Kapitel 28

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Zu einem Ball zusammengekauert lag ich auf meinem Bett. Er hatte gesagt, dass ich hier warten sollte.
Mein Bruder war nicht da. Deswegen wusste ich, dass etwas Schlimmes kommen würde. Karl wurde zwar auch mal bestraft aber höchstens mit einer Ohrfeige und Karl dachte, dass es bei mir genauso war.
Mein Bruder wurde schon zornig, wenn er mir eine Ohrfeige gab. Natürlich konnte Karl nichts dagegen tun aber mir war klar, dass mein Bruder vermutlich ausrasten würde, wenn er erfuhr was alles passierte, wenn er nicht da war. Und ihm war das auch klar. Ich hatte Karl natürlich nie etwas von den anderen Bestrafungen erzählt. Ich wusste, dass er mich dann noch härter Bestrafen würde.
Doch das hier war ganz neu und es machte mir Angst.
Nach viel zu kurzer Zeit hörte ich Schritte auf der Treppe. Kurz darauf wurde die Zimmertür aufgerissen und da stand er.
"Steh auf und zieh dich aus."
Entsetzt starrte ich ihn an.
"W-was?"
Das hätte ich nicht tun sollen.
Er packte mich am Arm, nahm die Zigarette die er noch zwischen den Zähnen hatte und drückte sie auf die weiche Haut meines Unterarmes.
"Du sollst mir nicht wiedersprechen!"
Ich wimmerte.
"I-ich weiß."
Als er die glühende Zigarette von meinem Arm nahm, tat ich blitzschnell was er mir befohlen hatte. Ich hatte sowiso keine andere Wahl.
Als ich mich ausgezogen hatte kam er langsam auf mich zu. Alles in mir wollte einfach nur weglaufen, doch ich wusste dass dies zwecklos war.
Er griff nach meinem Arm und hielt diesen so fest, dass mir vor Schmerz einige Tränen über die Wangen liefen.
Dann drängte er mich zum Bett und schubste mich grob auf die Matratze.
Ich spürte wie seine rauen Hände über meinen Körper wanderten. Niemals hatte sich etwas so schrecklich angefühlt. Ich schloss die Augen in dem Wissen, das ich nichts tun konnte und einfach warten musste bis es vorbei war.
Doch dann wurde ich plötzlich erlöst.
Die Tür wurde aufgerissen und Karl stand fassungslos im Ramen. Allerdings dauerte es nur wenige Sekunden bis mein Bruder begriff, was er vor sich sah und eben so schnell war mein Bruder darin ihn von mir runterzuziehen. Und das Nächste was ich wusste war, dass mein Bruder wie verrückt auf meinen Vater einschlug, bis dieser blutend am Boden lag und sich nicht mehr regte.
Ich schrie.

Schweißgebadet erwachte ich.
Ich hatte schon ewig keinen Albtraum mehr gahabt. Doch nun wo Perrie nicht da war, hätte ich eigentlich damit rechnen müssen.

Das war eine meiner allerschlimmsten Erinnerungen gewesen.
Deswegen ging es mir nun auch noch viel schlechter als mach harmloseren Träumen.
Dieser Traum hatte meine wirkliche Erinnerung geweckt.
Ich erinnerte mich wieder an die Hände, die über meinen Körper strichen.
Ich kniff die Augen zusammen. Ich wollte nur noch dass die Bilder verschwanden. Doch das tatan sie nicht.
Ich kauerte mich auf meinem Bett zusammen und versuchte irgendwie die Flut aus unerwünschten Bildern und Gedanken zu stoppen. Ich schaffte es nicht und fing langsam an zu weinen. Bald schon drangem laute Schuluchzer aus meinem Mund.
Ich war kurz davor laut zu schreien, als meine Zimmertür aufgerissen wurde.
Einige Sekunden später, spürte ich weich Hände die mich festhielten und langsam wieder in die Gegenwart zurückholten. Perrie.

Als ich mich wieder etwas beruhigt hatte, hörte ich auch ihre zittrige Stimme.
"Jade? Was ist los? Rede mit dir. Was ist passiert, Jadey? Sag doch was. Bit-te."
Beim letzten Wort brach ihre Stimme und ich hörte nun auch sie leise weinen.

Doch ich konnte im Moment nicht sprechen. Das Einzige was ich tat war mich noch näher an Perrie zu kuscheln und weiterhin laut zu schluchzen.

Als ich mich jedoch wieder einigermaßen beruhigt hatte und mir einfiel was gestern Abend passiert war, rückte ich ein Stück von Perrie weg.

Als diese das bemerkte, sah sie mich verletzt an.
"Was ist los?"
"Du wolltest mich doch gestern nicht bei dir haben." Ich kam nicht umhin zu bemerken wie verletzt und erbärmlich meine Stimme klang.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt