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Ich schreckte hoch durch das penetrante Geräusch, dass etwas gegen mein Fenster flog. Leise rollte ich mich aus meinem Bett und schob die Vorhänge beiseite.

Unten stand ein Junge und warf Steine gegen die Scheibe.

Ich warf einen Blick zurück auf das Bett, in dem Kyle friedlich schlief.

Er hatte sich selber eingeladen über Nacht zu bleiben und hatte mich fast in die nächste Panikattacke gescheucht, als er sich ausgezogen hatte, um neben mir ins Bett zu krabbeln. Bis eben hatte ich an die Decke gestarrt und versucht mein Atem zu regulieren.

Da ich niemand erzählt hatte, was auf der Party geschehen war, hatte Dad Kyle mit offenen Armen empfangen.

Ich öffnete das Fenster und betete das Kyle nicht aufwachen würde. Ich wollte und konnte mich nicht mit ihm auseinander setzen. Warum konnte er nicht zurück nach Atlanta ziehen?

„Komm raus!", schrie er leise zu mir hoch. Hunter.

Seufzend schaute ich wieder zu Kyle.

Ich brauchte dringend abstand von ihm. Ich wollte ihn eigentlich nie wieder sehen. Doch wenn er mitbekommen würde, wie ich mit Hunter verschwand? Einen Jungen den er sowieso nicht leiden konnte?

Aber er schlief und würde es nie erfahren.

Ich schloss das Fenster, griff nach meinem Handy und schlich mich aus dem Haus.

„Bist du eigentlich komplett irre?!", flüsterte ich wütend und stieg die Veranda runter.

„Du kennst mich doch.", er zwinkerte mir zu und lief rückwärts vor mir her.

„Was machst du überhaupt hier?", wollte ich wissen und folgte ihm, denn ich wollte nicht schreien und damit riskieren jemanden zu wecken.

„Ich hole dich ab.", er reichte mir einen Helm und schaute mich auffordernd an.

„Hunter es ist halb zwölf mitten in der Nacht. Ich werde nirgendwo hingehen außer in mein Bett. Das gleiche solltest du auch machen.", erwiderte ich und drehte mich um. Hunter hielt mich auf in dem er seinen Arm von hinten um meinen Bauch schlang. Ich erstarrte.

„Wenn du nicht freiwillig mitkommst, habe ich die Erlaubnis dich zu entführen.", flüsterte er. Ich spürte wie sein Finger meine Haare weg strich. Danach über meinen Hals fuhr. Mein ganzer Körper fing an zu kribbeln. Bitte Hunter lass mich los.

„Hunter da gibt es noch etwas über das wir reden müssen.", flüsterte ich.

„Werden wir. Wenn du jetzt mitkommst. Vertrau mir einfach.", ich spürte seinen Atem an meinem Hals. Ich vertraute diesem Jungen blind, und das machte mir Angst..

„Okay.", flüsterte ich mit geschlossenen Augen. Im nächsten Moment hatte ich ein Helm auf dem Kopf und saß hinter Hunter auf dem Motorrad.

Die Straßenlaternen rasten an uns vorbei, bis keine mehr kamen.

Hunter drosselte das Tempo und fuhr auf eine unebene Straße.

Umgeben von Bäumen hielt er an und half mir von der Maschine.

„Ist jetzt der Punkt gekommen, an dem du versuchst mich umzubringen?", fragte ich mit einem leichten grinsen auf den Lippen.

„Du bist so Kindisch.", er verdrehte die Augen.

„Ich bin 18. Schwachkopf.", Hunter nahm mir den Halm aus der Hand und ging um mich rum. Er legte den Helm ins Gras.

„Genau genommen bist du seit einer Minute 19. HappyBirthday, Yuna.", ich drehte mich zu ihm um und zog ihn in eine Umarmung.

„Danke.", flüsterte ich und löste mich von ihm. Seine Arme hielten mich immer noch fest. Ich hatte meine an seiner Brust. Unsere Blicke verhakten sich.

„Ich würde dich ja jetzt Küssen... aber Freunde tun sowas nicht.", flüsterte er. Die Spannung zwischen uns war greifbar. Ich atmete schneller und löste mich schnell von ihm.

„Wo wir schon beim Thema sind...", fing ich an doch wurde unterbrochen.

„Später. Ich hab noch eine Überraschung für dich.", Hunter hielt eine Augenbinde hoch.

„Vertraust du mir?", er drehte mich um und wartete darauf dass ich ihm antwortete.

„Ich befürchte dass ich diese Aussage noch bereuen werde, aber ja.", seufzte ich. Ich spürte sein Grinsen praktisch in meinem Nacken und sofort stellten sich meine Härchen auf.

Hunter Verband mir die Augen. Ich hörte wie er um mich herum ging.

Er nahm meine Hände in seine und zog mich langsam Vorwärts. Ich wollte die Berührung mögen, doch irgendwas hinderte mich daran. Was komisch war, immerhin hatte ich ihn eben auch Umarmen können.

„Ich schwöre bei Gott, dass ich dich umbringen werde, sollte ich irgendwo gegen laufen.", zischte ich und duckte mich. Keine Ahnung ob da was gewesen ist, doch es fühlte sich so an.

„Entspann dich Yuna.", ich spürte seinen Atem an meinem Gesicht so dicht war er mir.

„Bereit?", plötzlich war er wieder hinter mir. Wir waren stehen geblieben.

„Sicher dass du mich nicht hergebracht hast um mich umzubringen?", wollte ich wissen. Ich hörte ihn lachen. Langsam nahm er mir die Augenbinde ab.

„Überraschung!", ich zuckte zusammen. Um mich herum waren Lichter und Menschen. So viele Menschen. Ich fasste mir an die Brust und starrte sie alle an, als wären sie Geister.

„Happy Birthday!", Jake und Isa traten einen Schritt vor und zogen mich in eine feste Umarmung. Ich versuchte stark nicht in Panik zu geraten, als ich Joey in der Menge entdeckte. Er lehnte an einem Baum und bedeutete mir tief durch zu atmen. Ich machte nach was er vormachte und löste mich mit einem aufgesetzten lächeln von meinen Freunden.

„Danke.", meinte ich und schaute mich um. Wir waren auf einer Lichtung am See. Überall hingen Lampen und auf dem See schwammen ein paar Lichter. Es war wunderschön.

„Entschuldigt mich bitte.", meinte ich und versuchte mich zwischen den anderen durchzuquetschen, ohne jemanden zu berühren.

„Hey.", hauchte ich, nachdem ich es endlich geschafft hatte und lehnte mich neben Joey an den Baum.

„Happy Birthday.", meinte er und reichte mir seinen Becher. Ich schaute argwöhnisch hinein und lehnte dann ab. Ich wollte lieber nüchtern bleiben, um mich währen zu können.

„Ich hab ein Geschenk für dich.", meinte er nach dem wir eine Weile geschwiegen hatten. Überrascht schaute ich zu ihm und fing an zu grinsen. Er verdrehte die Augen und reichte mir einen kleinen Zettel.

„Ich schwöre, wenn da eine Stichelei drauf steht, dann trete ich dir gehörig in den Arsch.", murmelte ich. Er verdrehte wieder die Augen und setzte seinen Becher an die Lippen. Ich schaute ihn nochmal argwöhnisch an bevor ich mir den Zettel durchlas.

„Ich halt dir den Rücken frei, Zwerg. Für immer. Ich stehe hinter dir, und solltest du vor mir sterben, folge ich dir auch in die Hölle."

„Sag nicht du heulst jetzt.", schniefend wischte ich mir über die Augen und schüttelte den Kopf.

„Du hast keine Ahnung wie viel mir das bedeutet.", meinte ich gerührt und schlang meine Arme um ihn, bevor er sich davor drücken konnte. Zu meiner Überraschung umarmte er mich zurück.

„Hunter hat von Anfang an irgendwas in dir gesehen. Und so langsam sehe ich es auch. Also, wenn du in Schwierigkeiten steckst, kannst du mich anrufen und ich hole dich da raus."

„Du und Hunter seid ziemlich eng oder?", fragte ich und starrte in Hunters Richtung, der gerade mit Noah und Isa zusammen stand und Bierpong spielte.

„Ohne ihn, wäre ich heute nicht hier.", antwortete er ebenfalls zu seinem besten Freund starren.

„Das ist etwas, dass du mir irgendwann genauer erzählen musst.", meinte ich.

„Mach ich. Und jetzt verpiss dich und genieß deine Party.", er scheuchte mich weg, ohne mich anzufassen und dafür war ich ihm dankbar.

 you wanna play with fire?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt