Songempfehlung: Tory Lanez - Say it
Ich schlug die Augen auf und starrte an eine weiße Zimmerdecke.
Mein Schädel brummte wie verrückt, als würde jemand von Innen mit einem Hammer dagegen schlagen. Sogar hinter meinen Augen schmerzte es wie die Hölle. Doch das war nichts im Vergleich zu den Gliederschmerzen, die mich plagten, als ich mich laut ächzend aufrichtete. Ich hoffte, dass ich es dem Kater würde zuschreiben können, der mich nach der gestrigen Collegeparty sicher erwartete. Denn eine angehende Erkältung würde für mich und mein erkranktes Herz zur Lebensgefahr werden können.
Ein kurzer Kontrollblick verriet mir, dass ich nicht Zuhause war. Nein. Ich befand mich in Julian Wrights Wohnzimmer. Im Wohnzimmer meines Professors! Schon wieder.
Heilige Scheiße!
Gott, wie oft würde ich noch auf diesem Sofa aufwachen? Und wie zur Hölle war ich hier überhaupt gelandet?
Hektisch ließ ich meinen Blick wandern, bis ich schließlich an mir herabsah.
Mich traf der Schlag.
Ich trug nichts außer meiner schwarzen Unterwäsche und einem schlichten, weißen T-Shirt, das mir mehrere Nummern zu groß war - und das keinen Raum für Spekulationen ließ. Denn dieses blöde T-Shirt war verdammt nochmal fast durchsichtig! Hatte Julian mich etwa in diesem Shirt gesehen? Noch während ich den Gedanken weiterspann, wich mir das Blut aus dem Gesicht. Moment mal, wie war ich überhaupt erst in dieses Shirt gelangt? Und wo waren meine Kleider? Ich kniff angestrengt die Augen zusammen und rieb mir die Nasenwurzel.
Was zur Hölle war passiert?
Je mehr ich versuchte mich an irgendetwas zu erinnern, desto schlimmer wurden meine Kopfschmerzen. Sie waren wie ein Schutzmechanismus, der mir die Wahrheit verwehrte, um mir peinliche Erinnerungen zu ersparen. Und ich war mir ziemlich sicher, dass diese Erinnerungen mit großer Wahrscheinlichkeit sehr peinlich sein würden. Denn alles, was mir in Zusammenhang mit Julian Wright passierte, war peinlich.
Fühlte es sich so an, einen Filmriss zu haben?
Noch nie zuvor hatte ich einen Blackout gehabt, was wohl daran lag, dass ich auch noch nie zuvor so viel Alkohol getrunken hatte. Ich erinnerte mich daran, dass ich mir mit Yuki auf der Party einen Tequila nach dem anderen hinter die Binde gekippt hatte. Caya war mit Noah auf der Tanzfläche verschwunden. Doch ab diesem Zeitpunkt gab es nur noch Erinnerungsfetzen, bruchstückhafte Bilder, die sich vor meinem inneren Auge abspielten. Ich glaubte mich daran zu erinnern, dass die Polizei aufgekreuzt war. Ich hatte versucht abzuhauen. War ich auf diese Weise bei Julian gelandet? Schließlich hatte die Collegeparty ganz in der Nähe stattgefunden. War ich womöglich über die Hintergärten hierher gelangt? Und was war mit Yuki und Caya passiert? Hatten es die beiden noch rechtzeitig raus geschafft? Ich hätte sie niemals ohne triftigen Grund alleine gelassen, dessen war ich mir sicher.
Erneut wanderte mein Blick durch das Wohnzimmer. Ich entdeckte einen leeren Eimer vor dem Sofa. Hatte ich mich übergeben? War das der Grund, weshalb ich meine Kleidung nicht mehr trug? Hatte ich mich etwa... auf meine Klamotten übergeben? Vor Julians Augen?
Oh Gott, bitte nicht!
Ging es noch eine Spur peinlicher? Der unbändige Impuls überkam mich, mir einfach ein Taxi zu rufen und mich unbemerkt aus dem Staub zu machen, so lange ich noch die Gelegenheit dazu hatte. Doch es wäre nicht gerade die feine englische Art in Anbetracht der Tatsache, dass Julian mir offensichtlich Asyl gewährt hatte. Nein, es wäre mehr als unhöflich.
Mit einem resignierten Seufzen ließ ich mich zurück in die Sofakissen sinken. In eben diesem Moment hörte ich das Zuschlagen einer Haustür. Sofort setzte ich mich wieder kerzengerade auf.
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Her Heart
RomanceDer erste Band der Hearts-Reihe! Laney Taylor ist schwerkrank. Schon von Geburt an leidet sie an einer Herzschwäche und wartet seit einigen Jahren vergeblich auf ein Spenderherz. Während ihre Eltern täglich auf ein Wunder hoffen, hat Laney ihr Schic...
