ARLA
Mein Atem geht stoßweise, als ich zurück in den überfüllten Hörsaal komme. Lua knutscht wild mit Gil. Mercúrio lehnt lachend neben Amilcar. Er sieht in dem Moment auf, in dem die Tür hinter mir zuknallt. Prüfend mustert er mich, das Lachen ist längst verschwunden. Amilcar folgt seinem Blick. Bei ihm entsteht ebenso ein forschender Gesichtsausdruck. Hastig strecke ich den Rücken durch und schenke ihnen ein breites Lächeln. Natürlich kauft Mercú mir das Schauspiel nicht ab. Kopfschüttelnd stellt er die Bierflasche ab und quetscht sich durch die Menge.
Ein weiteres Mal geht hinter mir die Tür auf. Mercúrio verzieht das Gesicht, somit weiß ich sofort, wer hinter mir hereinkommt. Prüfend werfe ich einen Blick über die Schulter. Hurricane schenkt mir ein schmales Lächeln. Kommentarlos schiebt er sich an mir vorbei und geht die Stufen nach unten. Die Musik dröhnt in meinen Ohren. Die Kleidung, die durch das Schwarzlicht flackert, brennt in meinen Augen. »Was hat der Arsch gemacht?«, fragt Mercúrio und greift nach meinem Oberarm. Sanft drückt er meine Haut, allerdings entziehe ich ihm meinen Arm.
»Nichts. Du musst dir keine Sorgen machen.« Meine Antwort scheint ihn nicht zufriedenzustellen, doch das ist mir gleichgültig. Unsanft schiebe ich ihn beiseite und steuere Lua an. Sie hat die Hände in Gils Haaren vergraben und im ganzen Gesicht leuchtende Farbe. Auch, wenn sie vielleicht zehn Minuten wütend auf mich sein wird, ist der Ärger vergessen, sobald sie morgen wieder nüchtern ist.
»Lua«, rufe ich und drücke Gil beiseite.
»Hey«, protestiert er, doch ich sehe ihn nur warnend an. Plutão steht unweit hinter ihm und sieht mich fragend an. Ihn ignoriere ich ebenso.
»Freundinnen-Notfall«, murmle ich Lua zu. Nickend wischt sie sich mit zwei Fingern über die Lippen, bevor sie nach meiner Hand greift und mich mit sich zieht. Wir gelangen in den Außenbereich, wo es deutlich ruhiger ist. Forschend mustert sie mich.
»Was ist los?«, fragt sie sofort.
»Ich habe ihn nackt gesehen, Lua«, keuche ich. Der Schock sitzt immer noch tief, sodass ich eine Hand auf meine Brust lege und kurz die Augen schließe. Niemals hätte ich angenommen, dass er tatsächlich entblößt vor mir stehen würde, wenn ich die Tür zur Umkleidekabine öffne. Ein nackter Oberkörper, ja, damit habe ich gerechnet. Aber nicht damit, dass er sich mit einem Handtuch den Oberschenkel abtrocknet und ansonsten völlig nackt ist.
»Weiß ich doch schon. Immerhin hattet ihr Sex«, sagt sie verdattert und runzelt die Stirn. Blinzelnd brauche ich einige Sekunden, ehe mir ein Licht aufgeht.
»Mensch, Lu! Doch nicht Plutão!«, zische ich verärgert. »Sondern Hurricane.« Meine Information braucht genau drei Sekunden, um vollständig in ihr Hirn zu sickern. Anschließend kommt ein lautes Quietschen über ihre Lippen, von dem ich nicht weiß, ob es positiver oder negativer Natur ist.
»Oh mein Gott!«, kreischt sie. Meine beste Freundin umklammert meine Unterarme und beginnt wie ein Flummi vor mir herumzuspringen. »Was ist passiert? Habt ihr es auf der Toilette getrieben oder in einem der Hörsäle? Arla, du Luder.« Sie lacht, kichert und schlägt mir freudig auf den Oberarm. Ihre Augen funkeln begeistert. »Ich wusste doch, dass die ganze Spannung zwischen euch sich entladen wird, wenn ihr einseht, dass es sexuelle Spannung ist«, trällert sie. Tanzend dreht sie einen Kreis um mich, schwingt die Arme durch die Luft. Ich verdrehe die Augen.
»Hör auf mit dem Quatsch, Lua!«, rufe ich sie zur Ordnung und packe mir ihr Handgelenk. »Wir hatten keinen Sex oder sonst was. Dazu wird es niemals kommen. Außerdem herrscht zwischen uns überhaupt keine sexuelle Spannung.« Verärgert schnaube ich und schiebt meine Haarsträhnen hinter die Ohren.
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HATE ME HARDER
CintaCOLLEGE-ROMANCE Als die Biologiestudentin Arla Oliveira in einer wilden Partynacht von ihrem Knutschpartner plötzlich mit seinem Drink überschüttet wird, hätte sie mit allem gerechnet. Nur nicht damit, dass ausgerechnet der Uni-Schwarm und Womanize...
