Das Ziel verfehlt

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Laut surrend flog der Pfeil durch die Luft,verfehlte jedoch das Ziel und bohrte sich weit neben dem von Alec angepeilten Punkt in die Wand. Frustriert schrie der Junge auf und warf seinen Bogen auf den Boden. Er raufte sich verzweifelt die Haare. Er wusste nicht,was genau nicht mit ihm stimmte,doch er wusste,dass es nicht sein durfte. Magnus war nichts als liebevoll und geduldig mit ihm gewesen und dennoch beschlich Alec ein schlechtes Gefühl wenn er ihn sah. Hatte er denn nicht allen Grund dazu glücklich zu sein? Er versuchte sich in Erinnerung zu rufen,was er gefühlt hatte,als er Magnus halb tot nach einer tagelangen Reise durch die Dämonendimension in Sebastians Gefängnis gefunden hatte. Unglaubliche Verzweiflung,Erleichterung und nichts als unbändige Liebe. Natürlich liebte er ihn. Mehr als alles auf der Welt.

"Was ist mit dir los?",hörte er Jaces Stimme hinter sich.

"Wie lange siehst du schon zu?",fragte Alec,dem die Angelegenheit peinlich war.

"Lange genug um zu sehen,dass du entweder einfach nur absolut untrainert oder emotional am Ende bist",sagte Jace,kam zu Alec und hob den Bogen auf.

"Ich tippe auf letzteres",fügte er hinzu. "Ich nehme an,du willst nicht drüber reden?".

Er legte einen Pfeil ein und schoss ebenfalls auf das Ziel. Auch sein Pfeil ging daneben,doch er zuckte nur die Schultern.

"War noch nie meine bevorzugte Waffe",meinte Jace gleichgültig und drückte Alec den Bogen in die Hand.

"Wenn es wieder etwas mit deinem Hexenmeister zu tun hat,dann verschone mich bitte. Es war schon schlimm genug einmal deine depressive Verstimmung zu ertragen",meinte Jace und verließ mit einem Seufzen den Trainingsraum.

*

Als Jace den Trainingsraum verließ,war er mehr als verwundert. Was stimmte nicht mit seinem Parabatai? Noch vor wenigen Wochen war Alec für seine Verhältnisse gut gelaunt gewesen und seine Beziehung war gut gelaufen. Seit ein paar Tagen schien er allerdings merkwürdig verändert. Er wusste nicht, was er davon halten sollte,doch was er wusste war,dass Magnus Bane nur Ärger brachte. Abgesehen von den unzähligen Gelegenheiten in denen er ihnen das Leben gerettet hatte,natürlich. Jace seufzte und beschloss sich nicht weiter darüber Gedanken zu machen und nahm sich vor später Isabelle zu fragen,ob sie wusste,was mit ihrem Bruder nicht stimmte. Jetzt würde er mit Clary trainieren, die eigentlich längst im Institut sein hätte sollen.

Gerade als er den Aufzug erreichte öffnete sich das goldene Gitter und gab den Blick auf Clary frei,die sofort ihr strahlendstes Lächeln zeigte und ihm um den Hals fiel. Sie war so viel kleiner als er,dass er sein Kinn auf ihren Scheitel legen konnte. Er atmete tief den Duft ihrer feuerroten Locken ein. Clary legte nun ihren Kopf in den Nacken und sah ihn an.

"Ich habe dich vermisst",sagte sie nun und grinste ihn neckisch an.

"Mich,oder meinen absolut atemberaubenden Anblick?",fragte Jace.

"Ist das nicht dasselbe?".

Scheinbar beleidigt trat Jace einen Schritt zurück.

"Meinst du also,du liebst mich nur wegen meines umwerfenden Aussehens?",wollte Jace wissen.

Clary antwortete nicht,sondern ging alleine mit einem triumphierenden Grinsen vor zum Trainingsraum.

"Du kannst mich doch jetzt nicht einfach so stehen lassen. Du bist mir eine Antwort schuldig!",entrüstete sich Jace,doch er hatte ein Lächeln auf den Lippen.
Das war seine Clary.

*

"Hey, Alec",rief Clary als sie die Tür zum Trainingsraum aufstieß.

Alec nickte ihr nur zu und legte dann mit zitternden Händen einen Pfeil ein. Clary sah ihm zu wie er das Ziel weit verfehlte und sah,wie rot er wurde,als er Clarys Blick auf sich bemerkte. Aufmunternd lächelte Clary ihm zu,doch er erwiderte das Lächeln nicht sondern stürmte aus dem Raum. In der Tür wäre er beinahe mit dem verdutzen Jace zusammen gestoßen,der in dem Moment hereinkam. Alec drängte sich an ihm vorbei und Jace sah ihm mit einem undurchdringlichen Gesichtsausdruck nach.

"Schlechter Tag?",fragte Clary mit hochgezogenen Augenbrauen,doch Jace schüttelte nur den Kopf.

"Naja,fangen wir an",sagte Jace und sie begannen Messerwerfen zu üben.

Clary merkte,dass Alecs schlechte Laune sich auch auf Jace auswirkte,der heute ungeduldiger war,als sonst.

"Verdammt. Wie oft soll ich dir noch sagen,dass du das Messer anders halten musst?",schrie Jace zornig.

Es war nicht das erste mal,dass er an dem Tag lauter wurde und Clary platzte der Kragen.

"Könntest du bitte aufhören mich anzubrüllen?",fuhr sie Jace an und ihre grünen Augen funkelten gefährlich.

"Ich habe zwar nicht die geringste Ahnung,was mit euch los ist,aber ihr solltet das dringend in den Griff kriegen . Mir reicht's. Ich bin bei Simon".

Clary sammelte ihre Sachen zusammen und rauschte,bevor Jace noch etwas sagen konnte, aus der Tür.

Malec-Eine unsterbliche Liebe?Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt