- 3 -

152 4 2
                                    

Nach der Woche Trainingslager sollte die Schule wieder anfangen, und wie ich von Noah erfahren hatte, der mir starke Golden Retriever Vibes gab, würde ich selbst dort mit vier von ihnen konfrontiert werden.

Arschloch und Arschling, Noah und Alex, sollten auf meine Schule wechseln. Als ich Dad deswegen zur Frage gestellt hatte, meinte er, dass er so durchgängig ein Auge auf die Jungs haben könnte, da ich ihm ja Bericht erstatten würde, wenn sie sich nicht benehmen würden. Ich hatte das Gesicht angewidert verzogen. Jetzt sollte ich für die Jungs also auch noch Babysitter spielen? Es war kein Geheimnis, dass ich drauf wenig Lust hatte. Und dementsprechend hatte ich auch wenig Lust an diesem Morgen aus meinem Bett zu kommen.

„Steh auf.", Dad zog mir, mit genauso schlechter Laune, meine Decke weg und öffnete ein Fenster. Warmes Sonnenlicht strömte hinein und lies mich aufstöhnend ein Kissen über mein Gesicht ziehen.

„Wer braucht Schule? Ich nicht. Lass mich zu Hause bleiben.", bettelte ich. Meine Stimme klang gedämpft durch das Kissen, aber mir war stark bewusst dass Dad mich verstand. Dieses Gespräch führten wir nämlich jeden Montag. Ich hatte allgemein wenig Lust auf Schule. Sie war ein veraltetes System. Und meine Schule war die Schlimmste von allen.

„Steh einfach auf Yuna.", flehte er, nahm mir das Kissen weg und ging wieder aus meinem Zimmer. Mit einem leisen Aufschrei haute ich neben mir auf die Matratze. Ich hasste die Schule. Jeder hasste die Schule. Niemand konnte glaubwürdig sagen, dass ihm die Schule Spaß machte. Der Unterricht war langweilig, die Schüler hatten Spaß am Mobben und Lästern und der Großteil der Lehrer war rassistisch.

Die nicht rassistischen Lehrer, lebten in ihrer eigenen kleinen Blase und dachten alles wäre in Ordnung.

Sie waren der Meinung, dass wenn man Jugendliche in knappen Badesachen in eine Schwimmhalle zusammen trommelte, es kein Bodyshaming geben würde.

Sie dachten dass wir uns alle liebten und in unserer Freizeit zusammen Schmetterlinge fangen gingen.

Am Arsch.

In unserer Schule herrschte eine unausgesprochene Hierarchie.

Ganz oben waren natürlich, und wie sollte es anders sein, die Sportler. Durch ihre Muskeln, konnten sie es sich leisten, leere Drohungen auszusprechen und alle glaubten ihnen.

Sie nahmen es sich nicht jüngere und schlaksigere Mitschüler gegen die Spinde zu schubsen, oder im Unterricht dumme Sprüche zu bringen. Und ich war mir absolut sicher, dass Arschloch und Arschling mit Freuden ein Teil dieses Systems werden würden.

Hin und wieder sah man die Player mit den Sportlern zusammen sitzen. Das lag daran, dass auch Sportler gerne Player spielten. Natürlich verstanden sich die mit gleichen Interessen besser. In diesem Fall „wie schleppe ich am besten und schnellsten ein Mädchen ab".

Die Player unserer Schule war eine kleine Gruppe. Drei oder vier Jungs. Sie waren an ihrer einfarbigen Kleidung zu erkennen, und ihrem einfältigen Verhalten.

Zu spät kommen, Rauchen und die Mädchen Toiletten als Sex Ort verwenden, waren nur wenige ihrer Merkmale.

Diese zwei Gruppierungen beherrschten die Schulflure. Der Rest ordnete sich irgendwo darunter ein.

Über alle wurden Witze gemacht. Keiner blieb verschont.

Die übergebliebenen hatten ihre eigenen kleinen Gruppierungen, kleine Freundesgruppen, aber alle hatten etwas gemeinsam. Sie liebten das Drama, das Tuscheln. Sie stellten Theorien darüber auf warum dieses oder jenes Pärchen Schluss gemacht hatte, gaben den Outfits ihrer Mitschüler eine Bewertung und flüsterten mit breitem Grinsen Gerüchte weiter die sich ein anderer von ihnen ausgedacht hatte.

 you wanna play with fire?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt