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Wenn's nach mir ginge, würden Hunter und ich jetzt in seinem Bett liegen, Pfannkuchen essen und Mulan schauen.

Doch Willow wollte davon nichts hören und hat uns in die Schule gehetzt. In den letzten Tagen hab ich mich öfter mit ihr unterhalten. Sie ist wie eine große Schwester für Hunter und jedes mal wenn ich sie zusammen sah, musste ich grinsen.

So wie er mit Willow umgeht, hab ich ihn bisher mit niemandem gesehen.

Aber wenn sie wollte, konnte Willow auch die Erwachsene raushängen lassen. Wie heute morgen. Sie hatte jede Wiederrede im Keim erstickt und uns aus dem Haus gejagt.

Ich versteckte mich in einem von Hunters Pullovern und lief Kopf gesenkt durch die Flure. Hunter schlenderte neben mir durch die Gegend, mit einem so neutralen Gesichtsausdruck als würde er seinen Kater verstecken um mit seinem Onkel dritten Grades Smalltalk zu führen.

Weder die drei Racheengel, noch Kyle hatte ich bisher zu Gesicht bekommen.

Worüber ich ziemlich froh war.

Wir machten an meinem Spind halt.

Wo Jake bereits auf mich wartete.

„Ich gehe mal zu den Jungs. Wir sehen uns in der Klasse.", Hunter drückte mir einen Kuss auf die Kapuze und ging zu den drei Racheengeln, die am anderen Ende des Flures aufgetaucht waren. Ich schaute ihm so lange hinterher bis Jake mich anstupste. 

„Zwischen dir und Adonis da drüben scheint es auch mehr als gut zu laufen.", murmelte er mit einem verschmitzten Grinsen.

„Was? Hunter und ich? Nein, Jake wir sind nur Freunde.", erwiderte ich und öffnete schnell meinen Spind um mich daran zu hindern weiter zu den Jungs rüber zu starren. Ich wollte nicht wissen ob sie unbeschadet aus der Sache raus gekommen waren. Eigentlich schon, aber ich war sauer auf sie, und wenn ich die ganze Zeit rüber starren würde, vermittelte das einen anderen Eindruck.

„Gott und du hältst dich für schlau. Yuna, dieser Kerl dort würde sein Leben für dich aufgeben. Er würde lieber sterben als in einer Welt zu leben in der du nicht existierst. Vertrau mir. Ich hab ihn die letzten Wochen gesehen. Er war ein Haufen Elend ohne dich. Und obwohl er gerade bei seinen Freunden ist, lässt er dich kaum aus den Augen. Er liebt dich. Und da ich dich kenne wie meine eigene Westentasche, weiß ich ganz genau, dass du ihn auch liebst."

„Du bist schon wieder so Dramatisch.", ich verdrehte die Augen und widerstand dem Drang zu Hunter zu schauen.

„Und du weichst dem eigentlichen Thema aus.", konterte er und schlug meine Spindtür zu damit ich mich ihm zuwandte.

„Er hat mich an meinem Geburtstag nach einem Date gefragt.", seufzte ich. Jakes Augen fingen an zu strahlen, doch bevor sein freudiges Quieken entweichen konnte, hielt ich ihm den Mund zu.

„Aber das ist Wochen her. Er hat mir zwar letztens gesagt, wo er steht, und dass er immer noch mit mir ausgehen will aber... Ich weiß nicht. Ich hab das Gefühl, dass ich nicht mehr ich selbst bin. Als hätte ich mich selbst verloren. Ich hab mich verändert und ich bezweifle, dass er mein neues ich auch lieben kann. Ich kann es nämlich nicht."

„Yuna. Nicht du hast dich verändert. Sondern Kyle. Er hat dich manipuliert und alles was du brauchst ist Zeit um wieder zu dir selbst zu finden."

„Selbst wenn ich Gefühle für Hunter hätte, ich kann das zur Zeit einfach nicht. Nicht auszudenken was Kyle tun würde, wenn ich jetzt was mit Hunter anfangen würde. Das weiß er.", erklärte ich.

„Woher will er das wissen?", Jake hakte sich bei mir unter und gemeinsam liefen wir wie früher durch die Flure.

„Weil wir drüber gesprochen haben."

Kurz vor dem Klassenzimmer wurde uns der Weg versperrt. Ich spürte wie Jake bereits einen Rückzieher machte, noch bevor ich gesehen hatte wer es war.

„Du miese Schlampe!", ich zuckte einen Schritt zurück bei seiner lauten Stimme.

„Du schickst also deine Hunde um mich zu bedrohen und zu verprügeln? Das wird ein Nachspiel haben!", er kam mir hinterher. Wie eine Raubkatze schlich er auf mich zu während ich weiter zurück wich.

„Müssen wir dich etwa nochmal an die Konsequenzen erinnern?", fragte Joey kalt und trat mit Noah zwischen mich und Kyle. Hunter kam neben mich und zog mich in den Klassenraum. Ich erhaschte noch einen letzten Blick auf Kyles wüstendes Gesicht, das Grün und Blau war. Ein Blutiger Kratzer zog sich über seinen Mund der wirkte als würde er aufplatzen wenn Kyle zu viel sprechen würde.

„Wir sind noch nicht fertig miteinander Yuna. Du wirst dich nicht ewig hinter diesen Hunden verstecken können. Irgendwann erwische ich dich alleine und dann bist du dran.", ich krallte mich an Hunter, versuchte seine Worte nicht zu nah an mich ran zu lassen. Doch ich versagte und die Tränen fingen an über meine Wangen zu Rinnen.

„Alles gut Kleine. Ich bin da.", flüsterte Hunter und drückte mir immer wieder Küsse auf die Kapuze.

„Wir stehen hinter dir Yuna.", ich spürte eine Hand auf meiner Schulter und schaute auf. Isa stand vor mir mit einem Traurigen Lächeln. Der Rest der Klasse hinter ihr. Abgesehen von James und seinen zwei Freunden nickten alle.

„Du hast so oft für uns den Mund aufgemacht. Bist für uns eingestanden. Hast uns aus brenzligen Situationen gerettet, und das ausgesprochen, was wir alle gedacht haben. Das mindeste was wir jetzt tun können, ist hinter dir zu stehen.", ich löste mich von Hunter und zog Isa in meine Arme.

„Wir sind für dich da Yuna.", ich schluchzte und spürte mehr Arme um mich. Als ich meinen Kopf ein bisschen anhob merkte ich, dass ich mich gerade in der Mitte einer Gruppen Umarmung befand.

„Wie ich sehe haben Sie sich inzwischen wieder vertragen.", Mister Turner stand im Türrahmen und grinste.

„Es hat eine Weile gebraucht, aber jetzt haben wir begriffen, dass Menschen nicht immer das sind, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen.", antwortete Isa und schaute einmal in die Runde.

„Wir verstecken uns hinter Fassaden. Bauen Mauern um uns auf, um uns zu schützen.

Wir wissen nicht immer was unsere Mitmenschen in ihrer Vergangenheit erfahren haben, dass sie so werden wie wir sie kennen.

Weswegen wir jedem mit dem gleichen Maß Respekt gegenübertreten sollten, das auch wir entgegengebracht bekommen wollen.

Wir müssen keine Freunde werden.

Dennoch höflich und freundlich miteinander umgehen.

Denn am Ende des Tages, sind wir doch alle nur Menschen."

„Das haben Sie schön gesagt Isa. Jetzt setzen Sie sich bitte alle. Ich würde gerne mit meinem Unterricht beginnen."

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