Leise war ein Summen in der Nähe zu vernehmen, welches mir fremd erschien. Egal was es war, es störte meinen angenehmen Schlaf. Mein Kopf lag auf etwas weichem, was sich rhythmisch Auf und Nieder senkte. Ab und an war auch das Pochen eines Herzens zu spüren und doch wusste ich nicht mehr, wo ich war. Ich hatte vergessen, wie ich eingeschlafen war und an welchem Ort ich mich befand. Zu angenehm war dafür dieser Platz. Erst als ich einen unsanften Ruck spürte, der mir durchs Mark und Bein ging und das darauffolgende: „Hey", riss ich verwundert die Augen auf. Ich befand mich definitiv irgendwo, wo ich nicht sein durfte, doch zunächst erkannte ich nur eine schwarze Jacke und ein beiges Sofa. Langsam wurde mir bewusst, wo ich mich befand. Im Reich der Dämonen, beim Dämonenkönig selber. Ich war bei Akaya, nein, ich lag auf ihm. Zumindest mein Kopf lag auf seinem Bauch, nur vage kam es wieder, wie ich dort hingelangt sein könnte. Hatte ich nicht eigentlich die Stadt mir anschauen wollen, weil die Fenster so schön groß gewesen waren? Ja, jetzt fiel es mir wieder ein. Akaya hatte mich festgehalten und ich war kurz darauf eingeschlafen, weil ich einfach nicht von ihm losgekommen war. Vielmehr hatte mich seine Aura fasziniert, was mich im Nachhinein ziemlich erschreckte. Wie konnte ich nur so etwas denken? Langsam hob ich den Kopf, kurz setzte der Schwindel ein, der sich aber sofort wieder legte. Morgens früh war ich nie wirklich wach, dementsprechend sah ich aus, ich konnte nur von Glück sagen das ich meine Brille nicht anbehalten hatte. Peinlich berührt räusperte ich mich, denn ich wagte es nicht in das erstaunte Gesicht von Akaya zu schauen. Ja, er wirkte erstaunt und nicht wütend, was mich natürlich verwirrte. Normalerweise wurde er doch immer aggressiv, war ungeduldig und übte dazu noch seine Kräfte aus.
„Was zum...?", brachte er verwirrt und runzelte die Stirn. Ja, das sollte wohl ich ihn fragen. Wieso hielt er auch mitten in der Nacht meine Hand fest, sodass ich nicht mehr gehen konnte. Eigentlich war es komplett seine Schuld, aber natürlich würde dieser Herr das niemals zugeben. Er war ja perfekt und fehlerfrei und doch war er immer noch nicht wütend. Vorsichtig setzte er sich normal hin, sodass ich ein Stück weit von ihm wegrutschte. Für Außenstehende musste dieses Bild nicht erklärbar sein. Es wirkte fast so, als sei er mein Meister und ich seine Sklavin, die nun getadelt werden würde. Aber so war es nicht, wie wohnte unter einem Dach – nicht gerade freiwillig – und ich war Gast, somit höher gestellt wie ein Sklave und doch kam ich mir wie einer vor. Oder eher noch schlimmer, wie ein Parasit. Laut seufzend fasste Akaya sich mit der anderen Hand in seine zerzausten Haare, die er eigentlich nie bändigen konnte. Noch immer hielt er meine Hand, was mir erst jetzt auffiel, aber meine Stimme war einmal mehr verschwunden. Ich hatte Angst vor den Konsequenzen, denn ich hatte es gewagt mich auf etwas einzulassen, was er Schuld war. Ich wusste nicht warum, aber ich fühlte mich schuldig. Es war so, als hätte ich den amerikanischen Präsidenten vor der versammelten Mannschaft beschimpft, so konnte man dieses Gefühl am besten beschreiben.
„Ich..."
„Unglaublich, dass mir das passieren konnte", erwähnte der junge Mann eher zu sich selber. Er schien mich wirklich gar nicht mehr wahrzunehmen, so unangenehm war ihm das. Somit sah ich mich im großen Wohnzimmer um und musste feststellen, dass wir schon den nächsten Morgen hatten. Allerdings wie viel Uhr wir hatten, wusste ich nicht und trotz all dem freute es mich, dass die Sonne schien. Irgendwie hob es meine Stimmung noch mehr, die ich absolut jetzt gebrauchen konnte. Nach der peinlichen Aktion, musste ich mich erst einmal wieder erholen. Schon nach dem ersten Tag hatte ich ihm Probleme bereitet, obwohl ich gar nicht auffallen wollte. Dazu schien er selber sehr verwirrt über sich zu sein, was ich äußerst verständlich fand. Immerhin passierte es ihm nicht alle Tage, dass er von jemandem die Hand festhielt, um besser schlafen zu können. Ohnehin schien er eher der gefühlskalte Mensch zu sein. Erst jetzt fiel ihm auch auf, dass er noch immer meine Hand hielt, von der er sich schnell löste. Einerseits war ich froh, da es nun nicht mehr allzu warm war, andererseits fühlte es sich nicht richtig an. Denn ich musste zugeben, dass ich ebenfalls nach Langem wieder gut geschlafen hatte, aber dies würde ich natürlich nicht offen zugeben. Stattdessen beobachtete ich mein Gegenüber wie er ohne weiteren Kommentar aufstand und in einen anliegenden Raum verschwand, der am Flur angrenzte. Natürlich nicht ohne vorher die Türe laut zu knallen, damit auch der Letzte seine Wut verstanden hatte, die er doch anscheinend zu haben schien. Aber bestimmt würde ich ihn nicht darauf ansprechen, so weit kam es noch.
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Streets #Wattys2018
RomanceUnscheinbar, verträumt, still und allein, so könnte man Tora Ioshi beschreiben. Ihr Leben ist nicht gerade aufregend und eigentlich könnte die Geschichte schon bei ihrer Charakterbeschreibung enden, doch hier macht ihr dieser arrogante, eiskalte Man...
