Kraftlos lehnte ich mich gegen den großen alten Baum und rutschte an ihm herunter. Die Schmerzen waren, nach wie vor, unerträglich. Würde es nach den Schmerzen gehen, könnte ich kaum laufen, doch das wollte ich nicht. Ich schloss meine Augen, überstreckte meinen Kopf und versuchte mich für einen Moment von meinem geschundenen Körper los zu lösen. Irgendwo zwitscherten einige Vögel, unterhielten sich wahrscheinlich darüber, wie man am besten ein Nest baute. Ob sie sich wie wir Menschen Gedanken über so was wieSicherheitsvorkehrungen machten? Bei diesem Idiotischen Gedanken musste ich kurz mal Grinsen.
>Bescheuert die Frau.<, überall um mich herum raschelten die Blätter, die vom Wind hin und her geschubst wurden. Egal ob sie schon am Bodenlagen oder noch an den dürren Ästen hingen. Ich wusste, würde ich jetzt die Augen öffnen würde ich einige Blätter sehen können, wie sie von den Ästen weggezerrt wurden und dann wie Balletttänzer Richtung Boden schwebten und tanzten. Dafür liebte ich den Herbst. Seinen Wind mit der Luft, die den Winter ankündigte. Mit den Blättern so bunt, dass die Depressionen, die einen normalerweise überfallen würden doch noch mal in die Schublade im Kopf zurückgelegt wurden und seiner teilweise sehr schlichten Schönheit. Wie faszinierend die Rinde eines Baumes sein konnte. Wie viele verschiedene Pilze es gab. Herbst...eine schöne Jahreszeit.
Langsam kehrte ich mit meinen Gedanken in meinen Körper zurück und atmete tief ein, als ich zufrieden bemerkte, dass die Schmerzen wieder nachgelassen hatten. Langsam öffnete ich die Augen...
...und zuckte erschrocken zurück. Mein Puls beschleunigte auf das dreifache und das Pochen hallte in meinem Kopf wieder.
"Oh Gott....was in drei Herrgotts Namen denkst du tust du gerade? Ich wäre grade fast gestorben!", schnauzte ich Ronan an, der im Schneidersitz vor mir auf dem Waldboden saß. Den Ellenbogen auf sein Bein gestützt, den Kopf auf der Handfläche abgelegt schaute er mich gelangweilt aus seinen braunen Augen an.
Ohne auf meine Frage einzugehen stellte er fachmännisch fest:" Du hast immer noch Schmerzen...Du musst nicht immer das starke Mädchen spielen..."
>Na toll. Da sind wir wider beim Thema.< Genervt rollte ich mit denAugen. Warum hackten den alle darauf herum, dass ich mich geweigert hatte einen Arzt aufzusuchen? Klar, an dem Abend vor drei Tagen hätten sie den Arzt rufen können, aber ich bitte euch, ich hatte doch NUR meine Tage. Mal von den Schmerzen abgesehen, die echt seit langem nicht mehr so heftig gewesen waren wie dieses Mal, wusste ich doch genau, was ich hatte, also WARUM? Warum sollte ich einen Arztkonsultieren, wenn ich doch wusste was ich hatte und das es für das nächste viertel Jahrhundert keine Heilung davon gab. Wo ist da bitte der Sinn?
Ungelenk versuchte ich aufzustehen, doch in Anbetracht der Glieder und Rückenschmerzen die dieser Weiberkram mit sich brachte fiel auch das mir sehr schwer. Ronan schien das zu bemerken, denn er erhob sich sofort und packte mich an der Hand, er wusste inzwischen, dass ich sonst keine Hilfe annahm, und zog mich ungefragt hoch.
"Danke!", bedankte ich mich und klopfte die Blätter von mir. Ich spürte wie er jede meiner Bewegungen unter die Lupe nahm, sagte aber nichts, sondern klopfte mich noch etwas länger ab. Meine Taktik ging natürlich nicht auf. Er ist Bodyguard und kennt Vermeidungstaktiken nur zu genau.
"Er sorgt sich um dich..."
"Habe ich noch irgendwo Blätter an mir hängen?", ignoriere ich ihn.
"Erhat mich geschickt um nach dir zu schauen."
"Oh, guck, ich habe eins gefunden!", zupfte ich triumphierend ein Blatt vom meinem Hinterteil.
"Jj..."
"Ah, noch eins..."
"JJ...", sagte er mit mehr Nachdruck, aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht manchmal den Hang zu Übertreibungen, denn ich eindeutig von beiden Elternteilen geerbt hatte, raushängen lassen würde. Deswegen ging ich zu ihm hin und zupfte ihm ebenfalls ein Blatt von derJacke:"N-O-C-H-E-I-N-S!"
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Schnapschuss = Liebe
Romansa*Achtung enthält sexuelle Handlungen und Szenen der Gewalt!* "Möchtest du uns denn keine Gesellschaft leisten?" "Macht es dir denn nichts aus?", fragte ich etwas außer Atem. Ihr Anblick mit Isaac im Arm, umhüllt von der Decke war einfach zu atember...
