Mein Wecker ertönte. Leider war mein Versuch in auszuschalten nicht ganz so glorreich, denn als ich danach zu greifen versuchte fiel ich aus dem Bett. AU!!! Ich hatte noch bis halb vier Uhr morgens an meinem Referat gearbeitet. Deas heißt ich hatte eineinhalb Stunden Schlaf-allerdings war das ja auch nichts neues.
Ich machte meine Musik an und stieg unter die Dusche. Dann machte ich mich fertig und trank zwei Tassen Kaffee. Ich musste wie immer zum Bus laufen. Es ist fast Sommer und eigentlich würde ich ja mit dem Moped in die Schule rasen, aber jemand mit so wenig Schlaf ,wie ich ihn zur Zeit habe, ist eine Gefahr für die Öffentlichkeit.
Im Bus trinke ich meinen dritten Kaffee (den ich mir eingepackt hatte) und wurde langsam ein bisschen wach. Als ich in der Schule ankam wurde ich von meinen Schulkollegen freundlich begrüßt- zumindest von denen die überhaupt bemerkten, dass ich die Klasse betreten hatte. Ich ging zu den Mädchen und stellte mich zwischen sie. Nicht dass ich zu ihnen dazu gehören würde, aber ich komme mit allen wirklich gut klar und jede von ihnen hat mir schon ein Geheimnis verraten, dass ich nicht weitersagen durfte.
Ja klar, als hätte ich die Kraft irgentetwas zu sagen.
Nach ein paar Sekunden drückt Laura mich an sich. "Können wir kurz reden? Ich will dir etwas erzählen." Ich nickte stumm und folgte ihr aus dem Klassenzimmer hinaus. Wir gingen in den Hof unserer Schule. Hier war fast nie jemand. "Ok, was ist bei dir und Stephen?", auf diese Frage war sie nicht gefasst "Wie kommst du auf Stephen?" "Jedes Mal wenn es ein Problem zwischen dir und ihm ist hast du diesen Gesichtsausdruck. Irgendwie verliebt, ein bisschen verletzt und ein Hauch genervtheit, also was hat der Sturschädel jetzt schon wieder gemacht?" Laura erzählte mir, dass sie ihren Freund, Stephen, mit einem ominösen Mädchen Händchen haltend gesehen hatte. "Du weißt er hat eine Schwester, Laura. Wahrscheinlich war das sie. Du kennst sie nicht und ich sie auch nicht, aber wir kennen Stephen, er ist vielleicht ein kompletter Volltrottel, aber er liebt dich, glaub mir einfach, Laura. Nichteinmal er wäre so dumm!" Ich packte sie bei den Schultern und sah ihr tief in die Augen "Red' doch einfach einmal mit ihm, er kann dir das sicherlich erklären!" Sie sah mich dankbar an.
Ich weiß nicht wieso, aber alle sind immer so dankbar und gerührt wenn ich mir ihnen rede, dabei versuche ich einfach nur die Wahrheit zu sagen.
"Und bei dir alles ok, Jenny?" Sie sah mich schüchtern an. Wir redeten immer viel über sie und kaum über mich, aber das störte mich auch nicht besonders. Ich freute mich wenn ich ihr helfen konnte. "Natürlich, was denkst du denn?" Ich strahlte sie an und hakte mich bei ihr unter, so gingen wir gemeinsam zum Unterricht. Englisch,Geographie,Zeichnen(Doppelstunde), Französisch und Religion.
In Geo gab ich die ganze Zeit Zettelchen weiter, die jemand jemand anderen geschrieben hatte. "Michael, wo findet man die meisten Vulkane?"Unsere Professorin hatte es offenbar bemerkt. Ups. Ich versuchte ihm zusagen, dass die meisten Vulkane an den Küsten des Pazifiks zufinden sind, aber Michael verstand mich offensichtlich nicht. "Ich weiß es nicht." "Und warum schreibst du dann Briefchen in meinem Unterricht, Michael? Ich habe es so satt. Du störst immer meinen Unterricht und ich-" "Es war nicht seine Schuld, Professor!" Ich war aufgesprungen. Michael hatte schon zwei Verwarnungen, beim Dritten würde er hinausfliegen. Ich weiß, dass er selbst Schuld ist, aber ich kann nicht einfach zusehen wie man ihn von der Schule wirft. Michael ist ein anständiger Kerl, auch jetzt konnte er nichts für die Nachrichten die er bekam,denn eigentlich ist es Patrick's Schuld. Er hatte angefangen.
Meine Geographie Lehrein sah mich verblüfft an " Ok, Jenny, wessen Schuld war es denn dann?" Wie gerne ich es auch täte, ich würde auch Patrick nicht verpfeifen. Auch er hatte zwei Verwarnungen. Ich atmete tief kurz. "Ich war es. Ich habe Michael die Liebesbriefchen geschrieben. Darf ich sie bitte zurück haben? Ich will eigentlich nicht, dass sie jemand außer Michael sieht..." Ich seufzte seinen Namen. Ich war mittlerweile richtig gut darin Ausreden zu erfinden, zu lügen und das ganze gut rüber zu bringen.
Peinlich berührt sah ich meine Geolehrerin an und sie drückte mir die Zettel tatsächlich wieder in die Hand. Ich ließ mich wieder auf meinen Stuhl plumsen und der Unterricht setzte fort, allerdings ohne Zettelchen. Als es zur Pause läutete kamen Michael und Patrick auf mich zu gestürmt. Sie umarmten mich beide fest. Verdammt, wieso sind die alle immer so dankbar?! Ist doch selbstverständlich, dass ich das für siemache!
"Dankedankedankedankedankedankedanke!!!!!" Michael gab mir einen Kuss auf die Wange und ich begann zu lachen "Schon gut!! Ist ja nicht so, als hätte ich euch gerade das Leben gerettet!" "Doch, eigentlich schon. Meine Mutter hätte mich umgebracht, wenn ich schon wieder von einer Schule geflogen wäre!" Michael stimmte Patrick wild nickend zu. Noch bevor ich etwas erwidern konnte, klingelte die Schulglocke.
Ich packte also meine Sachen zusammen und ging die zwei Stockwerke weiter hinauf zum Zeichensaal.Der restliche Tag verstrich wie im Flug und eh ich mich versah, stand ich auch schon in unserer Garderobe und zog meine Turnschuhe aus.
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Lead Me Out Of The Dark
Teen FictionDies ist die Geschichte von Jenny, einem sechzehnjährigen Mädchen. Sie hat zwei Jobs, um ihre Mutter finanziell zu unterstützen während diese mit Jennys Vater mitten in einem Scheidungskrieg steckt. Ihr Leben verbrachte sie stehts nur damit zu arbei...