Lena Pov:
Ich habe mich so auf ein entspanntes Wochenende gefreut und jetzt haben wir schon Sonntag. Das Bett in Scotts Gästezimmer ist zwar gemütlich, aber ich vermisse mein Bett. Wer hätte auch Anfang der letzten Woche gedacht, dass ich bei Scott lande? Ich nicht. Aiden hat mir öfters geschrieben, doch ich habe ihn ignoriert, genauso wie Ethan. Soll er doch unseren Bruder erklären, warum ich das Rudel verlassen habe. Ich stelle mich drauf ein, dass sie morgen in der Schule das Gespräch mit mir suchen werden und das ist der Moment, wo ich sie überzeugen muss Deucalions Rudel zu verlassen. Nur wie? Sie hören nicht auf das was ich sage, auch wenn ich ihnen sage, dass ich sie brauche. Ich brauche schnellstmöglich eine Idee, oder überzeugende Gründe.
Vielleicht können mir Lydia und Allison helfen. Ich treffe mich heute mit ihnen, da Allison uns Emilia vorstellen will. Das Mädchen, was dem Rudel bei dem Kampf geholfen hat. Das Mädchen, was anscheinend jedem aus dem Alpharudel bekannt ist, außer mir.
Mittlerweile stehe ich fertig angezogen vor dem Spiegel und betrachte mich. Heute habe ich mich für eine schwarze Skinny Jeans und ein graues T-Shirt entschieden. Dazu noch dunkle Stiefel und Schmuck bestehend aus zwei schlichten silbernen Armbändern, die passende silberne Kette mit einem Wolfsanhänger und silberne Ohrringe. Unten ziehe ich noch meine schwarze Lederjacke an. Isaac und Scott sind noch am schlafen. Wir haben auch gerade erstmal halb Acht. Eine halbe Stunde später bin ich mit dem Fahrrad bei Allison angekommen. (Mein Auto steht ja noch hier.) Ob das wirklich eine gute Idee war gerade hierhin zu kommen? Ich hoffe die bleiben alle heute schön da wo der Pfeffer wächst. Ohne irgendwelche Gesichter die ich nicht sehen will zu begegnen, komme ich vor Allisons Tür an.
Kurz nach dem klingeln wird diese von ihr aufgemacht. Sie lächelt mich an und zieht mich in eine kurze Umarmung. „Hi alles gut bei dir?", fragt sie. „Ja muss.", gebe ich schulterzuckend von mir. „Und bei dir?" „Ja ganz gut, schätze ich." Als wir uns lösen, gehen wir zusammen ins Wohnzimmer, wo schon Lydia und Emilia auf der Couch sitzen. „Hi Süße.", spring Lydia auf und umarmt mich, was ich erwidere. Danach schaue ich lächelnd zu Emilia. Sie fällt mit ihrem Äußeren sehr auf. Sie hat lange, wellige lila Haare, grau-grüne Augen und ein ovales Gesicht. Ihre schmalen Augen und ihre kleine Nase passen perfekt zu den Gesichtszügen und betonen ihre halbvollen Lippen. Sie ist jünger als wir, vielleicht gerade mal 15, oder 16 Jahre. „Hi ich bin Lena." Sie lächelt zurück. „Ich bin Emilia." Emilia mustert mich von oben bis unten und bleibt an meinem Gesicht hängen. „Du siehst ihnen sehr ähnlich von der Haarfarbe mal abgesehen." Ich wusste natürlich sofort über wen sie spricht. Ich nicke und setze mich ihr gegenüber, zu Allison auf die andere Couch. „Woher kennst du Ethan und Aiden?" Sie lacht kurz auf und ihr Blick wird kalt. „Ich bleibe mal bei der Kurzfassung, sonst dauert es zu lange. Mit 13 Jahren habe ich die Zwillinge kennengelernt. Nett, charmant, arrogant. Ich hatte kein Schimmer, dass es die übernatürliche Welt gibt, oder geschweige denn ich ein Teil davon bin. Urplötzlich wurde ich ein Teil dieser Welt. Ein halbes Jahr später mit 14 Jahren wurde ich zur Gefangenen des Alpharudels. Deucalion hat mich unter Beobachtung stellen lassen, wollte meine Kräfte und konnte mich deswegen nicht gehen lassen. Zu seinem Glück hat mich auch keiner vermisst. Ich bin Waise und lebte im Waisenhaus – öfter schon für mehrere Wochen abgehauen, da hat es auch keinen mehr interessiert, dass ich unauffindbar war. Nach dem Jahr bin ich dank Dean und Sam entkommen, die mich auch aufgenommen haben. Sie haben mich zur Jägerin ausgebildet und helfen mir herauszufinden wer ich bin." Nun zuckt sie mit der Schulter. Als sie ihre Geschichte erzählte, ging ihr Blick ins leere. Doch ich weiß, dass ist nicht alles. Sie hat so schnell geredet, als wäre es einstudiert. Trotzdem nicke ich nur. Sie mustert mich und seufzt. „Damit gibt du dich nicht zufrieden, oder? Du willst noch irgendwas wissen." Ich beobachte sie überrascht. Sie schaut mir in die Augen, ich schaue ihr in ihre und keiner bricht den Blickkontakt ab. Ihre Augen funkeln kalt und voller Schmerz. Sie ist so jung und hat schon so viel durchgemacht. Entweder trifft meine nächste Frage ins Schwarze, oder Emilia wird mich auslachen. Ich gebe erstmal ein Nicken auf ihre Aussage und schmeiße ein Wort in den Raum. „Aiden." Ich lasse sie nicht aus den Augen, um ihre Mimik genauer verfolgen zu können. Sie schaut mich ausdruckslos an und regt keinen Muskel. Jedoch verrät sie ein kurzes Funkeln in den Augen, was danach wieder in einen Ausdruck von Kälte übergeht, noch intensiver als vorher. Ich lehne mich vor und verschränke meine Hände in meinen Schoß. „Er hat anders reagiert, als er dich bei dem Kampf erkannt hat.", äußere ich meinen Gedanken. Aus dem Augenwinkel erkenne ich, wie Allison und besonders Lydia hellhörig werden. Mir ist natürlich nicht entgangen, dass Lydia etwas für meinen Bruder empfindet, auch wenn sie es nicht zugeben will. Emilia schaut abwechselnd zu uns. „Sagen wir es so, ich war jung und dumm und habe wirklich gedacht, dass er etwas für mich übrig hat und nicht nur mit meinen Gefühlen spielt, um mich für Deucalions Gunsten zu gewinnen."Ich wusste es. Ein Anflug von Trauer schwingt in ihrer Stimme mit. „Er hat mit deinen Gefühlen gespielt?", fragt Lydia. Ich schüttle den Kopf. Ich kann meiner besten Freundin kaum sagen, dass er das Gleiche bei ihr tut, oder es sollte. Ich denke er hat wirklich Gefühle für Lydia entwickelt. Es schockt mich nicht, wie lange er sowas schon für Deucalion abzieht. Wie vielen Mädchen hat er wohl schon das Herz gebrochen? Emilia nickt. „Ich habe mich von seinem Charme hinreißen lassen und kurze Zeit später konnte ich mein altes Leben vergessen." Sie lacht auf. „Aber ich muss ihm auch danken. Jetzt weiß ich, dass Liebe schwach macht und du besser ohne sie dran bist.", äußert sie im nächsten Moment wieder vollkommen kühl. Wie Aiden. Ihre kühle Art ähnelt seiner sehr. Niemanden an sich heranlassen und unnahbar spielen.
Allison spring auf. „Okay Leute anderes Thema. Ihr zieht mich runter. Ich hole uns was zu trinken und dann kommen wir zu dir-", sie zeigt auf mich. „Du wolltest unseren Rat, meintest du am Handy." Ist aber nicht gerade ein anderes Thema. Ich nicke, was Allison nicht mehr sehen kann, da sie schon in die Küche verschwunden ist. Sie kommt wieder und reicht uns allen ein Glas Limonade. Ich nippe an dem kühlen Getränk. Hmm so lecker. Als ich aufschaue, liegen alle Blicke auf mir. „Ich habe Deucalions Rudel verlassen und bin in Dereks Rudel.", fange ich an. Lydia lächelt mich an. „Das ist doch schön." Emilia hört mir aufmerksam zu und Allison mustert mich kritisch. „Was ist mit Ethan und Aiden?" Ich muss lächeln. Sie weiß sofort was in mir vorgeht. Ich schüttle den Kopf und stelle mein Glas nach einem weiteren Schluck auf den Tisch ab. „Das ist es ja. Da ich mich ohne ein weiteres Wort von ihnen abgewandt habe, rechne ich morgen in der Schule mit einer kleinen Auseinandersetzung." Ich veranschauliche mit meinen rechten Daumen und Zeigefinger einen winzigen Zwischenraum. „Ich muss sie überzeugen das Richtige zu tun, aber ich weiß nicht wie. Sie hören ja nicht auf mich.", erkläre ich verzweifelt weiter. „Auf Andere hören sie noch weniger. Du bist die Einzige, die zu ihnen durchdringen kann." „Ich weiß Lyds, aber genau das schaffe ich momentan ja nicht. Deucalion hat sie zu sehr unter seinen Fuchteln." Emilia wollte gerade etwas sagen, als ihr Handy klingelt. Sie ließt sich die SMS durch und steht auf. „Die Jungs wollen weiter. Wir haben einen neuen Fall in Nevada." Wir begleiten sie noch zur Tür. Allison verabschiedet sich als erstes vor ihr und zieht sie in eine Umarmung. „Ich hoffe wir sehen uns bald wieder Em. Danke für alles und passe auf dich auf." „Werde ich. Du auch." Nachdem Lydia sich verabschiedet hat, bin ich dran. Wir umarmen uns auch einmal kurz. „War nett dich kennen zu lernen Emilia.", gebe ich wahrheitsgemäß von mir. „Sehe ich auch so." Sie verzieht ihre Mundwinkel zu einem kleinen Lächeln, was ich natürlich sofort erwidre. Sie will gerade gehen, als sie sich nochmal umdreht und uns zuwinkt, wobei sie mich anguckt. „Pass auf deine Brüder auf. Ich weiß ich werde das nächst Gesagte bereuen, aber egal, wie schlecht ich momentan zu ihnen stehe, sie sind keine schlechten Menschen. Sie haben einfach nur den falschen Einfluss. Sie kämpfen für das was ihnen wichtig ist, du musst ihnen nur wieder vor Augen halten, dass das an erster Stelle die Familie sein sollte. Ich glaube sie würden alles für dich tun." Und mit diesen Worten verschwindet Emilia endgültig aus unserem Sichtfeld. „Das hätten wir nicht besser sagen können." „Ich glaube damit weißt du was du zu tun hast.", äußern meine beiden besten Freundinnen. Sie kämpfen für das was ihnen wichtig ist, du musst ihnen nur wieder vor Augen halten, dass das an erster Stelle die Familie sein sollte. Sie hat recht. Meine Verbindung zu meinen Brüdern ist besonders. Wir tun alles für einander und ich werde sie nicht mit Deucalion untergehen lassen.
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The True Alpha
FanfictionAnna-Lena Hale ist was besonderes. Und sie hasst es. Nicht nur, dass sie als geborener Werwolf Verwandlungsprobleme hat, sondern auch ist ihre Familiengeschichte mehr als kompliziert. Seit dem großen Feuer wohnt sie nicht mehr in Beacon Hills und...
