Sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten, hielten diese Leute leider nicht für nötig, obwohl es schon sehr gefährlich war. Mal eben so über eine rote Ampel fahren und das vor einer großen Kreuzung, grenzte schon an ein Wunder, dass wir diese Sache überlebten.
Der Geländewagen war riesig, die Sitze waren bequem und doch fühlte ich mich zunehmend unwohler. Je länger ich neben Jareth sitzen musste, desto angespannter wurde ich. Nicht, dass ich vorher entspannt gewesen war, doch nun überkam mich eine Art Todesangst und die sichtbaren Waffen seiner Begleiter schienen das Ganze nicht zu minimieren. Bestimmt hatten sie sie schon oft eingesetzt und ich wollte nicht zu den Glücklichen gehören, die dies miterleben mussten. Leise summend saß der Blonde neben mir, während er eine Zigarette nach der anderen anzündetet. Bestimmt musste es schon die Vierte gewesen sein, während er unauffällig seinen grauen Anzug richtete. Wie ein lebendiger Kamin, verpestete er die gesamte Luft im Auto. Sein Blick wirkte verträumt und schweifte über die sich ändernde Umgebung. Aber so genau konnte ich das nicht erkennen, denn immerhin erblickte ich ihn nur von der Seite. Niemals würde ich meinen Kopf ganz drehen, ohnehin machte ich mich so klein, wie es eben nur ging. Die Luft war mir zu stickig, wir fuhren viel zu lange durch die Stadt und ich wusste nicht, was dieser Kerl von mir wollte. Würde er mich zu Akaya bringen oder was wollte er tun? Seine Gelassenheit wirkte in meinen Augen aufgesetzt. Doch so genau konnte ich es auch nicht beschreiben. Fakt war einfach, es war nicht echt. Er verbarg etwas hinter dieser Fassade, doch ihn fragen, wollte ich auch nicht. Ich konnte es auch nicht, denn meine Stimme war komplett verschwunden.
Nervös krallte ich meine Finger in meine Hose und wagte es nicht mehr aufzusehen. Die restliche Fahrt verlief somit schleppend, denn auch niemand anderes sprach im Auto. Es schien fast so, als wüsste jeder wohin es gehen sollte, nur ich wurde nicht informiert. Ziemlich unhöflich in meinen Augen, aber wann waren diese Leute jemals nett? Für sie zählte eh nur das Geld und hielten sich für etwas besseres, darum wollte ich auch nichts mit ihnen zu tun haben. Doch leider saß ich hier nun, mit diesen Kriminellen zusammen die einer illegalen Organisation angehörten und ich konnte nichts dagegen machen. Womit hatte ich das alles nur verdient? Hasste Gott mich wirklich sosehr? Reichte es nicht schon, dass ich diesen Akaya ertragen musste? Wo blieb mein altes Leben, dass ich unbedingt wieder haben wollte.
Doch weiter konnte ich meine Gedanken nicht ordnen, denn nach geraumer Zeit spürte ich das Verlangsamen des auffälligen – für mich zu pompösen – Wagens, welcher in einer kleinen Gasse hielt.
Diese kleine, fast schon unscheinbare Gegend befand sich – wie sollte es auch anders sein – in der Gegend der Reichen. Mittlerweile kannte ich diesen Stadtteil fast schon auswendig, auch wenn man nicht unbedingt stolz darauf sein konnte. Denn ich verband sie mit negativen Erinnerungen und mit meiner sich auftürmenden Todesangst, die am liebsten schreiend aus mir ausbrechen wollte. Allerdings unterdrückte ich dieses Verlangen, denn es würde mir ohnehin nichts bringen. Jareth hatte Macht und ich war wie eine kleine Maus, die in wenigen Augenblicken von ihm zerquetscht werden konnte. Somit stieg ich steif aus und blickte starr geradeaus. Entgegen meinen Erwartungen, obwohl was hatte ich denn auch erwartet, war selbst diese kleine Gasse – die nur einen Ausgang kannte – sauber. Wie von der Hand geschrubbt leuchteten die Steine in ihrem feinsten Weiß. Alles wirkte einladend und Männer, es waren wirklich nur Männer, betraten eine rote Türe. Teure Anzüge schmückte ihre Körper und zeigten somit, wie viel Macht ein jeder hatte. Ab und an begrüßte Jareth jemanden. Die meisten lächelte falsch, andere wiederum nickten kurz, denn die beiden Riesen von dem Blonden übten schon Respekt auf jemanden aus.
„Komm", befahl der Teufel, während er mich in Richtung roter Türe schob. Lediglich Jareth und ich machten uns auf den Weg, seine Mitläufer blieben am Auto stehen. Mit den Armen verschränkt bewachten sie das teure Gefährt, welches ohnehin niemand zu klauen wagte. Erstens, wer würde denn schon gegen diese Männer ankommen und zweitens, wer sollte es ausgerechnet hier stehlen. Aber vielleicht war es lediglich nur für die Show, um zu zeigen, wer es sich leisten konnte. Die Reichen besaßen meistens nur Gegenstände, um ihre Macht zu zeigen.
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Streets #Wattys2018
Roman d'amourUnscheinbar, verträumt, still und allein, so könnte man Tora Ioshi beschreiben. Ihr Leben ist nicht gerade aufregend und eigentlich könnte die Geschichte schon bei ihrer Charakterbeschreibung enden, doch hier macht ihr dieser arrogante, eiskalte Man...
