Kapitel 15

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Den Rest des Tages verbrachten wir auch drinnen. Perrie wollte mich überzeugen Mittags irgendwo etwas essen zu gehen. Aber nach dem was letztes Mal passierte, war ich davon nicht so begeistert.
Perrie hatte das sofort eingesehen und stattdessen Spagetti gekocht.

Am Nachmittag als wir im Wohnzimmer saßen, sprach Perrie ein Thema an, welches ich bislang erfolgreich verdrängt hatte.
"Du musst bald wieder zur Schule gehen."
Allein dieser eine Satz genügte, um so viele Zweifel und Ängste in mir aufsteigen zu lassen, dass mir plötzlich ganz schlecht wurde.
"W-was ist mit T-Tanja?"
Perrie versteifte sich bei der Erwähnung dieses Namens: "Ich werde dich sicherlich nicht weiterhin mit der auf eine Schule gehen lassen. Ich denke es wäre am besten, wenn wir dich bei einer neuen Schule anmelden."

Dieser Gedake erfüllte mich zwar irgendwie mit Erleichterung aber auch mit einer riesen Angst.
Allein der Gedanke auf eine neue Schule zu gehen ließ mich zittern.
Vermutlich würden mich alle anstarren, weil ich "die Neue" wäre. Und falls ich mich vor meiner Klasse vorstellen müsste, würde ich sicherlich keinen Ton rausbringen.
Das wären alles Sachen mit denen ich vielleich noch klar gekommen wäre aber dann erfüllte mich ein neuer schrecklicher Gedanke. Etwas woran ich definitiv nicht gewöhnt war, jeder kannte mich. Ich war mir sicher das fast jeder Teenager, den Zeitungsartikel gelesen hatte. Das konnte mir möglicherweise dabei helfen Freunde zu finden und nicht völlig unbeliebt zu sein. Allerding war ich mir sicher, dass ich dadürch auch automatisch Feinde haben würde. Es gab genug Leute die mich nicht mochten und es wäre ein viel zu großer Zufall, wenn  von denen niemand auf meine Schule gehen würde.

"Was ist los, Jade? Ich dachte du bist froh Tanja los zu werden."
"Das bin ich auch."
"Aber?", Perrie bemerkte es immr sofort, wenn mir etwas auf der Seele lag.
"Ich finde es nicht so toll, dass ich die Neue sein werde. Und außerdem werden mich alle schon als deine Adoptivtochter kennen...", erklärte ich bedrückt.
Perrie griff nach meiner Hand und drückte diese beruhigend: "Ich bin mir sicher, dass du-"
"Perrie, ich muss dringend mit dir reden.", wie aus dem Nichts stand Leigh-Anne plötzlich im Wohnzimmer, mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck.
Perrie schien von die Anwesenheit ihrer Freundin mindestens genauso überrascht zu sein wie ich: "Wie um alles in der Welt bist du hier reingekommen?"
"Ja Perrie, ich freue mich auch dich zu sehen.", meinte Leigh mit einem gespielt bösen Blick, "Und nur so zu deiner Information: Du hast einen Ersatzschlüssel unter der Fußmatte liegen."
"Ups", murmelte Perrie.
"Aber darum geht es jetzt auch gar nicht. Deine Mutter hat bei mir angerufen."

Bei der Erwähnung von ihrer Mutter, versteinerte sich Perries Miene.
Davor meinte ich eine Mischung Schuld und Wut auf ihrem Gesicht gesehen zu haben. Dies war jedoch so schnell wieder verschwunden, dass ich es mir genauso gut eingebildet haben könnte.
"Wiso?", Perries Stimme hatte einen Tonfall, denn ich nie zuvor bei ihr gehört hatte. Irgendwie kalt und aubweisend. Und das passte überhaupt nicht zu Perrie.
"Sie versucht seit Wochen dich zu erreichen!"
"Ich hatte in den letzten Wochen nicht wirklich Zeit...", diesmal war ich mir sehr sicher unterdrückte Wut in Perries Augen zu sehen.
"Perrie, deine Schwester vermisst dich. Sie kann nichts für die Sache zwischen dir und deiner Mutter. Und ich weiß das deine Mutter und dein Bruder dich auch vermissen, trotz allem was vorgefallen ist...", meinte Leigh eindringlich.

Das war jetzt echt komisch. Was war mit Perrie und ihrer Familie vorgefallen?
Sie hatte nie etwas davon mir gegenüber erwähnt. Doch wenn ich jetzt genauer darüber nachdachte, hatte sie ihre Familie gar nicht erwähnt.

Perrie zögerte und meinte dann: "Na gut, ich werde mich demnächst mal bei ihnen melden, für Caitlin."
Jetzt sah Leigh irgendwie schuldbewust aus: "Ich denke das ist nicht mehr unbedingt notwendig."
"Was meinst du damit?", fragte Perrie mistrauisch nach.
"Sie werden dich alle übermorgen besuchen kommen."
"WAS?!"
"Naja, sie sind doch deine Familie und sie so zu vernachlässigen ist echt nicht-"
"Ja genau Leigh, sie sind meine Familie. Also ist es auch meine Entscheidung wann ich mich bei ihnen melde."
"Perrie bitte ich wollte doch nur..."
"Es ist mir egal was du wolltest. Du hättest das nicht tun dürfen. Und jetzt verschwinde aus meinem Haus."
Leigh und ich sahen Perrie gleichermaßen entsetzt an. Sich so gegenüber einer Freundin zu verhalten sah ihr gar nich ähnlich.
Perrie drehte sich, ohne noch ein Wort zu verlieren um un verschwand nach oben in ihr Zimmer.

Fragend blickte ich zu Leigh: "Was...?"
"Die Beziehung zwischen Perrie und ihrer Famile ist nicht ganz leicht. Vielleich solltest du mal nach ihr sehen."
"Okay."
Ich merkte das Leigh nicht mehr dazu sagen würde und sah auch ein,dass es eine gute Idee war nach Perrie zu sehen.
Ich murmelte noch eine kurze Verabschiedung in Leighs Richtung und ging dann langsam die Treppe hoch zu Perries Zimmer.

Dort klopfte ich leise an die Tür. Als keine Antwort kam drückte ich die Tür auf und lugte ins Zimmer. Perrie lag zu einem Ball zusammengerollt auf ihrem Bett und guckte ins Leere.
Sie so zu sehen bereitete mir fast körperliche Schmerzen.

"Perrie, was ist denn los?"
Sie richtete ihren Blick auf mich. In ihren Augen stenden Tränen.
"Ich will nicht das sie kommen."
Zögerlich ging ich zu Perrie und nahm sie in den Arm. Nomalerweise war sie es immer die mich umarmte und dass es nun umgekert war, war irgendwie seltsam. Es machte mir aber nichts aus. Ich würde jederzeit für Perrie da sein wenn sie mich brauchte.
"Aber sie sind doch deine Familie und wenn du ein Problem mit ihnen hast, dann solltest du vielleicht..."
"Das ist es nicht...Sie hassen mich. Mein Bruder und meine Mutter hassen mich."
Das schockte mich nun wirklich. Wiso dachte Perrie so etwas.
"Perrie, man kann dich gar nicht hassen!"
Die Sängerin lachte trocken auf: "Das würdest du nicht sagen, wenn du mich früher gekannt hättest."
Glaubte Perrie ernstaft dass es irgendwelche Umstände geben könnte die dazu führen würden, dass ich sie nicht mögen würde. Ich war mir ziemlich sicher, dass dies unmöglich war.
Doch jetzt viel mir auch Leighs Außerung von gestern wieder ein, dass Perrie eine schwere Vergangenheit gehabt hätte.
Aber was konnte schon so schlimm sein, dass ihre eigene Mutter sie hasste.
Ich nahm nicht an, dass Perrie noch mehr darüber preisgeben würde und stellte staddessen eine andere Frage, die mir auf der Zunge lag: "Was ist mit deinem Vater."
"Meine Eltern sind getrennt und mein Vater...ich habe ihn schon sehr lange nicht mehr gesehen."
Es gab noch tausende Fragen, die ich gerne gestellt hätte aber ich wollte Perrie auch nicht damit belasten wenn es ihr sowiso schon nicht so gut ging.

Meine Neugierde stand mir wohl ins Gesicht geschrieben.
"Ich werde dir das alles irgendwann mal erzählen. Nur bitte nicht heute."
"Okay, kein Problem. Vielleicht solltest du schlafen gehen oder so."
"Ja, vermutlich. Möchtest du heute nochmal bei mir schlafen? Also nur falls du wieder Albträume bekommst."
Bei dem Gedanke noch eine Nacht bei Perrie schlafen zu können musste ich glücklich lächeln.
Ich stimmte natürlich zu.
Und so glitt ich diese Nacht an Perrie gekuschelt sofort in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt