Chapter 33 ✓

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Ich mache die Autotür zu. Beim schließen der Tür kreuzen sich Stiles und mein Blick. Er nickt mir zu. Ich lächle und wende mich ab. Leise folgen wir Scott ins Gebäude. Keiner sagt was, da draußen immer noch die Geräusche zu hören sind, die auf meine Brüder schließen. Plötzlich spüre ich Isaacs warmen Atem an meinem Ohr, bleibe aber nicht stehen. Mein Körper reagiert sehr stark auf seine Nähe und als er dann auch noch mit seiner rauen Stimme zu flüstern anfängt ist es um mich geschehen. „Du weißt gar nicht, was für Vorstellungen deine heiße, widerspenstige Art in mir hervorruft. Sehr heiße Vorstellungen." Das hat er nicht gesagt.

Mir kommt die Hitze ins Gesicht. Mein Gesicht muss gerade extrem rot anlaufen. Ich weiß gar nicht, was ich erwidern soll. Ich hab auch keine Möglichkeit was zu erwidern, denn Isaac entfernt sich sofort nach dem Satz von mir und geht an mir vorbei zu Scott. Ich sehe, wie sich Scott zu Isaac dreht und grinsend den Kopf schüttelt. Der Beta zuckt nur mit den Schultern. Schön, dass sie sich auch ohne Worte verstehen. Warte mal Scott hat es gehört. Ohh Boden tu dich bitte auf.

Ich hole die Jungs ein und verpasse dem Blauäugigen einen Schlag gegen die Schulter. Scott werfe ich einen ernsten Blick zu. Er grinst dumm vor sich hin. „Konzentriert euch!", flüstre ich. „Wir sollten uns aufteilen. Dann sind wir schneller. Ich geh meine Mom suchen und ihr macht den Notstrom an.", schlägt der baldige Alpha vor. Ich schaue zum dritten im Bunde, der zustimmend nickt, so stimme ich Scott auch zu. Scott geht im Flur nach rechts, während Isaac und ich Richtung Treppenhaus gehen. Wir stoppen. Mein übernatürliches Gehör schlägt an. Wir schauen gleichzeitig zum Treppenhaus. „Da ist jemand." Ich ziehe Isaac fort vom kürzesten Weg zum Dach hinauf. „Dann müssen wir uns wohl oder übel einen anderen Weg suchen." Leise schleichen wir durch die Flure. Ich halte inne und drücke mich an die Wand, als ich lautes Gepolter wahrnehme und darauf folgende Schritte. Ich luge um die Ecke, wo die Fusion meiner Brüder in Richtung Scott läuft. Isaac sieht es auch und wendet sich leise an mich, als sie außer Reichweite sind. „Sie gehen genau auf Scott zu." „Ich weiß. Wir müssen aber weiter. Wir müssen Derek befreien." Er nickt, trotzdem sehe ich, wie widerwillig es ist. Er hat gegenüber Scott eine größere Loyalität, als gegenüber seinem eigenen Alpha. Das sollte nicht so sein. Da sieht man aber, warum  der Beta das Zeug zum wahren Alpha hat.

Isaac nimmt meine Hand und zieht mich zurück zum Treppenhaus. Wir gehen durch dieses, zwei Etagen höher, damit wir aufs Dach gelangen. „Mist." Ohne Vorwarnung bleibt der Beta einfach stehen. Natürlich bin ich zu überrumpelt um richtig zu handeln. Somit laufe ich weiter und strecke schützend meine Arme aus, die den Rücken des Werwolfes berühren, als ich zu nahe komme. Ich linse an ihm vorbei und sehe durch die Glastür, die vom Treppenhaus in die nächste Etage führt. In die Etage, die wir durchqueren müssen. Ich kann gerade noch sehen, wie Deucalion und Kali in ein Behandlungsraum verschwinden. „Wir kommen nicht unentdeckt durch." „Wir müssen aber an ihnen vorbei.", werfe ich leise ein und schaue zu dem Jungen hoch. Dieser mustert mich ernst. „Dann müssen wir uns was einfallen lassen. Einfach so durch spazieren ist nicht. Vergiss es." „Ich weiß." Plötzlich taucht Kali wieder in der Tür auf. „Annalena. Schön, dass du dich zu uns gesellst." Deucalions Stimme ist trotz der Entfernung klar und deutlich zu hören. Ich erschaudere. Ich dränge mich an meinem Begleiter vorbei und stoße die Glastür auf. „Spinnst du?" Der wütende Unterton ist nicht zu überhören.


Ich kann herausfinden, was er von mir will. Er hat irgendwas geplant. Er weiß, dass ich nicht zurückkomme. Nicht freiwillig.


Ich gehe geradewegs in den Raum, worin die beiden Alphas vorhin verschwunden sind. Deucalion sitzt auf dem OP -Tisch, in seiner Handseinen Blindenstock und Kali steht schützend vor ihm mit einem bösen Grinsen auf den Lippen. „Schon gut Kali. Sei nett zu unserem Gast." Die Worte sind eindeutig auf Isaac bezogen, der mir natürlich nicht von der Seite gewichen ist. Der Beta hat seine Krallen ausgefahren und knurrt. Ich fasse mit meiner Hand nach hinten zu seiner – versuche ihn zu beruhigen. Er verstummt. Kali ist zur Seite getreten und steht nun neben dem Demonenwolf. „Ich werde nicht zurückkommen.", stelle ich sofort klar. Deucalion grinst und steht auf. Er kommt langsam auf mich zu, sodass es schon fast bedrohlich wirkt. Ich darf keiner Angst zeigen. „Das ist aber schade. Wir waren die letzten Jahre so gut zu dir. War das alles umsonst?" „Ihr habt mich entführt!", gebe ich bissig wieder. „Ich habe dich mit deinen Brüdern vereint." Er ist ruhig. Zu ruhig. Ich schnaube verächtlich. „Ich werde dich besiegen mit meinen Geschwistern an meiner Seite."

Ich werde gegen die Wand gedrückt

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Ich werde gegen die Wand gedrückt. Deucalion hält mich mit Krallen an die Wand, sodass meine Füße den Boden nicht berühren. Ich ringe nach Luft. Ich höre Isaac wütend aufknurren und nehme aus dem Augenwinkel wahr, wie er von Kali ruhig gestellt wird. Er wird von ihr auf den Boden gedrückt. Ich wende meine Konzentration wieder auf mein eigenes Problem, als ich noch fester gegen die Wand gedrückt werde. „Du bist wahrhaftig die Schwester deiner Brüder Annalena. Du bist mächtig, aber du bist auch austauschbar. Du bist nicht der einzige wahre Alpha in Beacon Hills. Ich lasse nicht zu, dass du mein Rudel gegen mich aufbringst. Deine Brüder sind auch ohne dich machtvoll, aber du." Er lässt mich los und ich sinke zu Boden. Ich schnappe heftig nach Luft. Deucalion kniet sich hin und sieht mich durch seine Brille an. „Du hast die Wahl. Entweder du kommst freiwillig zu deiner Familie – zurück ins Rudel und kämpfst mit uns als wahrer Alpha gegen diese Kinder, oder du raubst Derek die Kraft und tötest den Rest des Rudels. Und du wirst eine der beiden Möglichkeiten auswählen, denn ich verspreche dir, dass du die Mondfinsternis sonst nicht mehr überleben wirst. Und widersetzen sich deine Brüder weiterhin meinen Befehlen werde ich sie auch töten. " Er richtet sich wieder auf. „Du musst dich auch nicht sofort entscheiden." Er geht zurück zum OP-Tisch und lächelt mich an. „Bei unserer nächsten Begegnung will ich deine Entscheidung wissen." Er deutet Kali an Isaac los zulassen. Dieser richtet sich auf und kommt sofort auf mich zu. Ich stehe auf und schaue Deucalion finster an. Innerlich klopft mein Herz, wie wild. Ich habe Angst. Todesangst. „Und jetzt geht. Ihr müsst euren Freunden doch helfen." Isaac zieht mich zur Tür. Ich lasse es zu. „Alles in Ordnung?" Wir stehen wieder im Treppenhaus, wo wir vor dem Gespräch schon waren. Ich atme tief ein und nicke. Isaac nimmt mich in den Arm.


Er will meinen Tod. Kooperation, oder Tod.


'Wenn der Besessene das Objekt seiner Begierde nicht sofort haben kann, wird er es stattdessen zerstören. Entweder ihr werdet freiwillig seinem Rudel beitreten, oder er wird einen Killer aus euch machen und dadurch jegliches Potenzial im Zusammenhang mit dem Guten in euch zerstören.', rufe ich mir Morells Worte in Gedanken.

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