Es war fünf vor sechs. Lucie hatte ich nicht mehr gesehen. Auch aus ihrem Zimmer hatte ich nichts mehr gehört. Wie es ihr wohl ging? 'Scheiße natürlich, du Idiot', nervte Marvin. Der sollte echt seine verdammte Fresse halten! Ich schaute nach vorne. Wir waren alle in der riesigen Aula des Internats. Gerade betrat der Boss die Bühne vorne. Alle erhoben sich. Ich blieb einfach an der Wand gelehnt stehen und beobachtete alle genau. Die meisten schienen verwirrt. Kein Wunder. Schließlich fanden bisher noch keine Außergewöhnlichen Versammlungen statt. Der Boss forderte alle dazu auf sich wieder hinzusetzen. Nur wenige standen wie ich an die Wand gelehnt, da es zu wenig Sitzplätze gab. "Ich habe euch heute zusammengerufen, um euch etwas wichtiges mitzuteilen", begann der Boss seine Rede, "Wie manche vielleicht aus Geschichten über dieses Internat wissen, haben wir vor vielen Jahren Agenten ausgebildet. Ein Internat sehr in der Nähe war damals verfeindet mit uns und es kam häufig zu Konflikten, die meistens nicht ohne Waffrn von statten gingen, und auch zu Entführungen. Ein damaliger Schüler hat uns getahnt als neuer Schüler des Internats informiert über die ermeut zu eskalieren drohende Lage informiert." Er stoppte und schaute in die Schülermenge. "Ryan, kommst du wohl einmal bitte nach vorne?", fragte er. Ich verkrampfte mich augenblicklich und meine Hand bildete eine Faust. Am liebsten wäre ich nach vorne gestürmt und hätte ihn eine in die Fresse geschlagen. "Würdest du den Schülern die Lage einmal erklären?" Ryan nickte und trat vor. "Nun ja. Das Nachbarinternat stockt wieder auf. Eine Frau hat sich der Schule angenommen und bildet nun Kämpfer aus. Sie hat mich vor circa einem Monat darum gebeten, ihr zu helfen. Ich hatte mir anfangs nichts dabei gedacht und wollte mir das ganze anschauen. Eine Schülerin erklärte mir schließlich stolz, dass sie sich rächen wollen dafür, dass die Agenten die damals von diesem Internat kamen immer genommen wurden statt von dem anderem. Die Kinder werden auf Hass und Gefühlslosigkeit gedrillt. Wenn ich richtig informiert bin, ist die Frau einem unserer Schüler sehr bekannt. Auf jeden Fall müssen wir uns gegen einen Angriff des Nachbarinternates schützen. Ich werde meine alte Schule dafür gerne unterstützen", erklärte Ryan und schaute mir bei seinen letzten Sätzen direkt in die Augen. Nur mühsam konnte ich mich beherrschen. Dieser elendige Typ. Nur wegen ihm war das alles passiert. Wäre er da gewesen, würden sie alle noch leben. Er hätte uns damals alle beschützen können. Seit wann war ein bescheuerter Auftrag wichtiger als die eigene Familie? Das war nicht fair! "Ab heute wird euch im Sportunterricht Kampfsport und der Umgang mit Waffen beigebracht. Alle, die zur Zeit einen neuen Mitschüler begleiten, trainieren mit diesem in der Freizeit mit Hilfe eines Trainingplans, der morgen vom Klassenlehrer ausgeteilt wird. Den anderen wird jeweils ein weiterer Schüler zu geordnet. Auf ein erfolgreiches Gelingen!" Damit beendete der Boss seine Ansprache und verlies die Aula. Gemurmel brach aus. Eilig verlies ich ebenfalls die Aula. Ich wolote Ryan jetzt gerade unter keinen Umständen begegnen. Das würde nicht gut ausgehen. Erleichtert betrat ich schließlich mein Zimmer und verriegelte meine Tür. Danach entschied ich mich zu duschen. Das lauwarme Wasser prasselte angenehm auf meine Haut und entspannte mich. Ich seufzte und stellte schließlich die Dusche wieder aus. Schnell schlüpfte ich in eine schwarze Shorts und ein dunkelblaues T-Shirt. Seufzend ließ ich mich auf mein Bett fallen.
Ein Klopfen ließ mich hochschrecken. Ich musste eingeschlafen sein. "James, mach auf!", rief jemand. Den ich eigentlich auf keinen Fall sehen wollte. Es war Ryan. Was wollte der denn hier? Mann, ich wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Das hatte ich ihm doch klar zu verstehen gegeben! "Was willst du?", knurrte ich. Meine Stimme schockierte mich leicht. Sie war kalt und triefte voller Hass. "Ich will mit dir reden", meinte Ryan. "Ich aber nicht mit dir!", erwiderte ich. "James, was soll das? Du kannst dich nicht ewig davor drücken! Was hab ich dir denn getan?" "Du hast sie umgebracht!" Meine Stimme klang enorm gefährlich. Fuck! Was war aus mir geworden? "Wen habe ich umgebracht?", wollte er wissen. "Stell dich nicht so blöd an. Du weißt es genau!", schnaubte ich. Meine Wut und mein Hass auf ihn stiegen mit jeder Sekunde immer weiter an. "Wen meinst du, verdammt nochmal? Ich kann nicht in deinen Dickschädel schauen!", schrie Ryan. Das konnte nicht sein! Als ob er das einfach vergessen hatte. Wie konnte er nur? Fassungslosigkeit machte sich in mir breit. Das war unmöglich. Dieser Idiot! Ich hasste ihn! Wie konnte er nur behaupten, es nicht zu wissen? "Die ganze Familie. Du hast mir meine Familie genommen! Und das nur wegen diesem beschissenen Auftrag!", brüllte ich. Ich schlug mit der Faust gegen die Wand, trat die Badezimmertür ein und zerschmetterte den Spiegel mit dem nächst besten Gegenstand den ich zu fassen bekam. Dieser Bastard! Wie konnte er auch? Wie? Das war nicht menschlich! "Was redest du verdammt nochmal für einen Scheiß? Ich habe dir niemanden weggenommen!", brüllte nun auch Ryan, "und hör auf, das fucking Zimmer zu schrotten!" "Du hattest nur diesen Scheiß Auftrag im Kopf und hast unseren Bruder immer abgewehrt. Er steckte verdammt tief in der Scheiße. Und mein Engel ist auch gestorben. Und dich hat es all die Jahre nicht im Entferntesten interessiert. Mum und Dad sind verbrannt. Sie haben unser Haus angefackelt und sich in ihrem Schlafzimmer verbarikadiert. Und das alles nur weil du ihm nicht geholfen hast! Nur weil du immer nur diesen Scheiß Auftrag gesehen hast!", schrie ich und ließ allen Frist einfach heraus. Ich brüllte den ganzen Schmerz und Hass in mein Kopfkissen und schlug auf die Wand ein. Meine noch nicht ganz verheilten Wunden an den Knöcheln rissen wieder auf, doch ich spürte nur noch meinen inneren Schmerz. Er betäubte mich regelrecht und raubte mir die Luft zum Atmen. Tränen stiegen in meine Augen. Warum? Warum musste das bloß alles passieren? Sie hatten mich einfach alleine gelassen. Ich war alles andere als stark! Mein Herz fühlte sich so an, als wäre es zerrießen worden. Es fühlte sich so blutig an. Erschöpft sank ich schließlich auf meine Knie und ließ meinen Kopf auf mein Bett fallen. Ich war völlig am Ende...
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Who are you?
TienerfictieJames, 16 Jahre, geht auf ein Internat. Eigentlich ist sein Leben perfekt, doch dann kommt diese Lucie und stehlt alles auf den Kopf. Sie ist definitiv nicht normal. Und ausgerechnet er muss sich auch noch um sie kümmern...
