-Lucie-
Ich lag da und war immernoch wegen seinem unerwarteten Sprung geschockt. Er war einfach gesprungen. Erst dachte ich, dass er lüften wollte, als er das Fenster geöffnet hatte. Und dann ging alles so schnell...
Maik war gekommen und hatte mich versucht zu beruhigen, was aber nicht wirklich geklappt hatte...
Später hatte man mir Beruhigungs- und Schmerztabletten gegeben. Doch sie brachten nicht viel. Ich machte mir Sorgen und auch Vorwürfe wegen James. Nur wegen mir war er gesprungen und weggelaufen. Hatte ich zu viel gesagt? Hätte ich die letzte Frage nicht stellen dürfen? Warum hatte ich das alles nur getan? Warum hatte ich ihn so sehr provoziert, vielleicht sogar verletzt? Ach man. Ich bin so ein Idiot. 'Stimmt, ein Vollidiot!' Nicht du schon wieder! Ich hab dich total vermisst! Nicht!!
'Schade!'
Ernsthaft? Was willst du eigentlich?
Ich richtete mich auf, da ich meine Liegeposition unangenehm fand und fuhr vor Schmerz zusammen. Dieser verdammte Kopf. Stöhnend fasste ich mir an die Stirne. "Warum?", murmelte ich, "Warum immer ich?" Ich hasse mein Leben! Warum lebe ich bloß noch? Warum hat er bloß damals nicht überlebt? Dann wäre mein Leben anders. Dann wäre das alles nicht passiert. Ich richtete mich weiter auf und schwang meine Beine aus dem Bett. Mir wurde direkt schwindelig. Ich hielt meinen Kopf und schloss kurz die Augen. Irgendwann schaffte ich es aufzustehen. Langsam ging ich zum Fenster und öffnetes es. Ich hatte das Gefühl, mich jeden moment übergeben zu müssen, trotzdem machte ich weiter. Ich kletterte auf das Fensterbrett und ließ mich so weit runter, wie es ging. Den Rest ließ ich mich fallen. Als ich aufkam, musste ich die Zähne zusammenbeißen, um nicht laut aufzuschreien. Mein Fuß schmerzte genauso höllisch wie mein Kopf. Vorsichtig setzte ich einen Fuß vor den anderen. Immer wieder musste ich mich an Bäumen festhalten, um nicht hinzufallen. Ich konnte nicht mehr, doch trotzdem ging ich weiter. Es war nun nahezu stock dunkel, doch trotzdem ging ich weiter. Irgendwann sank ich in mich zusammen. Ich konnte nicht mehr. Ich wollte nicht mehr. Mein Kopf drohte zu explodieren. Warum war das alles bloß passiert? Warum war ich hierher zurückgekehrt? Warum war ich bloß hierher gegangen? Warum auf diese Schule? Warum waren wir uns bloß begegnet? Das hätte nicht passieren dürfen! Tränen liefen über meine Wangen. Ich kann nicht zurück. Ich will hier weg! Ganz weit weg! Sein Gesicht tauchte vor mir auf. "Spielen wir?", fragte er und sah mich mit großen Augen an. Warum hatte ich bloß abgelehnt? Sonst wäre das alles nicht passiert! Weitere Tränen rollten über meine Wangen. Das war alles meine Schuld. Ich war an allem Schuld. Warum gab es mich? Warum war ich bloß so eine verdammt schlechte Schwester? Ich hatte das Leben nicht verdient! Es wäre besser, wenn es mich nie gegeben hätte. Ich habe aufgehört zu leben, weil es keinen Grund mehr dafür gibt! Alles, was mir jemals etwas bedeutet hatte, hatte ich verloren! Sie hatten mich allein gelassen in diser verdammten Welt, in der ich nicht mehr existierte! Ich rammte meine Faust auf den Boden und schrie kurz auf. Ein spitzer kleiner Stein zerbohrte meine Faust. Ich biss die Zähne zusammen. Doch es half nichts. Tränen liefen über meine Wangen. Ich war am Ende. Ich konnte einfach nicht mehr. "Warum?", schrie ich in die Stille der Nacht, "Warum nur?" Ich wusste nicht mehr weiter. Was sollte ich noch? Alles zerstörte ich. Ohne mich wäre die Welt wenigstens ein bisschen besser. Ich störte nur. Keiner mochte mich und keiner verstand mich! Ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Ich war einfach am Boden zerstört. Meine Welt schien zusammengebrochen zu sein.
Irgendwann sank ich auf den Boden und fiel in einen unruhigen Schlaf. Immer wieder schreckte ich schweißgebadet auf. Mein Kopf schmerzte wieder höllisch. Schließlich sank ich in einen Traum. Ich fand mich zu Hause wieder. Ich lag in meinem Bett. Plötzlich kam Mama in mrin Zimmet und zerrte mich aus meinem Bett. Es stank und Hitze schlug mir entgegen. Ihre Augen waren Schreck geweitet. Sie schrie etwas, doch ich verstand nichts. Ich lief hinter ihr her und stürmte mit ihr aus der Tür. Unser gesamtes Haus stand in Flammen. Mein Vater stand schon draußen. Ich stürmte zu ihm und schloss ihn in die Arme. Tränen liefen über meine Wangen. "Wo ist Jamey?", hauchte ich immer noch total geschockt. "Der ist doch bei seinem Freund", sagte mein Vater und starrte auf unser Haus. Ich schüttelte den Kopf. Dads Augen wurden glasig. "Bitte nicht!", flehte er. Tränen traten in meine Augen. "NEEIIIN!", brüllte ich. Schweißgebadet fuhr ich erneut hoch und atmete flach. Tränen liefen über meine Wangen. Warum? Warum musste ich mich immer daran erinnern? Ich wollte es endlich vergessen! Ich wollte nicht mehr diese ewige Leere spühren! Ich wollte endlich das alles aufhört!
...
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Who are you?
Roman pour AdolescentsJames, 16 Jahre, geht auf ein Internat. Eigentlich ist sein Leben perfekt, doch dann kommt diese Lucie und stehlt alles auf den Kopf. Sie ist definitiv nicht normal. Und ausgerechnet er muss sich auch noch um sie kümmern...
