Kapitel 27

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Als ich am nächsten Morgen aufwachte war ich wie zu erwarten total müde.
Der Platz neben mir war leer, was bedeutete, dass Perrie schon aufgestanden war und mich schlafen gelassen hatte.

Ich ging hinunter in die Küche.
In den vergangenen Wochen hatte Perrie manchmal schon Frühstück gemacht, wenn sie zuerst aufgewacht war.
Doch diesmal erwartete mich kein Frühstück und auch keine Perrie.
Sondern nur ein kleiner quadratischer Zettel auf dem in Perries schön geschwungener Schrift stand:

Ich bin irgendwann heute Abend wieder da.

Das war alles.
Ich drehte den Zettel einmal um doch da stand nicht mehr. Keine Information wo sie hingehen würde. Nicht mal ihren Namen hatte sie unter die Nachricht geschrieben.
Dabei hätte ich gerade heute einfach jemanden gebrauch, der für mich da war und meine zweifelnden Gedanken wegen dem Date heute Abend beruhigte.

Als aller Erstes wäre mir da Perrie eingefallen. Doch jetzt wo ich länger darüber nachdachte,wusste ich zu wem ich noch gehen konnte.

Ich frühstückte eilig und zog mich an. Dann nahm ich mir eine große Tasche und packte sie mit Essen voll. Normalerweise hatte ich immer darauf geachtet, dass der Verlust von Lebensmitteln nicht auffallen würde. In dem Moment war ich aber so wütend auf Perrie, weil sie mich heute einfach allein gelassen hatte, dass es mich nicht wirklich interessierte. Sollte sie es doch herausfinden. Es war mir egal was sie dachte.

Also packte ich eine ziemlich große Menge an Essen ein und machte mich auf den Weg.

Ich wusste zwar wo Jesy wohnte aber um diese Uhrzeit war sie meistens schon in der Stadt und versuchte irgendwie Geld und Essen für ihre Familie zu beschaffen. Ich hatte sie häufig genug dabei begleitet und wusste so wo ich suchen musste.

Mein erster Anlaufpunkt war die größte Geschäftsstraße und ich hatte auch gleich Glück. Schon von Weitem hörte ich Jesy singen und als ich mich durch die vielen Menschen zu ihr durchgekämpft hatte, sah ich sie an ihrer üblichen Stelle stehen. Ein Plastikbecher stand vor ihr, in den die vorbeilaufenden Leute Geld warfen.

Als Jesy mich erblickte lächelte sie. Sie beendete ihr Lied noch, nahm dann den Becher mit dem Geld und kam auf mich zu um mich zu umarmen. Sofort erwiederte ich die Umarmung meiner Freundin.

"Du hast nicht gesagt dass du heute kommst.", meinte Jesy als wir uns voneinander lösten.
"Ich habs spontan entschieden. Können wir irgendwo anders hingehen?"
Jesy, die wusste dass ich nicht gerne auf solchen belebten Straßen unterwegs war nickte sofort und wir machten uns auf den Weg in einen ruhigeren Teil der Stadt.

Nach einigen Minuten brach ich die Stille: "Wie ist es heute gelaufen?"
Ich deutet auf den Becher mit dem Geld.

Jesy seufzte: "Wie üblich. Für Essen und andere überlebenswichtige Dinge reicht es aber ich werde meinen Geschwistern nie irgendwelche Wünsche erfüllen können und nachher werden sie auch irgendwann für ihre Kleidung oder so was ausgelacht und das nur, weil ich ihnen nichts besseres bieten kann."
Jesy guckte betreten zu Boden.

"Dann gib das Geld für Kleidung und solche Sachen aus. Ich habe Essen dabei."
Als Jesy das Essen sah, weiteten sich ihre Augen.
"Jade?! Das ist viel zu viel. Ich sagte dir doch, dass du nicht so viel für uns tun sollst. Und du meintest doch auch, dass du aufpassen musst, dass Perrie nichts mitkriegt."
"Wen interessiert schon was Perrie denkt?"
Wütend trat ich gegen einen Stein auf dem Geweg, sodass dieser bestimmt zehn Meter weit flog.

Jesy sah mich überrascht von der Seite her an.
"Was ist los?"
"Ich...Ich habe heute Abend ein Date."
"Was? Und das erfahre ich erst jetzt? Mit wem? Und was ist daran so schlimm?"
"Nein, daran ist eigentlich gar nichts schlimm und ich weiß es selber erst seit gestern."
"Mit wem denn überhaupt?"
"Theo", erwiederte ich leise. Jesy sah mich überrascht an. Sie wusste wie sehr Theo mich manchmal nervte.

Unexpected Love - Jerrie Fanfiction (Deutsch)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt