ARLA
Als ich in die Wohnung komme, sitzt Lua am Küchentresen. Sie starrt auf ihr Handy. Von meiner Position kann ich nicht erkennen, was sie sich anschaut, aber als ich näherkomme, entdecke ich zig Nachrichten auf ihrem Bildschirm. Über jeder Nachricht flimmert der Name von Gil.
»Hey«, begrüße ich sie. Ganz leicht zuckt sie zusammen und sperrt eilig den Bildschirm. Das Handy landet umgedreht auf der Holzarbeitsplatte.
»Hey«, erwidert sie. Tatsächlich kann Lua sich zu einem Lächeln durchringen. »Wie war's in der Uni?« Die Augen meiner besten Freundin blitzen hoffnungsvoll auf, obwohl die tiefen Ringe darunter ihnen die Strahlkraft rauben.
»Ganz gut. Ich habe mit Gil gesprochen«, gestehe ich. Ich hasse es, Geheimnisse vor ihr zu haben, abgesehen davon hat mich Gil darum gebeten und eine leise Stimme sagt mir, ich sollte ihm diese Bitte nicht verwehren. »Er hat mich gebeten, dir zu sagen, dass du dich bei ihm melden sollst. Er macht sich Sorgen, Lua«, füge ich hinzu. Nebenbei lege ich meine Tasche auf einem der Barhocker ab. Meine beste Freundin schnaubt missbilligend.
»Natürlich hat er das«, murrt sie.
»Was ist passiert, Lua?«, frage ich geradeheraus. Über das gesamte Wochenende habe ich mir diese Frage verboten, aber jetzt will ich ihre Version der Geschichte hören.
»Er ist ein Idiot. Das ist passiert«, gibt sie kühl zurück. »Wollen wir Essen bestellen? Ich habe einen Bärenhunger.«
»Hör auf, Lua!«, schimpfe ich. »Sag mir jetzt gefälligst, was zwischen euch vorgefallen ist.« Sie blinzelt überrascht, bevor sie die Schultern strafft und ihre frisch gewaschenen Haare über die Schulter wirft. Immerhin hat sie es unter die Dusche geschafft. Und auch, wenn sie mit Make-up ihre Traurigkeit verstecken will, sehe ich jede Spur der Tränen noch allzu deutlich.
»Ich bin sicher, er hat dir bereits alles berichtet, oder? Immerhin würdest du sonst nicht für ihn Partei ergreifen«, zickt sie. Ihre Augen verengen sich zu wütenden Schlitzen und nun gilt ihre Verärgerung mir und nicht Gil.
»Ich ergreife für niemanden Partei, sondern möchte wissen, – von meiner besten Freundin – wieso ein Kerl, wie Gil es schafft, dich dermaßen aufzuwühlen, dass du ein ganzes Wochenende heulend auf der Couch verbringst«, zische ich ebenso verärgert. »Das Verhalten sieht dir nicht ähnlich, also sag mir endlich, was passiert ist.«
»So wie du mir erzählen wirst, dass du mit Hurricane geknutscht hast, hm? Wage es nicht, mir Geheimhaltung vorzuwerfen, wenn du selbst keinen Deut besser bist, Arla«, feuert sie zurück. Genau dieses Verhalten ist typisch für meine beste Freundin. Sie dreht den Spieß um, damit sie sich nicht ihrem Schmerz stellen muss.
»Oh wow.« Ein kaltes Lachen rollt über meine Lippen. »Alles klar. Ja, ich hatte ein Date mit Hurricane. Davon hätte ich dir auch schon letzte Woche erzählt, wenn wir miteinander gesprochen hätten. Offensichtlich muss ich es nicht einmal erzählen, weil der Buschfunk wunderbar funktioniert. Ich halte es auch nicht geheim, Lua, sondern wollte dich einfach nicht damit nerven, weil es dir schlecht ging.« Verblüfft sieht sie mich an.
»Merda.« Ein ungläubiges Keuchen, dann ein glockenhelles Lachen. »Du stehst auf ihn«, stellt sie amüsiert fest.
»Não«, grunze ich verärgert.
»Natürlich! Du wirst sogar rot.« Jetzt schüttelt sie den Kopf und hebt provokativ eine Augenbraue. »Wenn du mir jetzt auch noch erzählst, dass ihr Sex hattet, organisiere ich eine Parade für euch«, kichert sie.
»Hör auf mit dem Scheiß, Lua. Wir hatten keinen Sex. Und Hurricane ist jetzt auch überhaupt nicht das Thema.« Meine beste Freundin verzieht das Gesicht und greift nach einer Flasche Limonade. »Was ist zwischen Gil und dir passiert?«
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HATE ME HARDER
RomantizmCOLLEGE-ROMANCE Als die Biologiestudentin Arla Oliveira in einer wilden Partynacht von ihrem Knutschpartner plötzlich mit seinem Drink überschüttet wird, hätte sie mit allem gerechnet. Nur nicht damit, dass ausgerechnet der Uni-Schwarm und Womanize...
