Kapitel 30

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Auf unserem Weg aus der Schule schwiegen wir, aber es war ein angenehmes Schweigen.

Perrie war noch nicht da, weswegen wir uns auf eine Bank auf dem Schulhof setzten.
"Was glaubst du wird jetzt passieren, also mit den Beliebten?", ergriff Jesy schließlich das Wort.
"Naja, die werden wohl nicht länger Beliebt sein. Ich hätte nie gedacht,dass wir so viel Unzerstützung gegen sie bekommen.", meinte ich und schüttelte immer noch verwundert den Kopf.
"Ich auch nicht aber eigentlich war es logisch. Sie haben schon zu vielen Leuten hier das Leben schwer gemacht."

Dann sah ich Perries Auto vorfahren. Ich machte Jesy darauf aufmerksam und wollte schon auf das Auto zugehen als meine beste Freundin mich nochmal zurückhielt.
"Jade, ich möchte nicht so gerne, dass irgendwer erfährt wo ich wohne. Könntest du das also für dich behalten."
"Ja natürlich."

Ich nächsten Moment wurden wir von Perrie unterbrochen. Sie hatte die Autotür aufgerissen, war zu mir gerannt und zog mich nun in eine knochenbrechende Umarmung.
"Ist alles okay bei dir? Geht es dir gut?", ich hatte Perries Stimme noch nie so panisch gehört.

Dann löste sie sich von mir und nahm mein ramponiertes Gesicht zum ersten Mal richtig war. Sofort verhärtete sich ihr Gesichtsausdruck und ihre Hände ballten sich zu Fäusten.
"Wer war das?"
"Ich...ähm-"
Jetzt wo ich sah wie wütend Perrie war, bekam ich fast ein bisschen Angst um Theo.
"Es war Theo."
"Was? Dieser Idiot mit dem du auf einem Date warst?"
Perrie sah aus als würde sie am Liebsten irgenetwas kaputt schlagen.
"Ja. Also eigentlich wollte er Jesy schlagen."

Bei diesem Satz richtete sich die Aufmerksamkeit auf meine beste Freundin. Auch Leigh, die inzwischen aus dem Auto gestiegen war, schaute jetzt zu Jesy.
"Ähh ja...Das ist Jesy, meine beste Freundin und Jesy das sind Perrie und Leigh-Anne.", beeilte ich mich alle vorzustellen.
Perrie und Leigh-Anne lächelten Jesy warm an. Ich konnte schon jetzt sagen, dass sie sie viel lieber mochten als Marlee und Daisy.
"Äh, e-es freut mich euch kennen zu lernen und danke, dass ihr mich mitnehmt.", sagte Jesy schüchtern.
"Kein Problem. Ich denke es ist am Besten, wenn wir erstmal zum Arzt fahren.", erwiederte Perrie.

Wir stimmten zu und saßen wenig später alle im Auto.
Während der Fahrt beobachtete ich wie Jesy immer wieder zu Leigh-Anne guckte. Als diese sie dann einmal beim Starren erwischte, guckte meine beste Freundin schnell und mit leicht erröteten Wangen zur Seite. Leigh blickte daraufhin nur leicht grinsend auf ihre Finger.

Perrie drängte uns so lange, bis wir ihr genau erzählten was passiert war. Den Rest der Fahrt durften wir dann Perrie und Leigh zuhören, wie sie wüste Beschimpfungen über Marlee, Daisy, Theo und Julius losließen, was zugegebener Weise ziemlich lustig war.

Beim Arzt stellte sich heraus, dass ich nichts allzu schlimmes hatte. Mir wurde eine Salbe gegen die Schwellung gegeben. Ansonsten meine der Arzt nur, dass ich die Wunde kühlen sollte und dass alles recht bald verheilen würde.

Für Jesy sah es nicht ganz so gut aus.
Ihr Knöchel war tatsächlich verstaucht und sie würde die nächsten Tage einen Verband tragen müssen. Außerdem wurden viele, teilweise auch alte Blutergüsse gefunden.
"Das heißt, sie haben dich schon einmal verletzt?", fragte Leigh-Anne mit erkennbarer Besorgnis in ihrer Stimme.
Jesy nickte nur bedrückt.

"Diese Vollidioten!", entrüstete sich Perrie mit erhobener Stimme.
Ich drehte mich zu ihr um. Gerade noch rechtzeitig um geschockt zu beobachten, wie sie wütend mit der Faust gegen die Wand schlug. Ich sah sogar wie ihre Knöchel dabei anfingen zu bluten, bevor Perrie ihre Hand eilig in die Hosentasche steckte, irgendetwas von frischer Luft murmelte und aus dem Raum lief.
Es passte gar nicht zu Perrie so auszurasten.

Als der Arzt gerade Jesy erklärte wie oft sie ihre Salbe auf die Blutergüsse auftragen sollte, wandte ich mich zu Leigh und blickte sie fragend an. Sie war Perries beste Freundin also hoffte ich, dass sie mir erklären konnte, warum Perrie so wütend war.

Diese verstand sofort was ich meinte und fragte leise: "Hat Perrie dir von ihrer Kindheit erzählt?"
"Naja, sie hat erzählt das sie mal so eine Art Badgirl war und das ihre Eltern sich deswegen getrennt haben."
"Ja, stimmt. Aber ich meine eher den Grund für diese Wandlung. Sie wurde als Kind gemobbt. Ich war schon damals ihre beste Freundin und habe alles mitbekommen. Teilweise war es sogar noch schlimmer als bei Jesy."

Meine Augen weiteten sich. Wie konnte man einen Menschen wie Perrie mobben oder verletzen?

"Das ist auch der Grund warum sie jetzt so extrem wütend reagiert hat.", fuhr Leigh fort, "Sie hat sich damals verändert damit die Leute sie in Ruhe lassen. Sie hat es geschafft alle einzuschüchtern und niemand hat sich mehr getraut ihr etwas zu tun. Naja, den Rest der Geschichte kennst du ja."
Ich war für ein paar Momente sprachlos.
"Wussten ihre Eltern davon?", fragte ich schließlich.
Leigh schüttelte traurig den Kopf: "Sie hat es ihnen nie gesagt auch jetzt nicht, wo alles vorbei ist. Wenn ihre Familie das wüsste,würden sie Perrie vielleicht eher verzeihen können was passiert ist, aber Perrie redet nie über diese Zeit."

Ein paar Momente schwiegen wir.
"Vielleicht solltest du ihr hinterhergehen.", schlug Leigh schließlich vor.
"W-wiso ich?"
"Sie hört auf dich."

Nach kurzen Zögern nickte ich und folgte Perrie. Es dauerte nicht lange, bis ich sie in einem der Krankenhausflure fand. Sie saß mit angezogenen Knien auf dem Boden, hatte den Rucken an eine Wand gelehnt und starrte Löcher in die Luft.

Ich setzte mich leise neben sie und überlegte was ich sagen konnte. Mir fiel nicht wirklich etwas ein, weshalb ich erstmal schwieg.
"Ich hätte nicht so ausrasten sollen.", sagte Perrie schließlich bedrückt.
Ich legte ihr vorsichtig eine Hand auf die Schulter, in der Hoffnung sie damit ein wenig zu beruhigen.
"Das kann doch mal passieren. Außerdem sind es wirklich Vollidioten."
Das entlockte Perrie ein kurzes Lachen.
"Ist mit deiner Hand alles in Ordnung?", erkundigte ich mich besorgt.
"Jaja, mir geht es gut."

Kurze Zeit später kamen Jesy und Leigh um die Ecke.
Wir fuhren zu Perrie und beschlossen noch einen Film zu gucken.
Perrie achtete darauf, dass ich meine Wunde kühlte und ich konnte sie im Gegenzug dazu überreden sich ein Pflaster auf ihre aufgeschürften Fingerknöchel zu kleben.
Außerdem kümmerte Leigh sich die ganze Zeit um Jesy. Es war wirklich süß, wie sie Jesy den ganzen Weg zum Auto gestützt hatte und ihr während des Filmes immer zu Trinken und etwas zum Kühlen für ihren Fuß holte, damit sie sich nicht zu viel bewegen musste.

Ich war glücklich, dass auch Perrie Jesy zu mögen schien und fühlte mich unglaublich wohl mit allen Leuten, die mir am Wichtigsten waren. So war der Nachmittag auch trotz meiner schmerzenden Wange echt schön.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt