Die Stille im Auto war beinahe erdrückend und zum ersten Mal nahm Akaya dies überhaupt war. Gelangweilt tippte er mit seinem rechten Zeigefinger auf sein rechtes Knie. Irgendwie beruhigte ihn dieses Geräusch, wieso auch immer. Denn eigentlich war er nicht der Typ, der sehr schnell nervös oder gar unruhig wurde. Wieso also jetzt? War es die Tatsache, dass er Tora zurückgelassen hatte? Ohne persönlichen Schutz ließ er sie in seinem Apartment. Aber dies hatte ihn doch auch vorhin nicht beschäftigt. Zudem musste er dies machen. Jeder würde sich doch wundern, wenn zwei Bodyguards dort ständen obwohl er nicht anwesend wäre. Natürlich war es ein großes Risiko was er einging, aber niemand würde ihn besuchen. Zumindest fiel ihm niemand ein.
Jareth wusste nicht wo er lebte und konnte es auch nicht herausfinden, zumindest war dies in Akayas Vorstellungen so. Welchen Grund hätte er auch gehabt? Nein der junge Mann hätte sich eigentlich sicher fühlen müssen, alles war bis ins kleinste Detail durchgeplant. Wenn dieses Kind überleben wollte dann wäre sie bei ihm sicher und bisher hatte es auch funktioniert. Doch trotz all dem war da etwas anderes. Etwas, was man eine Vorahnung nennen konnte und doch völliger Quatsch war. Es würde schon alles gut gehen und doch wünschte er sich etwas anderes. Dieser Stress ging selbst ihm sehr nahe. Es war zu anstrengend auf ein Leben aufzupassen, welches in Gefahr war. Auch wenn Tora es nicht extra zu machen schien, so war sie stets in seinen Gedanken präsent. Es ging sogar so weit, dass er sich fragte was sie zurzeit zu machen schien. Ging es ihr gut und stellte sie keinen Blödsinn an? Obwohl er ihr vertraute konnte er diese Gedanken nicht unterdrücken.
Zudem durfte sie ihm nicht allzu sehr vertrauen, denn er war kein Heiliger. Er war nicht der Gute und dies war auch der einzige Grund wieso er so grob mit ihr umging. Vielleicht dachte sie er würde sie hassen, doch sie war ihm recht unwichtig. Im Grunde hatte er keine erkennbaren Gefühle für sie, nur dieses eine Verlangen was er aber stets auf ihre Unzurechnungsfähigkeit schob. Es ließ ihn nicht los dieses Gefühl, als hätte er stets etwas bei ihr vergessen.
„Unsinn", zischte er, sobald ihm seine eigenen Gedanken bewusst wurden. Er durfte nicht zu melancholisch werden und Gefühle waren sowieso ein Hindernis. In seinem Job durfte man nicht weich sein, man musste eiskalt die Geschäfte durchführen. Denn nur ein falscher Schritt und man wäre ihnen ausgesetzt. Dies hatte er schon längst herausgefunden.
Was wäre nur gewesen, wenn sie sich damals nicht getroffen hätten? War er letzten Endes an ihrer Lage schuld? Hatte er sie dazu gebracht? Egal was es war, Akaya musste dem ein Ende setzen. Er würde sie beschützen und Yoshi damit den Gefallen tun, doch danach würde er verschwinden und jeglichen Kontakt zu ihr abbrechen. Eventuell musste er dafür in eine andere Stadt ziehen, doch dieses Alleinsein war er ja gewöhnt, obwohl es eine große Bereicherung für ihn war, dass Tora mit ihm zusammenlebte. Es ließ ihn Dinge anders betrachten und dies fand er äußerst interessant.
„Wieder einmal mit deinen Gedanken bei anderen Dingen, als dem wirklich Wichtigen", kam es unverhohlen von vorne. Yuki genoss es seinen Chef aufzuziehen, da er genau wusste, dass diesen etwas ziemlich zu beschäftigten schien. Und vielleicht war es diese Tatsache, die den jungen Mann dazu brachte seinen Assistenten bösen anzublicken. Stechend klang das Lachen des Braunhaarigen, ehe er erneut erwiderte: „Entschuldigung, nur in letzter Zeit scheint dich echt etwas zu beschäftigen, ist es etwa..."
„Nein", unterbrach Akaya diesen und blickte nach draußen. Er wollte ernst klingen und sich seine wahren Gedanken nicht anmerken lassen, doch dies klappte anscheinend gar nicht gut.
„Also doch, wie amüsant", bemerkte der Assistent und lachte erneut leise.
„Nein..."
„Akaya.", ernst blickte der Braunhaarige seinen Chef durch den Rückspiegel an, sobald sie an einer roten Ampel zum Stehen kamen, „lügen bringt nichts, dafür kenne ich dich viel zu gut."
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Streets #Wattys2018
RomantikUnscheinbar, verträumt, still und allein, so könnte man Tora Ioshi beschreiben. Ihr Leben ist nicht gerade aufregend und eigentlich könnte die Geschichte schon bei ihrer Charakterbeschreibung enden, doch hier macht ihr dieser arrogante, eiskalte Man...
