Kapitel 8

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In dem Moment ging das Chaos los.
Von überall her kamen schreiende Menschen angerannt.
Die Leute schubsten sich gegenseitig aus dem Weg um schneller zu uns zu kommen.
Und ich wurde von dem Blitzlicht mehrerer Kameras geblendet.
Ich war vor Schreck noch wie erstarrt doch Perrie und Leigh nahmen mich sofort in ihre Mitte und versuchten mich vor den Leuten abzuschirmen.

"Lass den Kopf unten.", befahl Perrie durch zusammengebissene Zähne.
Die Sängerin nahm den Kopf jedoch hoch und lächelte ihre Fans an. Sie war nun eh schon erkannt wurden und bemühte sich so normal wie möglich zu wirken.
Ihr Griff um meinen Arm war sehr fest und ich merkte das ihr die Situation eigentlich gar nicht gefiel.
Wir versuchten nun möglichst schnell zum Auto zu gelangen.
Das wurde jedoch von den ganzen Leuten unmöglich gemacht.
Alle wollte ein Foto und ein Autogramm von Perrie.
Die Sängerin lächelte zwar für die Kameras aber ihre Aufmerksamkeit war auf mich gerichtet.

Ich fand das hier einfach nur schrecklich. Obwohl ich meinen Blick gesenkt hatte sah ich die Menschenmasse aus dem Augenwinkel und hörte die Schreie.
Ich hasste Menschenmassen sowiso schon aber wenn alle genau in deine Richtung drängen wird es noch zehntausend Mal schlimmer.
Inzwischen waren so viele Leute um uns herum, dass ich überhaupt nicht mehr ausmachen konnte in welcher Richtung das Auto stand und es wurden immer mehr Leute.
Ich hatte zu zittern begonnen und bekam immer schwerer Luft. Ich fühlte mich hier einfach so eingeengt.
Ohne Perries warmer, beruhigender Hand auf meinem Arm wäre ich schon längst durchgedreht und wenn sie und Leigh mich nicht in die Mitte genommen hätten würde ich hier vermutlich zerquetscht werden.

Wir drängten uns immer noch zielstrebig in eine Richtung durch die Fans, weshalb ich vermutete das die anderen beiden noch wussten wo wir lang mussten.

Zu allem Überfluss hörte ich nun auch noch einzelne Rufe heraus.

"Wer ist die Zicke da bei Perrie."

"Lass die Schlampe dort los und komm zu mir Perrie."

"Ey Kleine, du bist so hässlich also lass Perrie in Ruhe."

Es waren zwar nur wenige die diese Sachen schrien aber es war das einzige was meine Ohren im Moment erreichte.
Mir standen inzwischen Tränen in den Augen.

Auch Perrie schien die Rufe zu hören.
Ihr Griff um meinen Arm verstärkte sich noch mehr. Ihr Lächeln verschwand aus ihrem Gesicht und sie guckte zornig in die Richtung aus der die Rufe kamen.
Sie zog mich ganz nah an sich und bahnte sich noch entschlossener einen Weg durch die Menschen.
Ich stolperte neben ihr her.

Als wir am Auto ankamen war ich einer Panikattacke nahe.
Perrie reichte die Schlüssel an Leigh weiter, die sich hinters Steuer setzte und drängt sich mit mir zu den hinteren Türen durch.
So schnell wie Möglich stiegen wir ins Auto.
Ich war unendlich erleichtert als Perrie die Tür zuschlug und die Schreie gedämpft wurden.
Allerdings waren die Fans immer noch ums Auto herum und hämmerten gegen die Fenster.
Inzwischen unkontrolliert schluchzend barg ich mein Gesicht an Perries Schulter und wurde sofort in eine Umarmung gezogen.
Perrie flüsterte mir beruhigende Dinge zu und streichelte mir über die Haare.
Wir verharrten in dieser Position, bis Leigh-Anne es geschafft hatte uns aus dem Menschenauflauf herauszulenken ohne irgendeinen Fan zu überfahren.

Trotz der beruhigenden Worte von Perrie und Leigh hörte ich die ganze Fahrt lang nicht auf zu schluchzen.
Ich hatte immer noch dieses beengende Gefühl in der Brust, hörte immer noch das gekreische und mir war als könnte ich immer noch die Menschen spüren, die sich um mich drängten.
Ich zitterte am ganzen Körper.

Außerdem merkte ich wie Perrie und Leigh immer wieder besorgte Blicke austauschten.
Was mussten sie denn jetzt von mir denken?
Sie hielten mich vestimmt für eine totale Heulsuse aber ich konnte die Tränen einfach nicht aufhalten.

Als wir vor Perries Haus ankamen half Perrie mir aus dem Auto uns zur Hautür.
Ich konnte kaum alleine laufen, so sehr zitterten meine Beine.
Als wir schließlich auf dem Sofa in Perries Wohnzimmer saßen weinte ich immer noch.
"E-es tut mir l-leid", brachte ich schließlich hervor.
"Was denn?", erwiederte Leigh, "Dir muss doch nichts leid tun!"
"Naja, d-das ich so ausraste."
"Das ist überhaupt nicht schlimm, okay?", sagte Perrie in einem entschiedenen Tonfall, "Ich sollte mich entschuldigen. Ich hätte dieses Risiko nie eingehen dürfen. Fuck Jade, es tut mir so leid!"
Perrie fuhr sich gestresst duch die Haare.
Ich schniefte: "Du kannst doch nichts dafür das man dich erkannt hat."
"Genau", stimmte Leigh mir zu, "und Jade, du brauchst dir echt keinen Vorwurf zu machen. Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal als Perrie auf der Straße erkannt wurde und ich dabei war, schrecklich. Und als Perrie das erste mal von Fans umringt war hätte sie sich fast in die Hose gemacht, obwohl sie fünf Bodyguards bei sich hatte."
"Leigh!", rief Perrie empört und boxte ihrer besten Freundin leicht gegen den Oberarm.
Leigh kicherte: "Was denn? Das ist nur die Warheit."
Auch ich konnte ein leises Kichern nicht länger zurückhalten.
Es schien die beiden Freundinnen ungemein zu erleichtern das ich aufgehört hatte zu weinen.

Leigh und Perrie beschlossen, dass wir noch einen Film gucken würden.
Als sie mich fragten was ich machen wollte, hatte ich nur mit den Schultern gezuckt.
Perrie stand auf und legte Mean Girls ein.
Wir mussten immer alle an den selben Stellen lachen. Auch ich taute ein wenig auf und lachte glücklich mit den Beiden.
Ich fand Leigh echt nett und inzwischen war sie für mich auch nicht mehr total fremd.

Mitten im Film fing Perries Handy an zu klingeln. Als sie die Nummer auf dem Display sah runzelte sie die Stirn und verließ den Raum um abzunehmen.
Komisch. Was besprach sie wohl, das ich nicht hören sollte.

Als Perrie 10 minuten später wieder in das Zimmer kam wirkte sie echt mitgenommen.
Ihre Stirn lag in tiefen Falten und ihre Haare sahen aus als sei sie in den letzten Minuten mehrmals mit den Händen hindurch gefahren.

Ich wusste nicht warum ich so etwas bemerkte aber Perrie strich sich immer durch die Haare wenn sie besorgt oder nervös war.

Leigh warf einen fragenden Blick in Perries Richtung. Diese zögerte kurz und wandte sich dann mir zu: "Es ist inzwischen wirklich spät geworden. Macht es dir etwas aus jetzt ins Bett zu gehen? Es war ein echt anstrengender Tag für dich."
Natürlich machte es mir etwas aus. Ich wollte hören was die beiden besprechen würden sobald ich gegangen war.
Aber ich hätte es mich nie getraut das zu sagen also nickte ich nur und machte mich auf den Weg nach oben.

Ein kleiner Teil war jedoch auch froh das ich rausgeschickt wurde, da ich ein echt mieses Gefühl bei dieser Sache hatte.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt