Kapitel 17
Simon war wahrscheinlich zuerst ziemlich überrumpelt von mir, doch schnell fängt er sich wieder und erwiedert meinen Kuss etwas zurückhaltend. Ein leichtes kribbeln spüre ich im Bereich meines Bauches und das wars dann auch schon. Simon legt seine eine Hand auf meine Wange und streicht darüber, während die andere auf meiner Taille ruht. Unser Kuss wird leidenschaftlicher und wilder und je länger er anhält, desto falscher fühlt er sich an. Was tue ich hier nur? Seine Zunge streicht über meine Lippe und ich öffne langsam meinen Mund. "Alaska?!"
Sofort beende ich den Kuss und bringe Abstand zwischen Simon und mich. Ich sehe zur Türe, wo mich drei wohlbekannte Augenpaare schockiert betrachten. "Was soll das? Haut ab. Seht ihr nicht das wir beschäftigt sind?", höre ich Simon wie aus weiter Ferne. "Hau selbst ab du Lappen, oder willst du eine in die Fresse?", meint Josh und heftet seinen Blick von mir auf Simon, während er ihn angewidert betrachtet. Das ist zu viel für mich. Ich stehe schnell auf und quetsche mich an den dreien vorbei ehe sie mich aufhalten können bin ich an der frischen Luft und versuche nicht umzukippen.
Ich stütze mich an der kalten Steinwand ab und lehne meinen Kopf dagegen. Jemand berührt mich sanft an der Schulter. Ich schrecke zurück und falle über meine eigenen Füße auf den Boden und bleibe liegen. Warum hat Chris mich nur gestern morgen aufgehalten? Ich könnte erlöst sein. Wütend schlage ich mit der Faust auf die Erde.
"Es tut mir leid, ich wollte dir keinen Schrecken einjagen", ertönt Joshs Stimme leise über mir.
"Ich hab dir doch gesagt, dass sie zeit für sich braucht." Chris. Er hört sich sauer an. "Sollte sie hier etwa allein, nachts durch eine fremde Stadt laufen?" Josh. "Also bitte, du bist nicht ihr Beschützer! Sie kann auf sich selbst aufpassen." Chris. "Ach jetzt kommt schon darum geht es hier doch gar nicht. Ihr wollt sie beide für euch allein und mit ihr genau das machen was dieser ekelhafte Typ gerade mit ihr gemacht hat." Nick. Stimmt das etwa? "Und du nicht oder wie?" Josh. "Nein, ich nicht. Ich mein ich hab sie ins Herz geschlossen, aber für mich ist sie wie eine Schwester." Schweigen. Ich liege immernoch mit dem Kopf im Dreck. Langsam rappel ich mich auf und sehe die Jungs an. Tränen bahnen sich den Weg aus meinem Auge zu meinem Kinn. Josh bemerkt es zuerst und kommt langsam auf mich zu um mich wahrscheinlich in den Arm zu nehmen, doch ich ziehe scharf Luft ein und weiche zurück. Er sieht mir unverwandt in die Augen und ich hätte lieber wegsehen sollen, den dieser unendliche Ausdruck von Traurigkeit, Enttäuschung und Ablehnung in seinen Augen verstört mich zutiefst, sodass mir nur noch mehr Tränen aus den Augen kommen. Er dreht sich um und kickt einen Mülleimer in der nähe um und verschwindet in der Nacht. Ich wollte doch nie das sowas passiert.
Ich sehe ihm nach bis mich Chris' Stimme aus meinen Gedanken reißt. "Ska, komm schon. Er wird darüber hinweg kommen. Ich ebenso. Ich meine ich weiß nicht, was du durchgemacht hast und es ist okey. Wir sollten unsere Gefühle für uns behalten und für dich da sein. Wir sollten akzeptieren das du lieber mit wildfremden in die Kiste steigst, als mit einem von uns. Eigentlich ist das ja sogar nett, den solang wir davin nichts mitbekommen können wir ja immernoch heimlich für dich schwärmen. Nicht wahr?"
Ich rappel mich auf und gebe ihm eine Ohrfeige. Ich hatte nie vor mehr mit Simon zu machen. Hoffe ich jedenfalls.
Die Ohrfeige tut ihm wahrscheinlich alles andere als weh, den ich habe wirklich keine Kraft mehr und halte mich im nächsten Moment an seinen breiten Schultern fest um nicht umzukippen. Sofort legt er seine Arme um mich.
Neben uns räuspert sich jemand. "Ich ehm.. lasse euch dann mal allein."
Nick geht wieder in die Fabrik hinein und nun bin ich mit Chris allein. Mein Bauch fängt an zu kribbeln bei dem Gedanken, mehr als bei dem Kuss mit Simon. Meine Knie geben nach und ich drohe schon wieder auf den Boden zu fallen, doch Chris regaiert sofort und legt einen Arm um meine Schulter und den anderen unter meine Knie und hebt mich hoch. Ich lehne meinen Kopf an seine Brust und enspanne mich langsam, während ich dem Schlagen seines Herzens zuhöre.
"Was tust du nur mit mir?", flüstert er mir zu. Er setzt sich in Bewegung. Ich achte nicht darauf wo wir hin laufen sondern einfach nur auf seinen Herzschlag. Die Tränen laufen mir einfach unaufhaltsam das Gesicht hinunter.
Irgendwann lässt er mich sanft zu Boden gleiten, hat aber immernoch einen Arm um mich um mich zu stützen. Mit der anderen macht er die Schiebetür des VW auf. Er hilft mir beim einsteigen, steigt selbst hinein und schließt die Tür von innen wieder. Wir setzen uns auf das Sofa und er wischt mir sanft die Tränen mit dem Daumen weg. Seinen anderen Arm hat er um mein Schulter gelegt.
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Glück.
Teen FictionDie junge Alaska hat ein Trauma erlitten und wird auf ein Internat für seelisch gestörte Jugendliche geschickt, wo sie die drei Jungs Chris, Nick und Josh kennenlernt. Die Jungs nehmen sie sofort in ihre Mitte auf und das obwohl Alaska kein Wort red...
