Lena PoV:
Ich glaube meinen Augen nicht, als wir gegen Abend an einem Motel halten. Das ist einfach typisch Schulausflug. Anstatt einmal ein schönes 3 Sterne Motel vorzufinden, wo wir die Nacht verbringen sollen, schaue ich auf ein U- förmiges Gebäude mit zwei Etagen. Die Wände sind in gelb gestrichen, wobei die Farbe wohl mal weiß war. Vom weiten erkenne ich in ein paar Ecken schon leichten Ansatz vom Schimmel. Die Zimmertüren sind dunkelrot gehalten, die Farbe am abbröckeln. Die Zimmernummern hängen schief an den Türen, oder fehlen bei manchen auch komplett. Dort erkennt man nur noch den hellen Umriss der Zahlen, die einen starken Kontrast zu der roten Farbe bilden. Und ihr glaubt es kaum es gibt sogar Fenster, gleich zwei pro Zimmer. Entweder sind die Fenster links oder rechts neben der Tür angebracht. Beide umgibt ein schwarzer Rahmen, der genauso morsch aussieht, wie der ganze Rest hier. Auf dem Parkplatz stehen ganze drei Pkws und in den hinteren Ecken sind zwei Treppen parallel angebracht, die in die zweite Etage des Motels führen. Schwachleuchtende, nackte Glühbirnen hängen überall, wodurch es jedoch nicht allzu viel heller wird. Ich bin noch nicht mal drei Minuten hier und will weg. Ich schaue mich immer noch ungläubig um, als die letzten Schüler mittlerweile auch aus dem Bus ausgestiegen sind. Scott und Stiels kommen langsam auf mich zu. „Ich... hab schon schlimmeres gesehen." Das kann Scott sich gerne versuchen einzureden, denn ich hab noch nichts schlimmeres gesehen. Stiles ist anscheinend der gleichen Meinung und wendet sich ungläubig an seinen besten Freund. „Wo hast du schon schlimmeres gesehen?" Mit einem lauten pfiff, lenkt der Coach unsere Aufmerksamkeit auf sich. „Hört zu! Das Treffen wurde auf morgen verschoben. Das Motel hier hat die meisten freien Zimmer und das geringste Maß an Urteilsvermögen, wenn es darum geht ein Haufen degenerierter, wie euch Unterkunft zu gewähren. Findet euch in Zweiergruppen zusammen. Einer muss ein Einzelzimmer nehmen, da wir eine ungerade Zahl sind.", beendet er seine Ansprache und hält die Zimmerschlüssel hoch. Toll und dreimal dürft ihr raten, wer die glückliche im Einzelzimmer ist. Genau ich...
„Es ist wirklich kein Problem, wenn du mit bei uns schläfst. Wir passen bestimmt irgendwie zu dritt in die zwei Betten.", bietet Allison mir jetzt schon zum zweiten Mal an. Ich lehne ein weiteres Mal dankend ab und schnappe mir zwei Zimmerschlüssel. Den einen reiche ich Allison. „Hier. Jetzt sind unsere Zimmer nebeneinander und ich muss nur zum schlafen rüber gehen und werde den Rest der Zeit bei euch herumhocken. Einverstanden?", grinse ich sie an. Sie nickt mir fröhlich zu. Nachdem die Zimmerverteilung geklärt ist, machen sich alle auf den Weg zu ihren Zimmern. „Und ich will, das ihr kleinen, abartigen keinerlei sexueller Perversionen verübt. Das heißt, dass ihr eure dreckigen Hände gefälligst dort lasst, wo sie hingehören.", ruft der Coach allen noch hinterher. Allison und ich drehen uns verwundert um, als Lydia plötzlich stehen bleibt. Sie guckt, wie hypnotisiert auf das Motel. „Lydia?", fragt Allison vorsichtig. „Dieser Ort ist abartig." „Ich glaube nicht einmal, dass die Besitzer diesen Ort mögen.", gebe ich unsicher wieder. „Es ist nur für eine Nacht.", bestärkt Allison uns. Ich laufe mit ihr vor, währen Lydia noch einen Moment stehen bleibt, bevor sie uns folgt. Ich hab sie noch etwas unverständliches Flüstern hören, nachdem sie sich in Bewegung gesetzt hat.
Wir kommen an unseren Zimmern 216 und 217 an. „Ich gehe duschen und dann komme ich zu euch rüber." „Okay ich geh dann auch eben duschen. Bis gleich dann." Die Mädels verabschieden sich mit einer kurzen Handbewegung und verschwinden dann ins anliegende Zimmer. Die rote Tür öffnet sich mit einem lauten quietschten, nachdem ich sie aufgeschlossen habe. Der Lichtschalter schaltet die beiden kleinen Lampen am Nachttisch ein, die den Raum gut durchleuchten. Der kleine Raum sieht alles andere, als einladend aus, genau wie die ganze Bruchbude hier. Ich schmeiße mein Handgepäck auf das eine Bett, wodurch gleich Staub aufwirbelt wird. Na lecker und da soll ich schlafen? Genervt schnaube ich auf. Eigentlich könnte das kleine Zimmer recht gemütlich sein, wenn man von dem ekligen Staub auf dem Bett und diesen hässlichen kotzt-grünen Tapete absehen würde. Bei diesem grün muss ich immer an Kotze denken. Ihhh. Ich schüttle mich und eine leichte Gänsehaut durchzieht meinen Körper. Das Einzige was die wenigen Quadratmeter noch aufweisen ist eine große Kommode aus dunklem Holz und ein paar Landschaftsbilder an der Wand, neben dem Bett mit angrenzendem Nachttisch und Lampe. Rechts befindet sich außerdem eine Tür, die wie ich vermute ins Badezimmer führt. Wie ich mich jetzt nach einer heißen Dusche sehne. Ich steuere die Tür an und trete in das ausreichende Bad. Hier ist alles was man braucht. Toilette, Waschbecken, Schränke und eine Dusche. Was mir negativ ins Auge springt sind die Handtücher. Die eigentlich weißen Tücher, denke ich zu mindestens mal, haben eine gelbliche Farbe angenommen und besitzen Brandlöcher. Ich verziehe das Gesicht, als ich die Handtücher abnehme und genauer begutachte. „Ich werde mich ganz bestimmt nicht mit diesen Dingern abtrocknen." Ich beschließe mir bei der Rezeption neue zu holen. Ich gehe ein Stück, bis ich vor Scott und Stiles Zimmer stehe. Warum ich das weiß? Die beiden sind nicht zu überhören. Stiles schafft es, dass man alles klar versteht was er sagt, ohne zusätzliche Hilfen, also als ganz normaler Mensch. Er sollte echt mal lernen, wie flüstern funktioniert, besonders wenn er über das Übernatürliche spricht. „Okay ich hab fünf." „Was du hast fünf Verdächtige?" „Genaugenommen waren es Zehn. Eigentlich neun. Ich hatte Derek zweimal auf der Liste.", plappert er los. Ich muss schmunzeln. Ja Derek wurde früher schon nicht von jedem gemocht. Da kann ich mir gut vorstellen, dass er nicht so freundlich zu dem redegewandten Jungen war. „Und wer ist Nummer eins? Harris?", fragt Scott seinen besten Freund. „Er wird vermisst. Er ist nicht Tod." Ja das hatte Stiles mir erzählt. Harris ist in den Tagen, wo ich nicht in der Schule war verschwunden. Er, Lydia und Deaton haben so eine komische Aufzeichnung auf seinem Schreibtisch gefunden. „Also wenn er nicht tot ist, läuft unser allseits geschätzter Chemielehrer da draußen rum und bring Menschenopfer da?" „Also, ja als Gedanke hörte es sich besser an." „Und wenn es jemand anderes aus der Schule ist? Denk an Matt. Niemand ahnte, dass er Leute umbringt." „Du meinst..., Sorry was?", versteht diesmal Stiles nicht. „Ich hab das vom ersten Tag an gesagt, um genau zu sein." Matt. Ja der Name sagt mir was. Jackson hat mir erzählt, dass er der Junge war, der Jackson als Kanima kontrolliert hat, um sich am Schwimmteam zu rächen. Damals hatten Scott und die anderen Matt aufgehalten und Jackson gerettet. Wenn ich Zeit habe, sollte ich Jackson mal fragen, wann er nach Beacon kommt. Sollte ich mich nicht auch nach dem Kampf melden? Upps... „Hmm ja, aber wir haben nie ernsthaft geglaubt, dass es Matt ist." „Doch ICH schon. Ich war sogar fest der Meinung, dass er es war, doch niemand hat auf mich gehört!" „Wer sind die anderen Drei?" „Also da wäre Cora. Niemand weiß etwas über sie. Sie ist Dereks Schwester und dann dein Boss." Was Cora? Hat er sie nicht mehr alle? Erst mein Cousin und jetzt meine Cousine? Ich verdrehe die Augen. Ja bestimmt, eigentlich ist meine ganze Familie in diesem Bereich tätig und hat Spaß daran Menschenopfer darzubringen. So ein Quatsch. Sie werden immer lauter bei ihrem Gespräch, weswegen ich sie zum wohl aller mal abbremsen gehe. Stiles hatte Scott gerade erklärt, warum er denkt, sein Boss könnte der Darak sein. Ich mache ohne zu klopfen die Tür auf, was die beiden Jungs total erschreckt. Scott fällt halb aus dem Bett, in welchem er bis gerade wohl noch gemütlich lag und Stiles ist einfach Stiles und verliert das Gleichgewicht, obwohl er auf zwei Beinen steht. „Jungs, wenn ihr wollt, dass wirklich jeder mitbekommt worüber ihr redet, macht weiter so, sonst schraubt mal einen Gang runter, klar?"„Erschrecke uns doch nicht so.", regt Stiles sich auf und hat eine Hand an seinem Herz, was mehr als schnell schlägt. „Man hört euch bis vor die Tür klar und deutlich auch ohne Werwolfgehör.",stelle ich klar und mustre beide. „Was hast du gehört ?", fragt Scott mich und setzt sich auf." „Das du-", ich zeige auf Stiles, „-irgendwie meine ganze Familie beschuldigst etwas mit dem ganzen zutun zu haben." „Na komm. Du musst schon zugeben, dass Cora verdächtig erscheint, oder weißt du was sie die letzten 8 Jahre gemacht hat?", wendet sich dieser Schlaumeier an mich. „Spinnst du jetzt total? Cora dachte, sie hat ihre gesamte Familie verloren, was soll sie mit gerade mal sieben Jahren alleine hier in Beacon Hills? Sie wurde genau, wie ich zu einer befreundeten Familie geschickt.", verteidige ich meine Cousine. Dies hatte sie mir letztens noch erzählt. Kurz nach dem Brand fand sie ein Deputy und hat sie mitgenommen. Sie war völlig aufgelöst und es hat lange gedauert, bis man auch nur ein Wort aus ihr raus bekam. „Und warum seid ihr dann nicht zusammen in eine gekommen?" „Weil ich zum Zeitpunkt des Feuers bei den Lancasters war und nicht von der Polizei aufgegabelt wurde. Sie wussten bis zu diesem Moment nicht, dass noch jemand überlebt hat. Und was soll das eigentlich hier? Ist das ein Verhör. Ich muss mich nicht rechtfertigen." Ich funkle Stiles wütend an und verschränke die Arme. „Ja vielleicht ist es so was ähnliches, denn du warst auch auf meiner Liste. Du tauchst hier auf. Peters Tochter, Schwester der Alphazwillinge, der Fluch und dann deine eigenständige Werwolfseite, die am liebsten jeden töten möchte. Dein komisches Verhalten am Anfang nicht zu vergessen. Das könnte auch alles nur ein abgekartet Spiel von dir sein und du führst uns die ganze Zeit schon an der Nase herum.", wird nun auch er ein bisschen lauter. Ich gucke ihn nur ungläubig an und fange an zu lachen. „Ja Stiles so ist es bestimmt. Ich hab ja keine anderen Sorgen, als Menschenopfer für wen auch immer zu sammeln." Scott steht nun auch neben uns. „Okay. Lena, komm runter und Stiles, das ist schwachsinnig. Sorry ich glaube nicht, dass Lena was damit zu tun hat." Stiles lässt sich letztendlich von ihm bequatschen und hält endlich seine Klappe. „Wer ist der Letzte?", fragt Scott. Mittlerweile sitzen die Jungs auf dem Bett und schauen gedankenverloren nach vorne. „Lydia.", ist seine knappe Antwort. Er schaut abwechselnd zu uns, als er uns seine Vermutung erklärt. „Sie wurden von Peter kontrolliert und hatte keine Ahnung, also..." Das ist heute sein erstes gutes Argument. Aber nein nicht Lydia. In diesem Moment fallen beide Jungs synchron mit einem Seufzer rückwärts aufs Bett. Mein Stichwort. Ich verlasse ohne mich zu verabschieden das Zimmer. Sie werden es mir schon nicht übel nehmen. Keine 10 Meter weiter entdecke ich Stiles Numero 1 Verdächtige, die anscheinend auch auf dem Weg zur Rezeption ist. „Hi!" Sofort bleibt sie stehen und dreht sich lächelnd zu mir um. Ich laufe zu ihr rüber und ihr Blick fällt auf die Handtücher in meiner Hand. Daraufhin hält sie ihre auch hoch. „Anscheinend hatten wir die gleiche Idee. Die werde ich im Leben nicht benutzen." Ich lache als sie angeekelt ihr Gesicht verzieht, so wie ich vor einem Moment auch noch. Zusammen gehen wir die Handtücher eintauschen. Wir legen diese vor uns ab und wenden uns an die ältere Frau. Sie steht mit den Rücken zu uns gedreht. „Entschuldigen sie bitte. Uns beiden wurde eigentlich ein Nichtraucher Zimmer zugewiesen, aber irgendwie riechen alle Handtücher nach Nikotin." Plötzlich dreht sich die Frau um und ich erschrecke leicht. „Entschuldigen sie Schätzchen. Das tut mir aber Leid." Sie ist etwas korpulenter und hat ein breites Gesicht, worauf die Falten deutlich zu erkennen sind. Ihre struppigen grauen Haare sind zu einem kurzem Zopf gebunden. Sie trägt ein Blumenoberteil mit einem heruntergeklapptem Kragen und darüber ein weinroten Cardigan. Unter ihrem Kinn, am Hals, hat sie einen Katheter gesetzt. Sie sieht wirklich gruselig aus. Ich brauche gar nicht zu Lydia herüber zu schauen, um zu wissen, dass sie das gleiche denkt. Jedoch hat sie ihren Blick auf was anderes gerichtet und ist, wie erstarrt. „Was bedeutet das, diese Nummer?" Es ist ein kleines, braunes Holzkästchen, wo drei Zahlen an drei Hacken angebracht sind. 198. Diese sind in rot auf einem weißem Hintergrund. Man erkennt, dass hinter den Zahlen noch weitere Plättchen mit ich schätze mal weiteren Zahlen hängen. „Nun ja. Das ist so eine Art Insider dieses Motels. Mein Mann besteht darauf, dass es da hängen bleibt." Das hilft uns immer noch nicht weiter zu verstehen, was sie meint. „Was meinen sie?", frage ich verwirrt. „Es ist etwas morbide. Ihr wollt es wirklich wissen, Schätzekels?" Lydias Augen sind ganz glasig, als sie mich anschaut und ich hab auch nicht mehr so ein gutes Gefühl dabei, obwohl das hatte ich die ganze Zeit schon nicht. "Sagen sie es uns.", besteht Lydia. „Wir stehen mit unserem Motel auf keiner Liste besonders weit oben, wenn es um die Zufriedenheit der Gäste geht." „Offensichtlich.", unterbreche ich die Rezeptionistin. „ Aber wenn es um ein kleines verstörendes Detail geht, stehen wir in Kalifornien an erster Stelle. Denn seit der Eröffnung haben wir mehr als jedes andere Motel die meisten unerklärlichen Selbstmorde unter den Gästen.", fährt sie fort. Wir schweigen. 198 Selbstmorde? Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Das ist unfassbar. „198?", fragt Lydia fassungslos. "Tendenz steigend.", sagt die alte Dame mit einem irren Lachen hinterher, was mir eine Gänsehaut beschert.
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The True Alpha
FanfictionAnna-Lena Hale ist was besonderes. Und sie hasst es. Nicht nur, dass sie als geborener Werwolf Verwandlungsprobleme hat, sondern auch ist ihre Familiengeschichte mehr als kompliziert. Seit dem großen Feuer wohnt sie nicht mehr in Beacon Hills und...
