Wieder rannte ich durch den Regen. Nur war ich dieses Mal nicht glücklich.
Ich wusste nicht einmal ob ich nach dem, was ich in den letzten 2 Jahren erlebt hatte überhaupt noch lachen oder lächeln konnte.
Und dieses Mal rannte ich auch nicht voller freudiger Erwartungen nach Hause. Nein, ich rannte voller Angst von dem Haus weg, welches ich einst als zu Hause bezeichnet hatte.
'Ich hätte einfach auf ihn hören sollen', schoss mir durch den Kopf.
Mein Bruder hatte mir geraten so lange er weg war nicht nach Hause zu kommen.
Doch ich war zu leichtsinnig um auf ihn zu hören.
Etwas was ich nun zutiefst bereute.
Meine Kleidung bestand nur aus einer dünnen Hose und einem Shirt mit kurzen Ärmeln, weshalb ich zu diesem Zeitpunkt schon halb durchgefrohren war. Trotzdem musste ich weiter rennen.
Ich hörte inzwischen keine Schritte mehr hinter mir aber ich war mir sicher das er irgendwo dort war. Denn er gab nicht schnell auf.
Mein Ziel war ein Wald am Rande der Stadt. Manche würden es vielleicht als gefährlich bezeichnen nachts in einen Wald zu rennen aber für mich war das hinter mir noch weitaus gefährlicher.
Als ich den Wald erreichte versteckte ich mich hinter einem Baum.
Es wäre sicherer gewesen weiterzulaufen aber ich bekam schon kaum mehr Luft, jeder Atemzug fühlte sich wie Feuer in meinen Lungen an und meine Beine drohten vor Erschöpfung nachzugeben.
Ich ließ mich am Baumstamm herunterrutschen, versuchte möglichst leise zu atmen und schickte ein Stoßgebet in den Himmel.
Vielleich kam er gar nicht zum Wald und würde einfach irgendwann aufgeben.
Das das nicht passieren würde hätte mir eigentlich klar sein sollen.
Wenige Minuten später hörte ich die dupfen Schläge schwerer Schritte auf dem Boden. Mein Herz fing an schneller zu schlagen und ich kauerte mich in Furcht zusammen.
Dann vernahm ich die kratzige Stimme: "Wo bist du, mein kleiner Engel? Du kannst dich nicht ewig verstecken?"
Die Schritte kamen immer näher. Ich musste dringend hier weg.
Geräuschlos stand ich auf und bewegte mich immer weiter nach hinten, weg von den Schritten.
Einen leisen Schritt nach dem anderen, bis-
KNACK
Wie erstarrt blieb ich stehen.
'Bitte lass ihn einfach nicht gehört haben wie dieser Ast unter meinem Schuh zerbrach.'
Das war natürlich reines Wunschdenken.
Die Schritte verstummten kurz, dann erklangen sie viel schneller als zuvor und bewegten sich genau in meine Richtung.
Ich war vor Schreck wie erstarrt.
Die Dunkelheit war zu dicht um etwas zu erkennen aber ich wusste es, wusste das er hier irgendwo war, ganz nah bei mir. Mir war klar das es nur noch Sekunden dauern konnte bis seine kalte, starke Hand mich packen würde und-"Jade? Wach auf! Was ist mit dir? Jade!!!"
Ich schreckte aus dem Schlaf.
Wie üblich brauchte ich ein paar Sekunden um zu registrieren wo ich war und das mir nichts passieren konnte.
Immerhin waren seit der Erinnerung von der ich Träumte schon mehrere Jahre vergangen."Jade, was ist los?"
Erst bei diesen Worten bemerkte ich Perrie neben meinem Bett. Sie hatte mich wohl aufgeweckt.
Ich war natürlich froh geweckt worden zu sein, allerdings war nun das passiert was ich um jeden Preis verhindern wollte.
Perrie war nachts wegen mir aufgewacht.
Ich suchte in ihrem Gesicht nach Wut doch da war nichts außer ehrlicher Besorgnis.
"T-tut mir l-leid, d-dass ich dich g-geweckt h-habe.", wisperte ich mit zittriger Stimme.
"Hey, ich hab dir doch von Anfang an gesagt, dass mir das nichts ausmacht und das du mich immer wecken sollst wenn es dir schlecht geht.", sagte Perrie in einem beruhigenden Tonfall. Sie setzte sich neben mich auf mein Bett und zog meinen immer noch zittrigen Körper in eine warme Umarmung.
"Passiert das häufiger, dass du solche Albträume hast?"
Ich nickte.
"Möchtest du darüber reden?"
"L-lieber nicht. Ich habe das noch nie wem erzählt und bin auch noch nicht bereit dazu."
Ich kannte Perrie inzwischen gut genug, sodass ich mir fast sicher war, dass sie mich nicht drängen würde.
Und ich behielt Recht.
Perrie erwiederte nur: "Das ist okay. Aber wenn du irgendwann das Bedürfnis haben solltest zu reden kannst du jederzeit zu mir kommen."
"Ich weiß."
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Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)
FanfictionJade Thirlwall ist ein schüchternes Mädchen, das nie von irgendwem bemerkt wird. Sie lebt in einem Kinderheim und hatte noch nie jemanden der sich um sie sorgt oder sie wirklich liebt. Perrie Edwards ist ein junger Popstar. Sie hat unglaublichen Erf...