Kapitel 32

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Der nächste Vormittag in der Schule ging sehr schnell vorbei und mit jeder Sekunde die verstrich, stieg meine Nervosität vor heute Abend.
Ich hatte Jesy von der Party erzählt, aber auch ihre Überzeugung, dass es gut werden würde und dass ich mich darauf freuen sollte, beruhigte mich nicht wirklich.

Nach der Schule gingen wir zusammen zum Parkplatz wo Perrie und Leigh-Anne schon auf mich warteten. Leigh hatte ein risiges Grinsen im Gesicht. So wie ich sie kannte, freute sie sich schon jetzt riesig auf die Party. Als sie Jesy erblickte wurde ihr Grinsen nochmal breiter.
Ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen, ging Leigh auf meine beste Freundin zu und fing ein Gespräch an.

Perrie kam zu mir und zog mich in eine Umarmung.
"Wie war die Schule? Haben Daisy, Marlee und die Anderen euch in Ruhe gelassen?", fragte die Blonde mit einem besorgten Stirnrunzeln.
"Es war ganz okay und ja sie haben und in Ruhe gelassen.", antwortete ich. Mit den Gedanken war ich immer noch bei dem heutigen Abend.

"Ist alles okay bei dir?" Natürlich hatte Perrie es wieder sofort bemerkt, dass es mir nicht so gut ging und sie erriet auch gleich den Grund dafür.
"Wegen der Party...Leigh-Anne würde dort bestimmt auch ohne uns klar kommen."
Kurz dachte ich darüber nach einfach zu sagen, dass ich nicht hingehen wollte. Allerdings wusste ich, dass Leigh enttäuscht sein würde und obwohl sie es nicht zugab, war ich mir sicher, dass Perrie auch zu dieser Party wollte. Außerdem gab es ja immer noch die Chance, dass es gut werden würde und das würde ich nie herausfinden, wenn ich mich heute Abend im Bett verkroch.

Also schüttelte ich eilig den Kopf und setzte ein etwas gezwungenes Lächeln auf: "Nein, ich möchte wirklich gerne zu der Party."
Perrie sah mir einige Sekunden so eindringlich in die Augen, als wolle sie meine Gedanken lesen. Dann nickte sie langsam: "Okay. Ich möchte einfach nicht, dass du nur hingehst um uns einen Gefallen zu tun."

"Leigh?", fragte Perrie dann und drehte sich zu ihrer besten Freundin um.
Leigh und Jesy waren jedoch vollkommen in ihrem Gespräch gefangen und schienen alles andere auszublenden.
Perrie ging einfach zu den beiden und wedelte mit der Hand vor Leighs Gesicht. Dafür bekam sie einen genervten Blick.
"Was denn?"
"Wir wollen jetzt los und uns für die Party fertig machen auf die du dich seit Wochen freust.", grinste Perrie.
Leigh seufzte. Sie war eindeutig nicht begeistert von der Idee, ihr Gespräch mit Jesy zu unterbrechen.

"Jesy? Es sieht ganz danach aus als müsstest du mit kommen zur Party, damit wir weiter reden können", beschloss Leigh dann einfach, nun wieder mit einem Lächeln im Gesicht.
"Ähh ich...", Jesy zögerte, "Ich weiß nicht...Ich hab gar nicht wirklich was zum Anziehen für eine Party."
Jesy errötete leicht.
Doch Leigh war immer noch genauso enthusiastisch wie zuvor.
"Das ist doch gar kein Problem. Du kannst dir was von mir oder meiner Schwester leihen. Du kommst einfach bei mir im Auto mit und wir fahren noch schnell bei mir vorbei."
Nun ließ sich Jesy überreden und ich sah ihr deutlich an, wie sehr sie sich auf die Party freute.

Perrie und ich fuhren nach Hause und ich verzog mich erstmal in mein Zimmer mit der Absicht vor der Party noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen. Dieser Plan wurde allerdigs von Leigh-Anne durchkreuzt, die eine halbe Stunde später ins Zimmer kam und darauf bestand mir beim Schminken und bei den Haaren zu helfen.
"Bis die Party anfängt dauert es doch noch ewig.", protestierte ich.
Doch Leigh ließ nicht mit sich diskutieren und wollte unbedingt jetzt schon anfangen. Also hatte ich wenig später mein Kleid angezogen und Leigh machte sich an meinen Haaren zu schaffen. Ich wusste nicht genau was sie tat, weil sie es witziger fand mich nicht zwischendurch in den Spiegel schauen zu lassen.
Sie trug auch ein bisschen Makeup auf. Dies ging allerdings sehr schnell, weshalb ich hoffte, dass Leigh es nicht übertrieben hatte.

Als sie auch damit fertig war, führte sie mich zum Spiegel. Als ich mich selbst erblickte weiteten sich meine Augen erstaunt. Leigh hatte super Arbeit geleistet. Ich sah erstaunlich gut und trotzdem noch natürlich aus.
Das Kleid betonte meinen Körper nach wie vor echt gut. Außerdem hatte Leigh es geschafft meine Haare voller aussehen zu lassen und zum Glänzen zu bringen. Sie lagen nun ich leichten Locken über meinen Schultern. Auch das Makeup war toll gemacht. Es war kein bisschen übertrieben. Leigh hatte nur meine Augen etwas betont und meine Lippen röter geschminkt.
Ich lächelte, weil ich mich in dem Moment wirklich hübsch fand und das kam nicht häufig vor.

"Wow, Leigh. Das ist wundervoll. Danke."
Leigh grinste nur und ließ mich dann alleine um sich selbst fertig zu machen.

Als Leigh eine halbe Stunde später kam um mir zu sagen, dass wir nun losfahren würden, musste ich zugeben, dass sie wunderschön in ihrem weißen Kleid aussah.

Jesy und Perrie waren schon im Flur und warteten auf uns. Ich bekam am Rande mit, dass Jesy ein rotes Kleid trug und das Leigh sie ziemlich offensichtlich anstarrte.
Aber der größte Teil meiner Aufmerksamkeit war auf Perrie gerichtet. Zu sagen dass die Sängerin umwerfend aussah wäre untertrieben gewesen.
Sie trug ein enganliegendes, blaues Kleid. Ihre blonden Locken waren hochgesteckt und ihr Makeup dezent gehalten.
Perrie sah ebenfalls zu mir. Ihre Augen wanderten an meinem Körper entlang ehe sie zu meinem Gesicht fanden.
"Wow", gab die Blonde leise von sich.
"Du bist wunderschön, Jade."
In mir breitete sich eine angenehme Wärme aus bei dem Gedanken, dass Perrie mich hübsch fand und natürlich wurde ich mal wieder rot.
"Danke, du aber auch.", murmelte ich in einem plötzlichen Anfall von Schüchternheit.

Von dem Gespräch der Anderen während der Autofahrt bekam ich nicht viel mit. Das lag zum Einen daran, dass meine Aufregung nun wieder deutlich spürbar war. Zum Anderen aber auch daran, dass ich immer wieder möglichst unauffällig zu Perrie blickte. Sie sah wirklich wunderschön in dem Kleid aus.

Wir fuhren vor ein riesiges Haus und Leigh lief ohne zu zögern die Stufen zur Tür hoch. Die Tür war offen und man konnte bereits laute Musik bis auf die Straße hören.
Als wir eintraten war ich erstmal überwältigt von der Menge an Menschen.
Durch einen geräumigen Flur kam man in einen riesigen Raum. Ich vermutete, dass dies eigentlich das Wohnzimmer war. Nun allerdings war eine große Fläche in der Mitte des Raumes freigeräumt worden, auf der schon einige tanzten. Die meisten der Tanzenden sahen so aus als wären sie völlig betrunken.
Außen standen auch ein paar Tische für alle die nicht tanzen wollten und in einer Ecke war ein Tapeziertisch als improvisierte Bar hergerichtet worden.
Wir mischten uns unter die Menge und Perrie griff nach meiner Hand um zu verhindern, dass wir getrennt wurden.
Wir setzten uns zunächst an einen Tisch und Leigh ging los um für uns alle Getränke zu holen. Ich wollte nur eine Cola aber alle anderen bestellten Cocktails.

Als Leigh mit der Bestellung wiederkam, war eine juge Frau bei ihr. Sie sah Leigh unglaublich ähnlich, sodass es unschwer zu erraten war, dass es sich um Leighs Schwester handelte.
Sie stellte sich als Sarah vor und sagte dass sie sich sehr freue, dass wir hier sind. Sarah kam mir von Anfang an sehr sympatisch vor. Aber da es ihre Party war wurde sie ziemlich schnell bei irgendwelchen anderen Gästen gebraucht und wir konnten uns nicht länger mit ihr unterhalten.

Leigh und Jesy gingen wenig späer auf die Tanzfläche und ließen mich und Perrie alleine an dem Tisch zurück.
Ich fühlte mich erst etwas schlecht, weil ich mir ziemlich sicher war, dass Perrie ohne mich auch tanzen gegangen wäre. Aber die Sängerin schien das gar nicht weiter zu stören und wir unterhielten uns eine Weile einfach nur.

Später stand Perrie dann auf um uns neue Getränke zu holen und genau als Perrie weg war tauchte ein schwarzhaariger Junge neben dem Tisch auf und setzte sich zu mir.
"Hey, du siehst heiß aus.", war seine Begrüßung.
Unwohl rutschte ich auf meinem Stuhl hin und her: "Ähh danke."
"Hast du Lust tanzen zu gehen."
"Eigentlich nicht wirklich. Ich tanze nicht so gerne.", murmelte ich.
"Ach komm schon." Der Fremde legte mir einen Arm um die Schultern und war mir nun eindeutig zu nahe.
"I-ich will wirklich nicht."
"Du-"
"Lass deine Finger von ihr", der Fremde wurde von Perrie unterbrochen, die unsere Getränke abstellte und den Jungen wütend musterte.
Dieser stand auf und baute sich mit verschränkten Armen vor der Sängerin auf.
Ich erhob mich auch eilig und stellte mich zu Perrie.
"Und wieso sollte ich das tun?", fragte der Schwarzhaarige herausfordernd.
"Weil...", an dieser Stelle zögerte Perrie einen winzigen Moment, "Weil sie meine Freundin ist."
Meine Mund klappte auf und ich sah Perrie geschockt an.
Und ich war nicht die Einzige auch den Fremden schien Perrie überrascht zu haben.
"Ihr sein äh...zusammen?", fragte er nochmal nach.
"Ja und jetzt verschwinde.", sagte Perrie selbstsicher und funkelte den Schwarzhaarigen an, der dann tatsächlich ging.

Als Perrie sich zu mir undrehte, sah sie nicht mehr so selbstbewust aus. Sie sah mich unsicher an als würde sie glauben, dass ich sauer auf sie wäre.
Ich war immer noch zu geschockt um zu sprechen und so dauerte es ein wenig bis ich die Frage herausbrachte: "W-wieso hast du ihm gesagt, dass wir zusammen sind?"

Perrie schluckte und ich bemerkte wie ihr Blick auf meine Lippen wanderte. Es war als würde ich in Zeitlupe sehen wie sie sich zu mir beugte. Und obwohl ich kurz vorher schon ahnte was passieren würde konnte ich nur wie erstarrt da stehen als sich Perries weiche Lippen zum ersten Mal auf meine legten.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt