Kapitel 26

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Die nächsten Schultage verliefen ziemlich gleich.

Ich saß weiterhin am Tisch der Beliebten. Daisy und Marlee verbrachten so ziemlich alle Pausen damit, mich über Perrie auszuquetschen und ließen nie eine Gelegenheit aus die Sängerin nach der Schule zu sehen.

Julius retete fast nie etwas und schien mich immer noch zu hassen. Vielleicht schaute er aber auch einfach nur Jeden böse an.

Mein erster Eindruck von Janna bewahrheitete sich aber auch. Sie war wirklich sehr nett. Genau wie ich redete sie nicht viel aber ich hatte das Gefühl, dass sie mich mochte. Ab und an führten wir auch kurze Gespräche, meistens über die Schule oder über irgendwelche Lehrer. Ich wusste fast nichts Persönliches über sie, aber ihre Gesellschaft genoss ich trotzdem.

Theo jedoch fing an mich ernsthaft zu nerven. Egal wohin ich ging, er war immer neben mir. Er begleitete mich zwischen den Stunden von einem Klassenraum zum Anderen. Er saß jede Pause in der Mensa neben mir. Sogar nach der Schule ließ er es sich nicht nehmen mich noch nach draußen zu bringen. Und währenddessen laberte er die ganze Zeit.
Es war nicht so, dass er nicht nett wäre. Er schien sich auch wirklich um mich zu kümmern. Er war nur einfach mega nervig!

Perrie schien mit jedem Mal, das sie Daisy und Marlee begegnete, schlechtere Laune zu haben. Irgendwie konnte ich das auch nachvollziehen, da die Beiden wirklich nicht besonders nett waren. Trotzdem fand ich das schade, weil ich Perrie viel lieber Lachen sah. Und alleine, weil sie Perrie das Lächeln vom Gesicht wischten, hasste ich Daisy und Marlee schon.
Perrie hatte ihre Theorie, dass die Beiden mich nur ausnutzten nicht wieder erwähnt, aber mir war wohl bewusst, dass sie damit recht gehabt hatte. Und ich war mir Sicher, dass dies auch Perrie bewusst war.

Die schönste Zeit meiner Tage, war die Zeit mit Jesy. Ich benutzte verschiedene Vorwände um Nachmittags alleine rauszugehen oder ich schlich mich wenn Perrie im Bett war noch einmal zu Jesy.
Die Zeit mit Jesy war toll. Ich erfuhr einiges über sie. Das Meiste davon war ziemlich traurig. Sie hatte noch 3 Geschwister. Ihr Vater war tot und ihre Mutter schon seit langem krank. Also war sie es, die für alle sorgen musste.
Sie hatte auch nicht gelogen, dass sie gut im Singen war. Ich war schon oft dabei gewesen, wie sie Straßenmusik machte um Geld zu verdienen. Und sie war gut, mehr als nur gut.
Trotzdem reichte das Geld bei ihr vorne und hinten nicht.
Ich bemühte mich natürlich ihr so gut es ging zu helfen. Häufig nahm ich Essen aus Perries Küche mit und gab es Jesy. Oder ich gab ihr einige meiner vielen Klamotten.

Jesy war auf viele Art genau die Freundin, die ich mir immer gewünscht hatte. Sie hörte mir zu, war vertrauenswürdig, interessierte sich für mich und war immer für mich da.
Bei ihr gab es keine verwirrenden Gefühle wie bei Perrie und obwohl ich ihr immer Kleidung und Essen gab, war ich mir sicher, dass sie mich nicht nur deswegen mochte.
Man sah ihr sogar an, dass sie sich unwohl fühlte die ganzen Sachen anzunehmen. Das sie dies trotzdem tat, bewies wie dringend sie es nötig hatte.

Es war endlich Freitag. Ich freute mich immer auf die Wochenenden, weil ich an diesen viel mehr Zeit mit Perrie und Jesy verbringen konnte als während der Woche.

Als ich die Schule verließ, wurde ich wie üblich von Theo verfolgt. Der einzige Unterschied war, dass er gerade mal nicht redete und das war wirklich untypisch für ihn. Er wirkte fast nachdenklich.

"Jade?", setzte Theo an, als wir fast bei Perries Auto angekommen waren, "Ich wollte dich etwas fragen."
Ich wandte nun meine gesamte Aufmerksamkeit Theo zu. Er verhielt sich heute wirklich seltsam. Normalerweise würde Theo einfach darauflosplappern.
"Was ist denn?", fragte ich nach. Inzwischen war ich wirklich neugierig geworden.
"Ich wollte wissen ob du vielleicht morgen Essen gehen möchtest...mit mir, also naja, so als Date."

Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Noch nie hatte mich jemand nach einem Date gefragt.
Aber wiso musste es jetzt ausgerechnet Theo sein?
Ich meine, er war schon nett und alles aber auch unglaublich nervig.

"Ich weiß nicht..."
"Komm schon, es ist doch nur ein Date." Theos Gesichtsausdruck war immer noch hoffnungsvoll.

Ich dachte jetzt nochmal genauer darüber nach. Vielleicht war das ja auch eine Chance für mich. Theo sah gut aus und wirklich viele Mädchen an dieser Schule würde sofort ja zu ihm sagen. Und außerdem würde ich wahrscheinlich so bald nicht wieder nach einem Date gefragt werden. Immerhin war das vorher auch noch nie passiert. Und Theo hatte Recht, es war nur ein Date und damit verpflichtete ich mich zu nichts.

"Okay."
Theos Augen begannen zu strahlen.
"Ehrlich?"
"Ja"
"Okay. Dann bis morgen, ich hole dich um 6 Uhr bei dir zu Hause ab."
Mit diesen Worten war er verschwunden.

Ich stand immer noch wie angewachsen an derselben Stelle.
Hatte ich gerade das Richtige getan?
Ich wusste es einfach nicht. Aber das würde ich wohl morgen Abend rausfinden.

Ich wurde erst aus meinen Gedanken gerissen, als ich eine warme Hand auf meiner Schulter spürte.
Ich fuhr herum und entdeckte Perrie. Sie stand hinter mir und sah mich mit gerunzelter Stirn an.

"Ist alles okay bei dir? Du hast gar nicht reagiert als ich dich angesprochen habe."
"Ähh...ja, alles gut. Ich habe nur gerade nachgedacht, über...nichts wichtiges."
Ich konnte nicht genau sagen warum, aber irgendwie wollte ich Perrie nicht von meinem Date erzählen.

Das tat ich auch den restlichen Tag nicht, obwohl ich noch häufig in Gedanken versunken war und viele besorgte Blick von Perrie bekam.

Erst als ich am Abend an sie gekuschelt im Bett lag äußerte sie sich nochmal zu dem Thema.
"Was ist los Jade? Du wirkst heute schon den ganzen Tag so abwesend. Bitte rede mit mir."
"Ich", ich zögerte, "Theo hat mich heute nach einem Date gefragt."

Perrie versteifte sich und ihr Griff um mich wurde fester.
"Was hast du gesagt?", ihre Stimme klang irgendwie wütend. Aber auch noch etwas anderes lag in ihr, was ich nicht so genau zuordnen konnte.
"Ich hab j-ja gesagt. Ich gehe morgen Abend mit ihm aus."

Perrie zog bei meinen Worten scharf die Luft ein und sagte erstmal gar nichts mehr.

Wiso fühlte ich mich plötzlich so, als hätte ich Perrie betrogen? Sie hatte doch nichts damit zu tun, wenn ich mit Theo ausging.
Oder hatte sie das vielleicht doch? Immerhin war da immer dieses komisch Gefühl, wenn ich mit Perrie zusammen war.

"P-Pez?"
"Magst du ihn?"
Perries Stimme klang irgendwie leblos, gar nicht nach Perrie.
"I-ich...keine Ahnung. Ich hätte eigentlich auch nie erwartet, dass er mich so etwas fragen würde, aber ich dachte, dass ein Date ja nichts schadet."
"Nein, bestimmt nicht.  Ich bin mir sicher, dass er ein toller Junge ist.", meinte Perrie zwischen zusammengebissenen Zähnen.
Sie klang so wütend, dass ich darauf lieber nichts mehr sagte.

Aber was war es, dass Perrie so wütend gemacht hatte? Diese Frage schwirrte mir die ganze Zeit im Kopf herum. Außerdem kamen auch noch die Bedenken wegen dem Date morgen hinzu.

Ich war so aufgewühlt, dass ich erst nach Mitternacht in einen unruhigen Schlaf glitt.

Hey
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen.
Außerdem wollte ich euch noch sagen, dass ich gerade eine neue Geschichte hochgeladen habe. Ihr würdet mir eine riesige Freude machen, wenn ihr dort mal vorbei schaut.
Bis zum nächsten Mal.♡

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt