Kapitel 20

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Die nächsten Tage waren wirklich wunderschön.
Perrie hatte Recht gehabt und nach dem Klavier spielen hatte Caitlin jegliche Abneigung gegen mich überwunden. Sie sprach mit mir genauso wie mit Perrie und schien mich auch aufrichtig zu mögen. Das war etwas was mich wirklich sehr freute. Wir drei hatte echt viel Spaß miteinender. Wir machten einige Ausflüge.
In einen Freizeitpark, in die Stadt zum shoppen uud manchmal auch einfach nur in den Park oder etwas Essen.

Heute war der letzte Tag mit Caitlin gewesen. Wir waren Eis essen und haben ansonsten zu Hause Spiele gespielt.
Caitlin würde morgen von Perries Mum abgeholt werden.
Sie war inzwischen schon im Bett, washalb ich nur mit Perrie im Wohnzimmer saß. Diese war mal wieder auf das heikle Thema Schule zu sprechen gekommen.
"Ich denke es wäre gut wenn du direkt nach den Ferien, also übermorgen das erste Mal hin gehen würdest. Dann fällt dir der Einstieg sicherlich leichter.

Das kam für mich viel zu plötzlich! "Was?! Schon übermorgen? Auf welche Schule denn überhaupt."
"Nun, hier in der Nähe gibt es nur noch eine Schule. Der Schwerpunkt liegt auf Musik und darstellendem Spiel und sie ist ziemlich beliebt. Das heißt es gehen nur Leute da hin deren Eltern entweder ziemlich reich sind oder die sehr talentiert sind und ein Stipendium bekommen haben."

"Na toll...und ich habe nichts von Beidem.", murmelte ich betreten.
"Genau genommen bist du meine Adoptivtochter, weshalb du schon eine Mutter mit relativ viel Geld hast und nach deinem Klavierspielen zu urteilen, bist du zumindestens in Musik unheimlich begabt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass du in anderen Fächern schlecht bist."
"Naja"
Bislang war es immer so, dass ich zwar gute Arbeiten schrieb, mich aber nie meldete und deswegen auf dem Zeugnis fast nur Dreien und Viere hatte. Obwohl ich alles konnte.

"Also, gehst du gleich nach den Ferien?", fragte Perrie nochmal nach.
Ich überlegte. Mir graute es zwar schon jetzt vor den Leuten dort, die bestimmt schrecklich eingebildet sein werden, aber Perrie hatte Recht. Direkt nach den Ferien war es leichter als mitten in einem Semester.
Also bejahte ich Perries Frage, wenn auch etwas unwillig.

Als hätte Perrie gespürt, dass es genau das war was ich jetzt brauchte, zog sie mich in ihre Arme. Und so saßen wir eine Weile einfach nur auf Perries Sofa und genossen die Nähe des jeweils anderen.
Ich fühlte mich so behaglich bei Perrie, dass mir irgendwann einfach die Augen zufielen und ich auf dem Sofa einschlief.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag ich mit Perrie in Perries Bett. Sie musste mich hochgetragen haben. Bei dieser Vorstellung schlich sich automatisch ein Grinsen auf mein Gesicht.

Ich spürte Perries warmen Körper hinter mir und kuschelte mich behaglich noch näher an sie. So könnte ich jeden Morgen aufwachen.

Doch die angenehme Ruhe wurde schnell unterbrochen als Caitlin die Zimmertür so heftig aufriss, dass diese gegen die Wand knallte.
"Perrie aufstehen!"
Als ich immer noch leicht verschlafen blinzelte erkannte ich, dass sie schon fertig angezogen war und für die frühe Uhrzeit erstaunlich munter aussah.

Caitlin entdeckte mich jetzt auch.
"Was machst du denn hier, Jade?"
Ich erstarrte, würde sie mich jetzt wieder hassen?
Doch zu meiner riesigen Erleichterung grinste sie mich fröhlich an.
"Ist eigentlich auch egal. Ich hätte dich sowiso gleich geweckt. Meine Mutter kommt mich in einer Stunde abholen.", an der Stelle verzog sie traurig das Gesicht.
Ich wollte gerade etwas sagen um sie zu trösten doch sie ließ mich gar nicht zu Wort kommen: "Und jetzt kannst du mir helfen Perrie zu wecken!"

Ich wollte mich gerade umdrehen um Perrie wach zu rütteln, als Caitlin mich zurückhielt.
"Nein! So krigst du die nie wach.", protestierte Caitlin fast so als müsse mir das längst klar sein.
Ich zog verwirrt die Augenbrauen hoch: "Und was hattest du dann vor?"
"Komm mit, wir machen es auf meine Methode."

Sie sog ungeduldig an meiner Hand und ich erhob mich schwerfällig aus dem Bett. Für mich war es eindeutig noch zu früh. Für Caitlin allerdings offensichtlich nicht. Sie zog mich mit sich in die Küche, holte zwei große Schüsseln aus dem Schrank und begann diese mit kaltem Wasser voll laufen zu lassen.

Als ich begriff was sie vorhatte sah ich sie empört an. "Caitlin...wir können doch nicht-"
Doch ich wurde unterbrochen: "Können wir wohl! Das wird witzig."
Caitlin hatte einen schelmischen Gesichtsausdruck aufgesetzt und ich musste unwillkürlich kichern.
Auch wenn mir Perrie irgendwie leid tat beschloss ich mit zu machen. Das könnte wirklich lustig werden.

Ich bemerkte auch, wie sehr ich Perrie inzwischen schon vertraute und wie gut ich sie kannte. Noch vor wenigen Tagen hätte ich so was nie gemacht, aus Angst sie könnte sauer werden. Diese Befürchtung hatte ich inzwischen gar nicht mehr.

Als wir wenig Später jeder mit einer Schüssel in der Hand vor Perries Bett standen, mussten wir uns stark kontrollieren um nicht laut los zu Lachen.
"Eins, Zwei, Drei", zählte Caitlin lautlos. Bei "Drei" schütteten wir beide unsere Wasserschüsseln aus, direkt auf Perries Gesicht.
Perrie stieß einen kurzen spitzen Schrei aus. Sie saß fast augenblicklich senkrecht im Bett und schnappte erschrocken nach Luft.

Caitlin und ich konnten uns nun nicht länger zurückhalten und fingen lautstark an zu lachen.

Perrie stand aus ihrem Bett auf und baute sich über Caitlin auf, die inzwischen auf dem Boden lag und sich Lachtränen aus den Augen wischte.
Perries Gesichtsausdruck war wütend aber an dem Funkeln in ihren Augen erkannte ich, dass sie es uns nicht wirklich übel nahm.

Sie beugte sich runter und fing an Caitlin zu kitzeln.
"Neiiin, lass das! Perriiiiie!"

Ich musste noch lauter anfangen zu lachen. Perrie ließ relativ bald von Caitlin ab und wandte sich mit einem teuflischen Grinsen mir zu.

Ich versuchte noch ihr zu entkommen doch sie war schneller, schnappte mich und fing nun auch an mich zu kitzeln.
Ich quikte auf doch Perrie machte erbarmungslos so lange weiter bis wir beide lachend nebeneinander auf dem Boden lagen.

Erst jetzt bemerkte ich, dass ich seit über 10 Jahren nicht mehr so ungezwungen Spaß gehabt hatte.

Als Perrie wieder einigermaßen zu Atem gekommen war fragte sie: "Wie kommt ihr zwei eigentlich darauf mir so früh morgens Wasser übers Gesicht zu schütten?!"

"Unsere Mutter kommt in", Caitlin warf einen Blick auf ihre Armbanduhr, "genau 47 Minuten um mich abzuholen. Und anders bist du ja nicht wach zu bekommen.", entgegnete Caitlin frech.

Perrie warf ihr einen gespielt wütenden Blick zu und verschwand im Bad.
Auch ich suchte mir Kleidung raus und machte mich fertig.

Viel zu schnell standen wir mit Caitlins Gepäck im Flur und der Abschied rückte immer näher.
Wir mussten Caitlin versichern, dass wir uns bald wieder sehen würden.

Dann klingelte es auch schon und Perries Mutter stand vor der Tür.
Perrie lächelte sie unsicher an und wirkte echt erleichtert als ihre Mum das Lächeln erwiederte. Auch ich bekam ein warmes, freundliches Lächeln von Debbie.

"Können wir los?", fragend blickte Debbie ihre jüngste Tochter an.
Caitlin drehte sich um und fiel ihrer Schwester in die Arme. Perrie flüsterte ihr etwas zu, woraufhin sie lächelte. Beide verabschiedeten sich und lösten sich traurig aus der Umarmung.

Dann lief Caitlin auf mich zu und zog auch mich in eine Umarmung, die ich glücklich erwiederte.
"Ich hab mich getäuscht: Du bist kein bisschen doof. Und ich bin echt froh, dass du jetzt bei Perrie lebst und quasi zur Familie dazu gehörst."
Sie hätte nichts sagen können, was mich noch glücklicher gemacht hätte.
"Ich bin auch echt froh dass du Perries Schwester bist und wir uns sicherlich bald wieder sehen werden."
"Bringst du mir das nächste Mal Klavierspielen bei? Vielleicht fange ich ja an zu üben wenn ich eine so gute Lehrerin habe."
"Versprochen!", versicherte ich ihr.
Sie lächelte mir noch einmal zu und ging dann zusammen mit Perries Mum aus der Tür.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt