Das Meer der Ohnmacht

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Clary stieß einen kleinen Freudenschrei aus,rannte zu Simon und schlang ihre Arme um ihn. Sie schmiegte sich eng an ihn und begann sofort wieder hemmungslos zu weinen. Doch diesmal waren es Tränen der Erleichterung. Erst jetzt merkte sie,wie sehr sie Simon in den letzten Tagen vermisst hatte. Dieser schien von der stürmischen Begrüßung allerdings etwas überrumpelt zu sein und streichelte Clary hilflos über den Rücken. Sie löste sich aus der Umarmung und sah ihn prüfend an.

"Wie bist du hierher gekommen?",fragte sie verblüfft.

"Dazu hätte dir jemand ein Portal öffnen müssen und-".

Clary verstummte als eine blauhäutige,weißhaarige Gestalt schuldbewusst lächelnd hinter Simon in der Tür erschien.

"Catarina?",keuchte Jocelyn und schüttelte den Kopf. "Es ist illegal Mundies nach Idris zu bringen".

Catarina Loss zuckte nur gleichgültig die Schultern.

"Muss ja niemand erfahren",sagte sie und zwinkerte verschwörerisch. "Er wollte sie unbedingt sehen und naja"-sie fuhr Simon kurz über die Wange und er errötete-"ich konnte diesem Bürschlein hier nichts abschlagen".

"Du wolltest mich sehen?",fragte Clary,doch Simon sah betreten zu Boden und ihr kam ein anderer Gedanke.

"Nein,natürlich nicht",murmelte sie enttäuscht. "Isabelle".

Simon nickte knapp und Clary fühlte einen Stich in ihrem Herzen. Natürlich war es albern und natürlich liebte sie nur Jace. Doch die Tatsache,dass er nicht zuerst an sie gedacht hatte,sondern an ihre schöne Parabatai,machte ihr dennoch zu schaffen. Unwillig schüttelte sie den Kopf,als ob sie die trüben Gedanken vertreiben wollte und ihre störrischen roten Locken verhedderten sich ineinander.

"Ich war noch nicht dort",sagte Simon nun leise. "Bei Isabelle",fügte er hinzu,als er Clarys fragenden Blick bemerkte.

Clary nickte und ein feines Lächeln breitete sich auf ihren Zügen aus.

"Ich bin so froh,dass du hier bist",sagte sie und wischte sich die letzten Tränen vom Gesicht.

Simon war hier,Luke würde sich um die Angelegenheit mit Jace kümmern und Alec war vielleicht schon auf dem Weg der Besserung. Alles würde gut werden.

"Ich auch",sagte Simon und Clary grinste breit.

*

"Alec! Alec!",Magnus' panische Stimme tönte schrill in seinen Ohren und er versuchte der Dunkelheit zu entfliehen,doch sie zog ihn immer wieder zurück.

Der Schmerz überfiel ihn immer wieder und sobald er kurz davor war wieder zu Bewusstsein zu kommen überrollte ihn wieder eine erbarmungslose Welle der Ohnmacht. Er musste kämpfen! Er nahm all seine Kraft zusammen und versuchte sich zu konzentrieren. Immer wieder drangen Fetzen von Magnus' verzweifelten Schreien in sein Bewusstsein. Ich bin doch noch hier,dachte Alec. Plötzlich fühlte er wie sein Körper zurückkehrte. Er fühlte den harten Steinboden unter sich und er spürte Magnus' warmen Körper neben sich,der der erbarmungslosen Kälte trotzte,die über seinen Körper kroch.
Er zwang sich die Augen zu öffnen. Er musste es schaffen. Und es gelang ihm. Langsam hoben sich seine bleischweren Lider,doch sein Blick schien sich nicht richtig zu fokussieren. Alles war verschwommen und seltsam verzerrt. Magnus keuchte neben ihm und er spürte eine warme,vertraute Hand auf seiner Wange.

"Mein Alec,Gott sei Dank",sagte er und Alec merkte,dass er erschöpft klang.

Er wollte sich aufsetzen,doch Magnus drückte ihn bestimmt wieder auf den Rücken.

"Noch nicht!",sagte er ruhig.

Alec wusste,dass etwas mit ihm passiert sein musste. Und er wusste,dass er bald sterben würde. Die Ohnmachtsattacken wurden jedes mal länger und die Schmerzen jedes mal unerträglicher. Ein heiseres,leises Stöhnen entschlüpfte seinem Mund. Magnus strich unaufhörlich über seine Wange und murmelte etwas unverständliches. Er klang erleichtert und erschüttert zugleich. Alec wollte wissen,was mit ihm passierte.

"Was..",krächzte er. Zu mehr war er nicht in der Lage,doch Magnus verstand ihn.

"Alexander. Willst du es wirklich...",begann Magnus und Alec nickte leicht.

"Deine Verwandlung ist weiter fortgeschritten. Dein Gesicht hat- nun ja...",er zögerte und Alec spürte wider Erwarten eine unbestimmte Angst in seiner Brust aufsteigen. "Dein Gesicht hat animalische Züge angenommen".

Unwillkürlich flog Alecs Klauenhand zu seinem Gesicht und er erstarrte. Er spürte eine schnauzenartige Nase und Haare. Zu viele Haare für ein menschliches Gesicht.

"Es tut mir leid,Alexander",murmelte Magnus niedergeschlagen.

*

"Luke,was willst du?",fragte Robert Lightwood harsch,als Luke in seinem Büro erschien.

"Ich will wissen,was sie mit dem Jungen machen",sagte Luke und funkelte den anderen Mann an. Robert seufzte tief.

"Ich weiß es nicht,Luke,und es liegt auch nicht in meiner Hand dies zu entscheiden".

Luke schnaubte ungläubig und trat einen Schritt näher an Roberts Mahagonischreibtisch heran.

"Er ist dein Adoptivsohn! Ist dir etwa egal,ob ihm etwas zustößt?",fragte er.

"Ich weiß nicht, ob es dir entgangen
ist,aber mein leiblicher Sohn-mein einziger leiblicher Sohn-leidet an einer undefinierbaren Krankheit und ist mit seinem verrückten,homosexuellen Hexenmeisterfreund zu irgendeinem Labyrinth aufgebrochen! Ich werde ihn vermutlich nie wieder sehen!".

Roberts Stimme hatte sich zu einem Schreien erhoben.

"Und jetzt haben sie auch noch meinen Adoptivsohn und du denkst es sei mir egal?!".

Luke konnte nur erahnen was in Robert vorgehen musste und er bereute seine Worte bereits.

"Es tut mir leid. Aber du musst etwas tun. Für Clary und Isabelle".

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Jetzt muss ich auch mal eine Autorenamerkung machen ;) In dem Kapitel ist jetzt nicht sehr viel passiert,aber das nächste wird etwas actionreicher. Allerdings habe ich diese Woche nicht sehr viel Zeit,deshalb weiß ich noch nicht,ob ich es schaffe zu updaten. Danke für eure Geduld :)

Malec-Eine unsterbliche Liebe?Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt