kannst du nicht ernsthaft gedacht haben! Ich habe dir doch schon gesagt,dass ich bei dir bleibe".
Er schwieg einen Moment,den Alec dazu verwendete sich in der Betrachtung seines wunderbaren Freundes zu verlieren. Die gebräunte Haut,die hohen Wangenknochen,das dichte schwarze Haar,die vollen Lippen und die schräg stehenden,funkelnden Katzenaugen: Für Alec war er das atemberaubenste Wesen,das auf dem Planeten existierte und er konnte kaum glauben,dass Magnus ausgerechnet ihn liebte. Alec,der allzu oft vor sich hinbrütete,der sich manchmal innerlich hasste,der so stur war. Magnus blickte immer noch ernst,als er sagte:
"Egal was mit dir geschieht. Egal,ob es dir gut geht,oder nicht. Egal,ob du ein Schattenjäger bist,oder ein Werwolf. Du wirst immer Alexander sein. Mein Alexander",begann Magnus leidenschaftlich und Alec machte ein kleines,überraschtes Geräusch.
"Du wirst immer mein Alexander sein. Der Alexander mit den schönsten Augen,dem größten Herz und...",Magnus stockte und zeigte ein breites Grinsen. "Und der weltbeste Küsser. Nur an deinem Kleidungsstil könnte man noch arbeiten". Alec lachte kurz auf und errötete leicht aufgrund der unerwarteten Komplimente.
"Ich liebe dich mehr,als du dir vorstellen kannst,Alec",flüsterte Magnus.
Alec wollte antworten,doch das Glück Magnus in seiner miserablen Lage an seiner Seite zu haben überwältigte ihn. Bevor er etwas sagen konnte,zog Magnus ihn an sich und presste die vollen Lippen auf seine rauen, aufgesprungenen. Sie vereinten sich in einem tiefen,leidenschaftlichen Kuss. Magnus hatte Alec um die Taille gepackt und presste ihn noch fester an sich. Alec vergrub seine Hände in Magnus' schwarzes Haar,das,wie er angenehm überrascht feststellte, ausnahmsweise nicht mit Glitzergel verklebt war. Alec wollte mehr und der Kuss wurde drängender. Er ließ seine Hand unter Magnus' Seidenhemd gleiten und fuhr mit seiner Hand über die erstaunlich harten Muskeln des Hexenmeisters. Plötzlich öffnete sich die Tür und das Paar löste sich schlagartig aus dem Kuss. Es war Maryse.
"Alec,es wird Zeit",sagte sie. Alec war immer noch benebelt von dem Kuss und verstand nicht,wovon seine Mutter sprach.
"Wofür?",fragte er verwirrt.
"Wir reisen nach Idris. Magnus wird uns jetzt das Portal öffnen",antwortete Maryse.
"Wir haben deine Sachen gepackt. Verabschiede dich von Magnus".
Alec sah zu Magnus. Er wollte ihn nicht verlassen. Er blickte einer unsicheren Zukunft entgegen und Magnus hat ihm für einen Augenblick das Gefühl von Sicherheit zurückgegeben.
"Auf gar keinen Fall. Ich komme mit",verkündete Magnus.
*
Die Bewohner des Instituts,und Magnus,der bereits das wirbelnde,bläulich leuchtende Portal geöffnet hatte,warteten auf Jocelyn und Clary. Magnus ging ungeduldig auf und ab.
"Ich kann das Portal nicht ewig offen halten",beschwerte sich Magnus.
"Ja ich kann mir vorstellen,wie schwer es sein muss ein paar kryptische Formeln zu murmeln und mit den Händen zu fuchteln",grummelte Jace,der wieder der Alte zu sein schien.
Magnus,der fürs Erste genug von dem scharfzüngigen Schattenjäger hatte,überging die Bemerkung. Dann kamen zwei rothaarige Gestalten über das Pflaster gehastet. Magnus funkelte Jocelyn und Clary wütend an,die entschuldigend mit den Schultern zuckten.
"Tut mir leid,Magnus",sagte Jocelyn außer Atem und wischte sich mit einer ungeduldigen Handbewegung eine rote Strähne aus dem Gesicht.
Die Ähnlichkeit zwischen Jocelyn und ihrer Tochter war wirklich verblüffend.
"Na gut. Die erste Gruppe geht zu dritt und dann immer zu zweit",bestimmte Magnus.
"Erst Clary,Isabelle und Jace,dann Jocelyn und Maryse und zum Schluss Alec und ich. Das Portal schließt sich in zwei Minuten von alleine,also schnell!".
Jace nahm Clarys Hand und sie traten,wie angewiesen mit Izzy durch das Portal. Maryse und Jocelyn taten es ihnen nach. Schließlich nahm Magnus Alecs Arm und zog ihn zu dem Portal. Sie traten hinein und spürten,wie sie in den unendlichen,wirbelnden Strudel gezogen wurden.
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Malec-Eine unsterbliche Liebe?
FanfictionNach den Ereignissen in der Dämonendimension scheint endlich ein wenig Ruhe in die Beziehung von Magnus Bane,dem obersten Hexenmeister von Brooklyn und Alec Lightwood,dem jungen Schattenjäger aus dem New Yorker Institut, eingekehrt zu sein. Magnus...
