Clary,die bei Jace im Institut übernachtete, schreckte aus dem Schlaf hoch. Sie hatte schlecht geträumt,auch wenn sie sich nicht mehr genau daran erinnerte,was es gewesen war. Für einen Moment lang wusste sie nicht mehr wo sie war und blinzelte verwirrt in die Dunkelheit von Jaces Schlafzimmer,bis auf einmal die Erinnerungen an die Ereignisse des vorangegangenen Abends wieder auf sie einprasselten. Maryse,Alecs und Isabelles Mutter, war etwas später in Magnus' Wohnung gekommen und hatte sich entschieden bei ihrem Sohn zu bleiben. Man hatte vereinbart,am nächsten Morgen die Stillen Brüder zu rufen,den Rat aber noch nicht zu informieren. Plötzlich stellte sich wieder das furchtbare Gefühl von Angst und Machtlosigkeit ein und sie wusste, dass sie nicht mehr schlafen können würde.
Jace,der vor einigen Stunden noch neben ihr eingeschlafen war,schien es genauso zu gehen,denn die andere Seite des Bettes war leer. Clary griff nach ihrem Handy,das auf dem Nachttisch lag und sah,dass es erst halb fünf war,was bedeutete,dass sie nur etwa eine Stunde geschlafen hatte. Seuzend schwang Clary ihre Beine über die Bettkante und stand ächzend auf. Auf dem Flur entschied sie sich nach links zu gehen und begann ziellos durchs Institut zu laufen,dass ihr im letzten Jahr so vertraut geworden war. Sie beschloss,nicht nach Jace zu suchen,da sie vermutete,dass er allein sein wollte. Als sie um eine Ecke bog,wäre sie beinahe mit Isabelle zusammen gestoßen und qiekte kurz auf.
"Beim Erzengel! Willst du mich zu Tode erschrecken?",zischte Isabelle,deren Augenringe so dunkel waren,dass Clary sie sogar jetzt sehen konnte.
"Tut mir leid,Izzy",flüsterte Clary und legte ihrer Freundin beschwichtigend eine Hand auf den Arm.
Isabelle winkte ab und setzte ihre nächtliche Wanderung durch das alte Gemäuer fort. Seufzend schaute Clary ihr nach. Als sie an der Bibliothek vorbeiging drang eine dumpfes Rumpeln aus dem Raum und ihr Herz machte einen Satz. Sofort stürmte sie hinein. Der Raum war hell erleuchtet und zwischen zwei Reihen von Regalen in mitten einen Bücherhaufens saß Jace und blätterte hektisch in einem dicken,in goldenes Leder gebundenem Wälzer.
"Jace!",rief Clary erschrocken. "Was ist passiert?".
"Nichts. Nur ein Bücherstapel der herunter gefallen ist",sagte Jace zerstreut,ohne sich von dem Buch abzuwenden.
Er murmelte etwas zu sich selbst,das Clary nicht verstehen konnte.
"Jace",sagte sie sanft,doch Jace beachtete sie nicht.
"Das gibt es doch nicht. Irgendwo hier muss doch etwas stehen....",jammerte Jace,als seine Hände immer schneller durch die Seiten flogen.
"Jace",rief Clary nun schärfer.
"Irgendwo...Es muss etwas geben".
Jaces Augen waren rot gerändert und sie fragte sich,ob er geweint hatte.
"Nichts",sagte er nun,warf das Buch auf den Stapel hinter ihm und griff nach einem anderen.
"Was zur Hölle tust du da?",fragte Clary,doch Jace ignorierte sie immer noch.
Er wirkte so verzweifelt,dass es ihr beinahe das Herz brach.
"Jace",schrie sie nun,und schlug ihm das Buch aus der Hand.
Überrascht sah der Junge Clary an.
"Aber,Clary. Ich muss doch etwas zur Heilung finden".
"Jace, du hast doch gehört was Magnus vorher zu Maryse gesagt hat. Lykanthropie ist nicht heilbar",sagte Clary mit weicher Stimme.
"Nein. Das kann nicht sein",rief Jace verzweifelt.
"Ich muss weitersuchen",flüsterte er und machte Anstalten wieder nach einem Buch zu greifen,doch Clary packte Jace an den Schultern und sah ihm in die Augen.
"Du bist übermüdet,Jace",murmelte sie und der Audruck von Zerstreutheit in Jaces Gesicht wich purer Erschöpfung und Panik.
Mit einem erstickten Schluchzen ließ er seinen Kopf gegen Clarys Schulter sinken. Das Mädchen,das seinen Freund noch nie so außer sich gesehen hatte,streichelte ihm tröstend über das Haar.
*
Ein Sonnenstrahl,der durch das Buntglasfenster der Bibliothek fiel,weckte Clary einige Stunden später. Sie war eingeschlafen und war mit dem Kopf auf die Brust des immer noch schlafenden Jace gesunken. Stöhnend richtete sie sich auf. Ihr Nacken war steif geworden und ihr Rücken schmerzte. Sie streckte sich ausgiebig und fragte sich,wie sie es überhaupt geschafft hatte,in einer so unbequemen Position einzuschlafen.
"Jace",sagte Clary und rüttelte leicht an seiner Schulter,um ihn zu wecken.
Der Junge öffnete sofort die Augen.
"Was? Wo?",fragte Jace verwirrt.
"Wir sind eingeschlafen",lächelte Clary,doch Jace erwiderte es nicht.
Er zeigte wieder den gehetzten Gesichtsausdruck,den er gehabt hatte,als Clary ihn einige Stunden zuvor gefunden hatte.
"Clary..",begann Jace,doch er wurde von Isabelle unterbrochen,die in die Bibliothek gelaufen kam.
"Hier seid ihr!",rief sie überrascht.
"Magnus ist hier",verkündete sie. "Und er hat Alec mitgebracht!".
Jace sprang sofort auf und stürmte aus dem riesigen Raum. Isabelle sah Clary erwartungsvoll an. Seufzend erhob sie sich und folgte der Freundin. Alec würde sie alle brauchen.
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Malec-Eine unsterbliche Liebe?
FanfictionNach den Ereignissen in der Dämonendimension scheint endlich ein wenig Ruhe in die Beziehung von Magnus Bane,dem obersten Hexenmeister von Brooklyn und Alec Lightwood,dem jungen Schattenjäger aus dem New Yorker Institut, eingekehrt zu sein. Magnus...
