Kapitel 31

1.3K 68 9
                                        

Der nächste Schultag war in vielerlei Hinsicht echt seltsam.
Zuerst waren da die ganzen Blicke. Es war als ob ein Scheinwerfer auf Jesy und mich gerichtet wäre. Überall wo wir hinkamen zeigten Schüler auf uns und tuschelten. Was gestern passiert war, hatte inzwischen jeder mitbekommen.

Einige Schüler kamen sogar zu uns um uns zu unserem Sieg zu beglückwünschen.
Dank uns hatten die Beliebten in nur einem Tag ihr gesammtes Ansehen verloren. Fast jeder in der Schule hatte sich gegen sie verbündet. Sie wurden jetzt von allen die 'Unbeliebten' genannt und keiner sprach mehr mit ihnen.

Aber auch unter sich, schienen sie nicht mehr ganz einer Meinung zu sein.
In der Pause saß Theo alleine an einem Tisch. Er starrte immer mal wieder traurig zu mir rüber und beachtete Daisy und Marlee genauso wenig wie alle anderen. Irgendwie tat er mir leid. Er war sonst immer so fröhlich gewesen und hatte ununterbrochen geredet. Es war traurig ihn nun so alleine an einem Tisch sitzen zu sehen.

Daisy, Marlee und Julius saßen zwar noch an einem gemeinsamen Tisch. Aber Julius guckte noch grimmiger als sonst. Er stocherte in seinem Essen herum und beachtete die Mädchen gar nicht.
Daisy und Marlee sahen geschminkt und gestylt wie immer aus. Aber auch ihnen war anzusehen wie sehr sie das ganze mitnahm. Sie gingen nun immer mit eingezogenen Schultern durch den Gang und trauten sich kaum mehr jemanden anzublicken.

Abgesehen von den Vieren, war die Stimmung ausgelassen. Jetzt wurde deutlich wie viele Leute unter ihnen gelitten hatten. Alle diese Leute hatten nun nicht länger Angst und das war ihnen auch deutlich anzumerken.

Ich setzte mich zusammen mit Jesy an einen Tisch, möglichst weit weg von den ehemaligen Beliebten.
Wenig später kam Janna in die Mensa und ging zögerlich auf unseren Tisch zu. Wir lächlten sie an und sagten ihr natürlich sofort, dass sie sich zu uns setzen könne.
Janna redete nicht viel aber das hatte sie generell noch nie getan. Sie hatte uns gestern sehr geholfen und irgendwie war es klar, dass sie nun zu uns gehörte. Zu ihrem Bruder und seinen Freunden konnte sie ja schlecht zurückgehen.

Als Jesy und ich nach der Schule das erste Mal an diesem Tag wirklich alleine waren, grinste mich meine beste Freundin an und meinte: "Wir müssen reden."
"Worüber?", fragte ich leicht verunsichert.
"Perrie."
"Hä?"
"Bis gestern war es nur eine Vermutung, aber seit ich sie mit dir zusammen gesehen habe bin ich mir sicher. Perrie ist total in dich verliebt!"
"W-was? Nein, das kann nicht stimmen!"
"Wiso wehrst du dich so dagegen? Ich sehe doch dass du sie auch magst."
"Du hast doch keine Ahnung Jesy. Das ist immerhin Perrie Edwards. Wiso sollte sie etwas von mir wollen? Sie steht wahrscheinlich überhaupt nicht auf Frauen. Und ich auch nicht!"
"Du willst also bestreiten, dass du sie magst?"
"Ich- Naja, ich mag sie ja schon aber nicht so, denke ich."
Jesys Grinsen wurde immer breiter.
"Irgendwann wirst du es schon noch einsehen."

Ich öffnete den Mund und wollte Jesy sagen, dass sie unrecht hatte. Dass alles was sie sagte nicht stimmte.
Aber konnte ich das? Konnte ich wirklich wahrheitstreu sagen, dass ich nicht in Perrie verliebt war.
Ich schloss den Mund wieder und blieb stumm.
Wenn ich das nicht sagen konnte, hieß dass dann dass Jesy recht hatte und ich wirklich in Perrie verliebt war?
Ich wusste es einfach nicht. Ich wusste gar nichts mehr.

"Siehst du, du kannst mir nicht wiedersprechen.", stellte meine beste Freundin mit einem Grinsen fest.
Danach war das Thema für sie anscheinend beendet. Sie umarmte mich kurz um ließ mich mit den Worten: "Wir sehen uns morgen in der Schule." auf dem Parkplatz zurück.

Wenig später kam Perrie mich abholen. Sie fragte mich wie es in der Schule gewesen sei aber ich antwortete nur mit ein paar kurzen Sätzen und schwieg danach.

Ich sah Perrie von der Seite her an.
Sie trug eine langämliche, hellblaue Bluse und sah darin so schön wie immer aus.
Schon als ich sie das erste Mal gesehen hatte, war mir aufgefallen wie wunderschön sie war. Alles an ihr war sah toll aus. Ihre lagen, blonden Haare, die definierten Wangenknochen, selbst die kleinen Sommersprossen, die sich um ihre Nase herum ansamelten und am Meisten gefielen mir immer noch diese stechend blauen Augen, die mich immer an den Himmel erinnerten. Jetzt waren Perries Augen komzentriert auf die Straße gerichtet. Ihre langen Finger klopften im Takt zu der Musik, die leise aus dem Radio drang, auf das Lenkrad.
Ein leichtes Lächeln zierte ihre Lippen. Ich liebte es, wie ein einziges Lächeln von ihr einen ganzen Raum erhellen konnte. Wenn ich darüber nachdachte, war das lange nicht das Einzige, was ich an Perrie mochte.
Ich fand es wunderbar, wie sie sich immer um mich kümmerte. Sie war immer für alle da, hatte jederzeit ein offenes Ohr für ihre Freunde und das ohne jemals irgendeine Gegenleistung zu fordern. Sie hatte mich bei sich aufgenommen und so viel für mich getan. Das bewies einmal mehr wie unglaublich großherzig die Sängerin war. Außerdem bewundertte ich die Tasache, dass Perrie so erfolgreich und so schön war, dass sie von tausenden Fans bewundert wurde und sich trotzdem niemals als etwas Besseres darstellte.
Ich liebte alles an ihr, bewunderte jede einzelne Facette, sowohl von ihrem Äußeren als auch von ihrer Persönlichkeit. Aber musste das heißen, dass ich in sie verliebt war?

Diese Frage beschäftigte mich in den nächsten Tagen. Ich wusste, dass ich etwas für Perrie empfand aber irgendwie weigerte sich mein Verstand einzusehen, dass dieses Gefühl Liebe war.

Als ich am nächsten Donnerstag nach der Schule zum Parkplatz kam, erwartete mich nicht das rote Auto von Perrie. Staddessen stand dort ein schwarzer, etwas kleinerer Wagen.
An die Motorhaube gelehnt stand Leigh-Anne.

"Wo ist Perrie?", war meine erste Frage als ich bei ihr ankam.
Leigh verdrehte die Augen: "Ja, ich freue mich auch dich zu sehen."
"Tue ich ja wirklich. Ich habe dich nur nicht erwartet."
"Perrie musste arbeiten oder so. Aber das ist eigentlich auch egal, wir haben nämlich was vor.", verkündete Leigh mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Mistrauisch musterte ich sie. Doch bevor ich noch die Chance hatte noch irgendetwas zu hinterfragen, hielt Leigh mir die Beifahrertür auf und drängte mich einzusteigen.

"Wo ist eigentlich Jesy? Kommt sie nicht immer mit dir zusammen aus der Schule?", fragte Leigh interessiert, sobald sie den Motor gestartet hatte.
"Sie hatte heute früher Schulschluss. Wiso interessiert dich das so sehr?"
"Ich war nur neugierig.", war die simple Antwort. Doch ich kam nicht umhin den enttäuschten Tonfall zu bemerken.

"Wolltest du mir eigentlich nochmal erzählen wohin wir fahren?"
"Ach ja, hätte ich fast vergessen. Wir fahren schoppen.", die schwarzhaarige verkündete dies so enthusiastisch als würden alle ihre Wünsche auf einmal in Erfüllung gehen.
"Ähh...ich habe bei Perrie einen riesigen Schrank voller Klamotten."
Leigh wedelte wegwerfend mit der Hand als wäre das völlig unbedeutend.
"Ja, aber nichts passendes für morgen Abend."

Ich runzelte sie Stirn, aber mir fiel nichts ein, was ich morgen Abend noch vorhatte. "Ich wollte morgen eigentlich früh ins Bett gehen und-"
"Oh nein, das kannst du vergessen. Meine Schwester macht morgen eine riesige Party. Fast jeder den ich kenne wird hingehen."
"U-und was hat das mit dir zu tun?", fragte ich obwohl ich schon eine echt miese Vorahnung hatte.
"Naja, Perrie will nicht hingehen, weil sie dich nicht alleine lassen möchte und dann dachte ich, dass es mit dir sowieso viel mehr Spaß machen würde."
Ich sah Leigh unsicher an: "Ich war noch nie auf einer Party."
"Dann wird es jetzt höchste Zeit. Bitte." Leigh hatte ihren Hundeblick aufgesetzt.

Diesem Gesicht konnte ich nicht wirklich wiederstehen und so kam es, dass wir kurze Zeit später in einem Laden mit viel zu teuren Kleidern standen. Leigh ging völlig begeistert von einem Kleiderständer zum Nächsten, während ich mich einfach nur völlig fehl am Platz fühlte.

Mir etwas Passendes zu kaufen stellte sich als sehr viel schwieriger als erwartet heraus. Über die Hälfte der Sachen die Leigh mir vorschlug schieden für mich sofort aus. Es waren alle kurzärmligen Teile. Ich trug nie etwas mit kurzen Ärmeln, da sonst all die Narben an meinen Unterarmen zum Vorschein kommen würden und das durfte nicht passieren.

Schließlich schlug Leigh dann aber ein Kleid vor, welches mir wirklich gefiel. Es war schwarz und langärmlig. Der Rücken war fast völlig frei und vorne hatte es einen V-Ausschnitt. Oben herum lag es eng an, um die Tallie war ein goldener, geflochtener Gürtel und um die Beine herum wurde es weiter. Das Kleid endete kurz über den Knien.

Ich ließ mich also überreden es anzuziehen und musste zugeben, dass ich erstaunlich hübsch darin aussah. Auch Leigh war völlig begeistert. Sie betonte mehrmals wie wunderschön ich aussähe. Das fand ich zwar eindeutig übertrieben aber ich war dennoch glücklich ein so gutes Kleid gefunden zu haben. Leigh bezahlte wie selbstverständlich und ich bedankte mich mehrfach dafür was sie jedoch nur lächelnd abtat.

Danach fuhren wir zurück zu Perrie.
Meine Gedanken kreisten nur um die Party. Ich war extrem nervös. Ich war noch nie gut darin gewesen neue Leute kennen zu lernen und das würde ich morgen dafinitiv tun müssen. Allerdings würde ich ja noch Perrie und Leigh bei mir haben. Diese Tatsache beruhigte mich sehr. Ich hatte das Gefühl, dass ich solange Perrie bei mir war fast alles schaffen könnte.

Hey
Sorry, dass länger kein neues Kapitel kam. Ich war im Urlaub und hatte deswegen leider nicht viel Zeit zum Schreiben.
Ich habe mich aber sehr über die vielen lieben Kommentare zum letzten Kapitel gefreut und auch jedes Vote macht mich immer sehr glücklich. :)
Ich hoffe euch hat auch dieses Kapitel gefallen und ich werde mich mit dem Nächsten beeilen.
Ansonsten wünsche ich euch noch einen schönen Abend und vielen Dank fürs Lesen.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt