„Yuna...", ich entzog ihm meinen Arm und sah ihn unter Tränen an.
„Das ist nichts wofür man sich schämen muss.", er machte einen schritt auf mich zu. Er griff wieder nach meinem Arm und strich über die Wunden. In den letzten Wochen hatte ich so oft unter der Dusche gestanden und mich geschrubbt, um das Gefühl von Kyles Händen los zu werden, dass ich meine Haut an manchem stellen blutig gekratzt hatte. Vorsichtig strich er über die stellen.
„Komm her.", er zog mich an seine Brust und umarmte mich. Geschockt, dass so eine Geste von Joey kam, konnte ich nur verkrampft da stehen.
„Seit wann umarmst du andere Menschen?"
„Ich wollte es mal ausprobieren, bevor du mir die Kalte Schulter zeigst und mich hasst."
„Ich hasse dich nicht Joey."
„Wirst du aber.", er lies mich los, drehte sich um und holte die Jungs wieder rein.
„Ich weiß alles was ich wissen muss. Auf geht es.", meinte Joey. Alex und Noah schauten kurz zu mir, dann nickten sie und drehten sich um.
„Wohin wollt ihr?", fragte ich und machte einen Schritt nach vorne. Hunter stellte sich mir in den Weg.
„Den Arsch umbringen.", meinte Alex mit ernster Miene.
„Was? Nein!", ich wollte wieder an Hunter vorbei, doch er schlang seinen Arm um meinen Bauch und hielt mich fest.
„Du wirst sie nicht aufhalten können.", flüsterte Hunter in mein Ohr.
„Alex...Bitte. Du hasst Gewalt. Tu das nicht.", er sah mich an. Schaute zu wie ich ihn verzweifelt anflehte.
„Verlang nicht von mir hier zu bleiben und ihn ziehen zu lassen. Er hat dir unaussprechliches angetan. Ich hätte viel früher zur Gewalt zurück greifen müssen.", er drehte sich zu Joey.
„Ich warte im Auto.", dann ging er.
„Noah?"
„Er hat dich gebrochen. Also breche ich jetzt ihn. Wer dich verletzt, verletzt meine Familie. Niemand verletzt meine Familie und kommt ungeschoren davon.", auch er verschwand aus der Tür.
„Du hattest Recht.", flüsterte ich und sah Joey fest in die Augen.
„Wenn ihr das durchzieht, gibt es kein zurück mehr."
„Schön, dass du eingesehen hast, dass wir das richtige tun."
„Nein. Wenn ihr das durchzieht, werde ich euch hassen. Das könnte ich euch nicht verzeihen.", Joey und ich starrten einander wieder an.
„Das werden wir wohl in Kauf nehmen müssen.", sein Blick wanderte zu Hunter.
„Geht.", meinte Hunter.
„Das ist mein verfickter Ernst Joey, wenn ihr das durchzieht, sind wir durch!", schrie ich. Joey stand bereits mit dem Rücken zu uns. Er zögerte kurz, bevor er den Schritt in den Flur machte und die Zimmertür hinter sich zu zog.
„Ich verstehe immer noch nicht, wieso du ihn so sehr beschützt.", murmelte Hunter gegen mein Ohr. Ich krallte mich an seine Arme, die immer noch meinen Bauch umarmten.
„Ich versuche nicht ihn zu beschützen. Sondern euch. Kyle ist zwar nicht immer ein schlechter Mensch gewesen, aber er konnte andere schon immer gut von sich überzeugen. Wenn die drei Kyle verprügeln, kann ich mir vorstellen, dass er eine Anzeige gegen sie ins Rollen bringt. Und er würde aus allem glimpflich raus kommen."
„Du hättest sie davon abhalten müssen.", ich entriss mich aus seinem Griff und versuchte weitere Tränen zurück zu halten. Ich hatte die Schnauze voll vom Weinen.
„Niemand hätte sie davon abbringen können.", gab er zurück. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich hatte keine Ahnung wie ich jetzt weiter machen sollte. Dass die Jungs sich jetzt in Gefahr brachten, machte mich fertig. Irgendwas musste ich doch tun können. Aber was? Nervös humpelte ich vor Hunter auf und ab und raufte mir die Haare. Was sollte ich nur tun?
„Hey...", er machte einen Schritt auf mich zu und streckte dem Arm nach mir aus. Ich zuckte zurück und hob die Hände.
„Fass mich nicht an!", Ich stieß gegen die geschlossene Tür und lies mich daran runter rutschen.
„Das ist meine Schuld.", hauchte ich und verdeckte mein Gesicht. Alles meine Schuld. Meine Schuld!
„Yuna.", ich spürte seine Hand an meiner Schulter und zuckte wieder zusammen. Hunter lies sich davon nich abbringen. Er setzte sich neben mich und zog mich zwischen seine Beine. Ich währte mich gegen seinen Klammergriff doch er hielt mich an Ort und stelle.
„Beruhige dich.", flüsterte er immer wieder in mein Ohr und hielt meine Arme fest, mit denen ich blind um mich schlug. Irgendwann beruhigte ich mich, sodass sein Griff um mich lockerer wurde. Mein Blick senkte sich auf seine Hände, die beruhigend über meine Arme strichen.Mir viel ein Kratzer auf der sich über seinen Handrücken zog und ein wenig blutete.
„Fuck.", ich löste meine Arme aus seinem Griff und nahm seine Hand.
„Halb so wild.", flüsterte Hunter. Sein Kinn lag auf meiner Schulter. Mein Magen zog sich zusammen als ich mir dessen bewusst wurde.
„Das wollte ich nicht. Es tut mir leid.", flüsterte ich. Er lehnte seinen Kopf gegen meinen und verschränkte die Finger seiner zerkratzten Hand mit meinen die diese festhielten.
„Mir ist es lieber du zerkratzt mich, als dich selbst.", sein Daumen nahm es wieder auf beruhigend über meine Haut zu fahren.
„Hast du das Verbandszeug noch hier?", fragte ich und starrte weiter diesen Kratzer an.
„Da muss kein Verband drum. So doll hast du mich nicht gekratzt.", meinte er.
„Es blutet."
„Blut trocknet und wird zu einer perfekten Schutzschicht. Lass uns einfach sitzen bleiben und tief durch atmen.", sein freier Arm legte sich wieder um meinen Bauch. Ich rutschte ein wenig tiefer bei meinem Atemzug und mein Kopf lehnte sich gegen seine Brust. Sein Kinn stützte sich auf meinen Scheitel. Der Boden war zwar nicht so gemütlich wie sein Bett, aber dennoch hätte ich stunden so mit ihm sitzen können. Als sein anderer Daumen das streichen über meine Hüfte aufnahm, zog sich mein Bauch wieder zusammen. Ich fühlte mich als würde ich gerade für eine Neue Achterbahn anstehen. Mein Herz raste wie verrückt und ich war mir so verdammt sicher, dass er es spürte.
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you wanna play with fire?
RomanceEs war ein Spiel mit dem Feuer. Gefährlich. Verlockend. Keiner der beiden kannte verlieren. Keiner wollte verlieren. Sie kannten die Regeln. Denn es gab keine. Das Ziel? Sie für sich zu gewinnen. Ihm zu zeigen, dass man nicht alles im Leben h...