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Heute ist der 31 Dezember und wir sitzen in Hamburg.
Da ja heute Silvester ist. Und das wird gemeinsam mit den anderen gefeiert.
Ob ich jetzt hier rum sitze oder zuhause war mir eigentlich egal.
Das einzigste was mir nicht egal war ist das Wiedersehen mit John.
Ob er sich verändert hat?

Ich zog mir gerade meine Jeans hoch als es an meiner Hotelzimmertür klopfte.
"Kleinen Moment."
Ich zog mir schnell meinen Pullover über und öffnete dann die Tür.
"Bist du fertig wir wollen los."
Rico stand vor meiner Tür.
"Komm eben rein, muss noch Schuhe und so anziehen."
Ich ließ die Tür offen und ging in den großen Raum und zog meine Schuhe an.
"Annika darf ich dich was fragen?"
"Was denn?" Ich nahm mein Handy und meine Jacke.
"Läuft da noch was zwischen dir und John?"
Ich zuckte nur mit den Schultern.
"Ich habe ihn seit langem nicht mehr gesehen. Kann ich nicht sagen." Ich liebe diesen Mann immernoch deswegen bin ich auch so verdammt aufgeregt jedoch brauch Rico das nicht wissen. Es reicht schon das er es weiß dank der betrunkenen Annika.
"Du weißt ja wie der Mann tickt."
"Manchmal glaube ich das du eifersüchtig bist."
Ich legte mein Arm um ihn.
"Da du aber wie mein großer Bruder bist weiß ich das du mich nur beschützen willst aber ich weiß was ich tue."
Ich gab Rico einen Kuss auf seine Wange und ging aus meinem Hotelzimmer.
"Kommst du?" Rico nickte und kam mir hinterher gelaufen.
Mensch Rico....

Es war mittlerweile schon 22 Uhr und die Stimmung war echt gut.
Ich stand mit Gazo neben dem kleinen Buffet und unterhielt mich mit ihm.
Ich habe schon ein, zwei oder auch drei mischen getrunken also hatte ich echt gute Laune.
Gazo fragte mich gerade wie es so in der Schule läuft als ich Max sah der ganz aufgebracht sich umsah.
"Warte mal kurz." Unterbrach ich Gazo und lief zu Max.
"Was ist los Max?" Ich tippte ihn auf die Schulter vorraufhin er sich sofort umdrehte.
"Kommst du eben mit nach draußen? Ich muss mit dir reden."
"Ich wollte wieder zu Gazo, sag eben. Ist was mit Nora?"
Er schüttelte nur mit dem Kopf und schaute sich um.
"Nicht Nora." Ich legte meine Stirn in Falten und schaute Max an.
"Was dann, ist was schlimmes passiert?"
Max drückste rum bis er es dann aussprach.
"Noah hatte einen Autounfall. Zuna hat mir erzählt das er im Koma liegt. Die Ärzte versuchen momentan alles was in ihrer Macht steht."
Mir rutschte mein Glas aus der Hand was in tausendteile auf dem Boden zersprang.
Alle Blicke lagen sofort auf mir.
Max streckte seine Hand zu mir aus doch ich trat ein Stück zurück.
"Puck? Koma?"
Meine Atmung beschleunigte sich. Max wollte mich wieder in eine Umarmung ziehen doch ich schüttelte nur mit dem Kopf.
"Pack mich nicht an."
Mir wurde schlecht, schwindelig, warm, kalt, einfach alles zu gleich.
Mittlerweile kam Nora auch zu uns gelaufen und wollte mich in ihr Arm nehmen.
"Packt mich nicht an!" Schrie ich so laut das wircklich alle das in dem Raum mit bekamen.
"Ich habe vor zwei Stunden noch mit ihm telefoniert er kann doch jetzt nicht einfach so im Koma liegen."
"Annika...."
"Nein!" Jetzt bildeten sich die Tränen in meinen Augen.
Meine Beine gaben nach und ich ließ mich auf den Boden sinken.
"Nein...Das kann nicht sein....nicht Puck...." Nora kniete sich zu mir und legte ihre Hand auf meine Schulter die ich jedoch weg schlug.
"Lass mich inruhe!!" Schrie ich aus voller Kehle jedoch versagte meine Stimme auf voller Linie durch das weinen.
"Was ist hier los?"
Ich schaute hoch und sah John und jetzt hatte ich komplett verloren. Ich sackte in mich zusammen fing an zu zittern und weinte immer mehr.
Im Hintergrund hörte ich wie Max John erzählte was passiert ist. Nora war mittlerweile selber am heulen.
"Und wieso habt ihr sie nicht mit raus genommen?" hörte ich John seine Stimme die voller Zorn war.
"Weil sie keinen an sich ran lässt." mischte nun Rico sich ein.
John atmete nur genervt aus und im nächsten Moment spürte ich eine große Hand auf meinen Rücken.
Ich blickte auf und sah John an der vor mir hockte.
"Er darf nicht sterben, ich habe doch gerade noch mit ihm telefoniert."
John wanderte mit seiner Hand von meinem Rücken zu meiner Wange. Er Strich mit seinem Daumen eine Träne weg.
"Komm wir gehen raus." Ich legte meine Arme um John seinen Hals und er hob mich ganz sanft hoch.
Ich vergrub meinen Kopf in seiner Halsbeuge und atmete seinen Duft ein.
Ich versuchte mich zu beruhigen doch ich sah nur die ganze Zeit Puck sein Gesicht vor mir.

Wir er lachte als er mich das erste mal sah. Wie er mich nach meiner Nummer gefragt hat. Wie er mir die anderen vorstellte. Wie wir uns das erste mal näher kamen. Wie wir in meinem Zimmer mit Nathan eingeschlafen sind. Wie wir unser erstes mal mit einander hatten. Wie wir gemeinsam auf Nathan aufgepasst haben und er ihm seine Windel gewechselt hat und Nathan ihn von oben bis unten angepinkelt hat. Wie wir das erste mal gemeinsam besoffen waren auf Tarek seinem Geburstag und nur blödsinn laberten. Wie er mich nach Rico gebracht hatte und so besorgt um mich war. Wie ich ihm erzählt hatte das ich was mit Bonze hatte. Wie glücklich er war als er die Jungs kennenlernen durfte. Wie wir gemeinsam das erste mal Schule geschwänzt haben. Wie wir Frau Timan zum heulen brachten. Wie wir besoffen durch den Wald gelaufen sind und über die tiefsinnigsten Themen gesprochen haben.
Wie wir einfach in meinem Zimmer saßen und uns über schlechte Filme lustig gemacht haben.
Wie wir Herr Faber fertig machten.
Wie er mich das letzte mal zum Studio gebracht hat.
Wie er mich das letzte mal begrüßt hat.
Wie er mir das letzte mal auf Wiedersehn gesagt hat.
Wie ich das letzte mal seine Stimme hörte.

Wieso können nicht einmal die Menschen in meinem Leben bleiben?
Liegt es an mir?
Was habe ich bitte falsch gemacht das ich das mit erleben muss?

Ich krallte mich in John sein T-shirt fest und fing immer mehr an zu weinen.
"Ich bin ja da. Ich werde dich nicht alleine lassen." Ich drückte mein Kopf noch fester an John.
Ich bin mehr als froh das er gerade da ist.

Feelings SuckWo Geschichten leben. Entdecke jetzt