Kapitel 16

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Kapitel 16

Wir schleichen durch das Dorf und kommen endlich bei dem alten VW Bus an. Wir ziehen die Plane leise herunter und Nick geht sofort mit einer Taschenlampe zur Vordertür und macht sich daran den Motor zu starten.

Wir anderen gehen in den hinteren Bereich und schmeißen unsere Koffer hinein. Anschließend lege ich mich auf das Sofa und gähne ausgiebig. Chris lächelt mich kurz an und springt dann auf mich. "Häufchen!" Und schon liegt auch noch Josh auf mir. Ich tue so als würde ich keine Luft mehr bekommen, die Jungs gehen schnell von mir runter und sehen mich überbesorgt an. Was ich urkomisch finde und sofort anfange zu lachen. Der Motor geht an und die drei Freunde jubeln begeistert während sich das Auto langsam, scheppernd auf die Straße zubewegt.

"Also, wo wollen wir hin?", fragt Nick von vorne. "Erstmal weg von hier", antwortet Josh und krabbelt nach vorne um sich auf den Beifahrersitz zu setzen.

Eine Stunde ist vergangen und wir kommen endlich wieder in die Zivilisation. Vor uns tauchen die ersten Lichter einer Stadt auf und wir beschließen das Auto erstmal außerhalb zu parken und dann zu sehen ob wir noch irgendwo feiern gehen können.

Gesagt getan. Wir schlendern durch die Fußgängerzone. Kaum jemand ist unterwegs, nur ab und zu hört man das brummen eines Autos. Plötzlich höre ich leise Musik und laufe sofort in die Richtung. Die Jungs bemerken zuerst meinen plötzlichen Richtungswechsel nicht, doch holen schnell wieder zu mir auf.

Mit jedem Schritt wird die Musik lauter. Endlich sind wir da. Es ist ein altes Fabrikgebäude und ich gehe ohne zu zögern darauf zu. Ein paar Menschen stehen davor. Es riecht nach Alkohol und Verwesung. Die Leute bemerken uns kaum, ich sehe eine massive schwarze, offene Türe und gehe hinein. Die anderen folgen.

Die Musik dröhnt von den Wänden wider während ich mich immer weiter hinein begebe.

Dann endlich finde ich die Menschenmenge. Geschätzt sind es fünfzig Menschen, die entweder auf der kleinen Tanzfläche tanzen, auf Sofas rummachen oder an der Bar sich betrinken.

Ich lächle zufrieden und sehe die Jungs an. Ich frage mich was das hier wohl ist, den eine Disko ist es nicht wirklich. Aber wenn ich ehrlich bin interessiert es mich doch nicht. Chris grinst mich breit an, wobei seine perfekten Zähne zum Vorschein kommen. Er nimmt meine Hand und zieht mich auf die Tanzfläche. Wir tanzen eng beieinander. Doch ganz gesund bin ich nicht, den schnell wird mir übel und ich gehe schnell wieder Richtung Eingang. Chris will mir hinterher, doch er wird plötzlich von einer Tussi angetanzt und vergisst mich anscheinend schonwieder. Irgendwie versetzt mir das einen Stich, jedoch verstehe ich nicht wieso.

An einer Wand angekommen lehne ich mich erschöpft dagegen.

Warmer Atem kitzelt mein Ohr und ich ziehe scharf Luft ein. "Hier trink!" Ich sehe zu der Person, die mir diese Worte eben zugeflüstert hat.

Blaue Augen, dunkelbraune, verstrubbelte Haare, ein charmantes Lächeln auf den Lippen, weiche Gesichtszüge. 'Heiß', denke ich und bin froh das ich höchstwahrscheinlich schon rot im Gesicht bin. Ich bemerke den roten Becher den er mir hinhält und schüttel meinen Kopf. Sein Lächeln wird ein wenig breiter, wobei sich Grübchen in seinen Backen bilden. "Keine angst, das ist nur Bier. Hier ich trinks sogar selbst." Er hebt den Becher an seinen Mund und ich sehe wie sein Adamsapfel hoch und runter geht. Drei Schlücke zähle ich, bis er den Becher wieder runter nimmt und erneut mir hinhält. Diesmal nehme ich ihn an und nehme einen großen Schluck daraus.

Sein Lächeln wird noch breiter und ich kann einfach nichts tun als einfach zurück zu lächeln. Et beugt sich wieder zu meinem Ohr. "Ich bin Simon." Ich blicke mich nach einem meiner Begleiter um, doch kann keinen sehen. Ich nehme mir einen Entschluss: ich sehe diesen Jungen nie wieder und er ist süß und es hat so gut getan Chris anzuschreien, also werde ich dieses eine mal eine Ausnahme machen. Ich gehe ganz dicht an sein Ohr und flüstere so leise es geht: "Alaska."

Er hat es wohl verstanden und nickt zufrieden. "Hammer Name." Ich lache auf. "Warte kurz hier." Und schon verschwindet er durch die Menge. Was hat er vor?

Ein paar Minuten später habe ich den Becher ausgetrunken und warte immer ungeduldiger auf ihn.

Wie aus heiterem Himmel steht er vor mir, mit einem Sixpack in der Hand. Wobei ich wetten würde, das ss nicht sein einzigstes ist. Ich senke beschämt meinen Kopf und schiebe die Schuld für solche Gedanken auf den Alkohol. Er nimmt mich sanft, mit seiner rauen Hand, an der Hand und zieht mich aus der großen Halle in den Eingangsbereich. Kurz bevor es nach draußen geht biegt er links ab und wir landen in einem alten Büro oder so. Wir setzten uns auf den Boden und er lässt meine Hand los. Seit wann nochmal lasse ich mich.so schnell von einem völlig Fremden anfassen und noch dazu in einen leeren Raum führen? Wieder schiebe ich es auf den Alkohol.

Wir trinken zusammen das Bier und reden ein bisschen über belanglose Dinge. Plötzlich ist seine Hand auf meinem Oberschenkel und mein Herzschlag beschleunigt sich. Seine Hand wandert höher und ich atme heftig ein und aus. Ah! Jetzt kommt der Nervenzusammenbruch. Er bemerkt mein Unwohlsein und nimmt seine Hand weg. Betrübt schaue ich auf den Boden, versuche die Tränen wegzublinzeln und meine Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen. "E-es tut mir leid. Ehrlich. Ich wollte doch nicht.. ich meine ich gehe sonst nicht so schnell... Aber du bist so süß und wunderschön und ich dachte wenn ich dich nie wiedersehe werde ich es bereuen nicht gehandelt zu haben.." Er redet noch weiter, doch ich höre es nicht den in meinen ohren rauscht das Blut.

Doch dann erstirbt seine Stimme Abrubt, und man hört nurnoch den Bass der gedämpft zu uns rüber dröhnt, den er hat meine Lippen auf seinen.

Glück.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt