Kapitel 23

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Die Tür wurde von einem Mann geöffnet. Er war schätzungsweise um die 50 und wirkte auf mich relativ streng.
"Wer bist du und warum bist du zu spät?"
Na das war ja mal eine sehr nette Begrüßung.
"I-ich-"
"D-du?"
Ich hasste diesen Menschen jetzt schon. Und dieses herablassende Verhalten mir gegenüber machte mich echt wütend.
"Ich bin Jade Thirlwall. Ich bin neu in dieser Klasse." Ich hatte keine Ahnung wiso meine Stimme so fest klang aber ich war stolz darauf.

Der Mann schien davon jedoch nicht so begeistert zu sein.
"Ich bin Mr. Schmidt dein Klassenlehrer.", meinte er mit einem gekünstelten Lächeln.
Ich sah, dass seine Augen plötzlich schadenfroh aufblitzten und ahnte schon jetzt Schlimmstes.
Er schob mich in den Klassenraum. Genau vor die Tafel ins Zentrum aller Blicke.
Na super!

Alle Gespräche waren verstummt und die eingetretene Stille war allumfasend, bis Mr. Schmidt sie brach: "Liebe Klasse, dies ist eure neue Mitschülerin. Sie möchte sich euch sicherlich gerne vorstellen."
Ich drehte mich nicht um aber das schadenfrohe Grinsen auf Mr. Schmidts Gesicht konnte ich mir auch so vorstellen.

Alle Blicke waren ausnahmslos auf mich gerichtet und jetzt sollte ich auch noch etwas sagen.
Kurz gesagt war es so ziemlich die schrecklichste Situation, die ich mir vorstellen konnte.

"I-ich-", ich räusperte mich und setzte nochmal neu an, "M-mein Name ist Jade Thirlwall und..."
Toll jetzt wusste ich nicht mehr was ich noch sagen konnte und weder die belustigten Blicke bei meinem Gestottere noch das aufgeregte Tuscheln bei der Erwähnung meines Namens machten es besser. Sondern nur noch viel schlimmer.

Mr. Schmidt schien dann doch Mitleid mit mir zu haben und erlöste mich indem er sagte: "Okay, setz dich bitte auf einen der freien Plätze."

Ich guckte mich um. Es gab genau drei freie Plätze.
Der Eine schied sofort aus. Er war in der letzten Reihe, neben einem Jungen, der mich mit seinen schwarzen, gruseligen Augen anstarrte. Sein Gesichtsausdruck war alles andere als freundlich.
Der zweite Platz war vorne. Allerdings war der Rest der Reihe schon mit Mädchen in Markenklamotten und mit zu viel Schminke im Gesicht bezetzt. Diese Mädchen erinnerten mich auf sehr schlechte Weise an Tanja.

Dann blieb also nur noch der letzte Platz. Er war am Fenster in einer der mittleren Reihen. Daneben saß ein Mädchen mit braun gelockten Haaren. Sie war ohne Zweifel wunderschön aber im Gegensatz zu den Meisten anderen hier auch noch sehr natürlich. Das fand ich gut.

Meine neue Sitznachbarin lächelte mir freundlich entgegen und sagte sobald ich mich hingesetzt hatte: "Hi ich bin Jesy."
Ich erwiederte schüchtern ihr Lächeln und wollte gerade etwas sagen als ich einen sehr strengen Blick von Mr. Schmidt abbekam. Daraufhin waren wir beide sofort still und ich versuchte dem zu Folgen, was an der Tafel erklärt wurde.

Als es nach gefühlten Ewigkeiten endlich läutete, hielt Jesy mich noch einmal zurück: "Was hast du jetzt?"
Ich sah auf meinen Stundenplan und seufzte: "Spanisch."
"Schade. Ich habe Französisch. Aber wenn du möchtest könnten wir uns in der Mensa zusammen setzen."
Positiv von diesem Vorschlag überrascht nickte ich und stimmte freudig zu.

Meine Spanischlehrerin war echt nett. Sie bestand nicht darauf, dass ich mich vorstellte sondern wies mir gleich einen Platz zu.
Wenig später setzte sich ein brünettes Mädchen neben mich. Sie schenkte mir kaum einen Blick und beachtete mich einfach gar nicht.
Das änderte sich jedoch schnell als sie von ihrer Freundin, die wasserstoff blond gefärbte Haare hatte, angestoßen wurde. Die Freundin deutete auf mich und auch das brünette Mädchen sah mich jetzt genauer an.

Ihre Augen weiteten sich kurz und sofort setzte sie ein strahlendes Lächeln auf.
"Bist du Jade Thirlwall? Die Pflegetochter von Perrie Edwards?"
"Äh...ja"
"Oh mein Gott. Ich liebe Perrie Edwards einfach! Wenn du willst kannst du dich in der Mensa zu uns setzen."
Normalerweise saß ich immer alleine doch jetzt hatte ich schon zwei Angebote bekommen.
"Ich...d-das ist wirklich nett. Aber ich sitze schon bei Jesy."
"Jesy Nelson? Das kann nicht dein Ernst sein. Sie ist die totale Außenseiterin hier, guck dir doch mal alleine ihre Kleidung an. Wenn du jetzt schon anfängst was mit solchen Leuten zu machen, wirst du sicher bald zum nächsten Außenseiter hier!"

Ich dachte darüber nach. Jesy war mir wirklich nett vorgekommen und ich sah gewiss keinen Grund sie auszuschließen.
Aber wollte ich riskieren wieder gemobbt zu werden? Und das für jemanden den ich kaum kannte. Die Antwort war eigentlich leich, trotzdem viel mir mein nächster Satz unglaublich schwer: "Okay. Dann werde ich mich zu euch setzen."
Das Mädchen lächelte erfreut.
"Ich bin übrigends Daisy und das ist Marlee." Sie deutete auf ihre Freundin, die mich abschätzend musterte.

Ich war mir nicht ganz sicher ob ich diese Mädchen mochte aber sie schienen beliebt zu sein und sie waren meine Chance, dass ich nicht wieder gemobbt werden würde.
Nach meiner Erfahrung werden Leute mit beliebten Freunden meistens nicht einmal schräg angeguckt. Wenn ich mich mit diesen Mädchen anfreunden musste um meinen Frieden zu haben, dann würde ich das tun.

Als es zur Pause klingelte, folgte ich also den beiden zur Mensa.
Dort angekommen fiel mein Blick sofort auf Jesy. Sie lächelte mich an. Als sie jedoch meine Begleitung erblickte verzog sie das Gesicht.

Daisy und Marlee steuerten zielstrebig auf einen Tisch in der Mitte zu. Sie drehten sich um als ich ihnen nicht folgte.
"Was ist denn? Wolltest du vielleicht doch mit der Loserin sitzen. Wir werden dich nicht aufhalten aber Freunden von Jesy Nelson ist es hier noch nie gut ergangen."
Diese Drohung machte mir wirklich Angst und ich hatte mich auch schon entschieden. Nur viel es mir aus irgendeinem Grund echt schwer Jesy zu enttäuschen. Ich hatte wirklich Mittleid mit ihr und sie war so nett zu mir gewesen.

Mit einem schlechten Gefühl im Bauch folgte ich Daisy und Marlee.
Ich warf noch einen kurzen Blick zu dem Tisch am Rand an dem Jesy saß. Ich bereute es aber sofort als ich die Enttäuschung in ihrem Blick sah. Beschämt blickte ich wieder weg.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt