Mit energischem Blick schob Nihal Aragorn zur Seite und blieb vor Gimli stehen, welcher von dem Berg der verbrannten Leichen herunter stieg.
"Das ist einer, von ihren Gürteln." gab Gimli betrübt von sich und hielt Nihal die Gürtelschnalle hin.
"Ja." gab diese abwesend zurück und griff hinter sich nach Aragorns Arm. "Nihal, stopp!" rief Aragon noch, doch genau in diesem Moment fasste Nihal um die Gürtelschnalle zu. Ein Stoß ging durch ihren Körper und ihre Pupillen wurden weit.
Nihal stöhnte auf und ihre Beine sackten zur Seite weg, ohne dabei die Gürtelschnalle los zu lassen.
Aragorn machte einen Ausfallschritt nach vorne und fing Nihal unter den Armen ab.
"Leg sie hin!" rief Legolas, stand gleich neben Aragorn, der Nihal in den Armen trug und legte ihr eine Hand auf den Hinterkopf.
Vorsichtig legte Aragorn sie auf dem Boden ab und Legolas in den Arm, welcher in die Knie ging und ihren Oberkörper in die Arme nahm. Schon fiel Nihal Kopf in den Nacken, in die Armbeuge von Legolas und so blieb sie liegen.
"Daran werde ich mich nie gewöhnen. Was machen wir jetzt?" grummelte Gimli, welcher sich auf seine Axt lehnte und auf die Königin runter sah.
"Warten." gab Aragorn zurück, welcher neben Legolas kniete und eine Hand auf Nihals Beinen abgelegt hatte.
Es war Nacht, tiefste Nacht. Das im ersten Moment alles, was Nihal erkennen konnte.
Als sie sich umdrehte, zuckte Nihal im ersten Moment erschrocken zurück. Ein Uruk-Hai stand direkt vor ihr, doch schien er sie gar nicht zu bemerken.
Dennoch machte Nihal einen bedachten Schritt zur Seite ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen.
"Sie werden kommen, ganz sicher werden sie das." hörte Nihal da, die ihr bekannte, helle Stimme von Pippin.
Schnell drehte Nihal sich herum. Zwischen den Uruks wand Nihal sich durch, bis sie zum Waldrand gelangte. Dort mit Stricken gefesselt, lagen die beiden Hobbits im Gras. Merrys Schläfe war Blutig geschlagen und Pippin hatte ein blaues Auge.
"Sie werden ganz sicher kommen um uns zu holen." redete Pippin auf Merry ein, welcher ihn mit Tränen in den Augen ansah.
"Du weißt doch was Nihal sagte, wer zu Ballast wird, wird zurückgelassen." schniefte Merry.
Nihals Augen weiteten sich.
"Sie wird und nicht holen kommen. Sie will nur ihr Königreich zurück. Nihal wird nicht kommen." schüttelte Merry den Kopf.
"Sie ist eine Königin, aber sie interessiert sich nicht für uns Pippin. Wir gehören nicht zu ihrem Volk." fuhr Merry fort.
Nihal legte erschrocken eine Hand über den Mund und ging neben den Hobbits in die Knie.
Mit zitternder Stimme flüsterte Nihal: "Immer, ich werde immer kommen um euch zu helfen oder euch zu holen, wenn ihr mich braucht. Immer Merry. Solange ich lebe, werde ich kommen, wenn ihr mich ruft."
Wie gerne hätte Nihal beide Hobbits jetzt in die Arme genommen, ihnen versprochen, dass alles wieder gut würde und dass sie wieder nach hause kommen würden.
"Ich will nach Hause Merry." wimmerte Pippin da.
"Du wirst nach Hause kommen. Ich komme euch holen." sah Nihal zu den Sternen auf. "Ada, gib mir Kraft." flehte sie.
"Es ist fast eine Stunde vergangen. Warum wacht sie nicht auf?" wollte Gimli wissen und sah auf Nihal runter, welche noch immer, ruhig in den Armen von Legolas lag und aussah, als würde sie schlafen.
Genau in diesem Moment, atmete Nihal einmal ruckartig ein und schlug die Augen auf, als hätte man sie aus einem tiefen Schlaf gerissen.
"Nihal!" stießen Legolas und Aragorn aus, als Nihal sich schnell aus Legolas Armen befreite und sich aufsetzte.
Gehetzt sah sie erst Aragorn, dann Gimli und zum Schluss Legolas an.
"Ich weiß was passiert ist." meinte sie, stand auf und drehte sich schnell zu dem Waldrand um.
Noch immer hielt Nihal fest die Gürtelschnalle in der Hand.
"Sie sind entkommen und liefen in den Wald hinein." nickte Nihal auf den Wald vor sich.
"Welcher Wahnsinn trieb sie dort hinein?" wollte Gimli wissen.
"Die Uruks wurden von den Reitern von Rohan überrascht. Diese Gelegenheit nutzten unsere beiden Hobbits und flohen." antwortete Nihal und sah Aragorn an.
"Haben sie es geschafft?" wollte Aragorn wissen. Nihal nickte.
"Aber es ist noch nicht vorbei. Ein Ork aus Mordor heftete sich an ihre Fersen und so wie ich dieses Biest einschätze, ist es noch immer hinter ihnen her. Das ist auch der Grund warum Merry seinen Gürtel abwarf." erklärte Nihal und hob die Gürtelschnalle hoch.
"Der Ork hielt sich daran fest. Merry warf den Gürtel ab um ihm zu entkommen. Vielleicht haben beide eine Chance, der Ork ist verletzt." sah Nihal ihren menschlichen Freund vielsagend an.
"Wenn sie schnell genug sind, können sie ihm entkommen. Und wenn wir schnell genug sind, werden wir sie vielleicht finden." fügte Aragorn hinzu.
"Ich werde sie finden Aragorn." sah Nihal ihn entschlossen an. "Warum willst du sie unbedingt finden?" wollte Aragorn wissen und sah auf Nihal runter.
"Du sagtest selbst, wenn sie nicht mithalten können, lassen wir sie zurück." erinnerte Aragorn sie. "Ja, auch eine Königin irrt sich einmal. Sie sind Kinder und ich überlasse keine Kinder, welche sich nicht wehren können und die nicht mal verstehen, was um sie herum eigentlich geschieht, der Folter und dem Tod. Vielleicht bin ich kalt und abgestumpft, doch bin ncih nicht herzlos." machte sich Nihal groß und wandte sich Aragorn zu.
"Denn in einer Welt, in der man Gold und Recht nicht trennt. In der man Mörder krönt und die wahren Könige verbrennt, wird es Zeit, dass sich das Haus Enyaliê erhebt."
"Der Ruf deines Vaters." stellte Legolas fest und Nihal schwenkte ihren Blick zu dem Prinzen.
"Das waren immer die Ferse, mit denen er seine Reden, vor einer Schlacht anstimmte." stimmte Nihal ihm zu.
Zur gleichen Zeit:
"Reißt alles nieder! Zerschlagt ihre Abbilder, verbrennt alles!" gab der Hexenkönig mit zischender Stimme von sich.
Das zerbersten von Stein, das Klirren von Glas und das reißen von Pergament erfüllte den gesamten Turm. Die Abbilder aus Marmor von Elben wurden zerschlagen, Glasvitrinen eingeschlagen, Porträts zerfetzt und Bücher zerrissen. Durch die offenen Fenster wurde alles in den Innenhof des Turm geworfen, in dem bereits ein hohes Feuer prasselte. Angefacht mit Stoffen und Aufzeichnungen der Elben.
Nichts wurde verschont. Unter den strengen Augen der Nazgul, welche ihrem Blick nichts entgegen ließen, schaffen die Orks immer mehr in den Innenhof und warfen es in die Flammen.
Bis einer der Orks auf den Hexenmeister zu gehumpelt kam.
"Das haben wir noch gefunden, mein Herr." lechzte er, verbeugte sich tief und hielt dem Nazgul zwei Gegenstände entgegen. Die einzelnen Elemente seiner eisernen Handschuhe haben ein knackendes Geräusch von sich, als er ein Kleid und ein Diadem dem Ork abnahm. Es war das Diadem aus weißem Silber und glänzenden Edelsteinen. Nihals Krönungsdiadem und dazu, eines ihrer Kleider.
Die Edelsteine glitzerten in dem fahlen, grünlichen Licht der Fackeln. Der Hexenkönig sah auf das Kleid in seiner Hand runter. Es war aus einem Dunklen Blau, mit silbernen Stickereien verziert.
Der Hexenkönig fasste fest um den Stoff des Kleides zu und hob es an. An dem Stoff hing noch Nihals sanfter Geruch. Tief atmete er ein, ehe er zu der letzten Marmorstatue sah, welche in der Halle noch stand. Es war eine Abbildung von Nihal. Sie war mit langem wallenden, im Wind spielenden Haar abgebildet. Das Diadem auf dem Haupt tragend und in einem Kleid, welches sich genau wie ihr Haar im Wind aufstellte. Ihr schmales Gesicht war betont wurden, genau wie ihre Augen, welche eindeutig die ihrer Mutter waren.
"Eure Zeit ist um, Majestät." gab der Nazgul zischen von sich, zog sein Schwert heraus und warf es, mit der Klinge voraus, auf Nihals Skulptur zu. Die Spitze des Schwert traf genau Nihals Brust, auf der Höhe, wo ihr Herz saß. Mit einem Geräusch, welches einem einen Schauer über den Rücken jagte, zersprang die Skulptur.
Es gab ein reißendes Geräusch, als er das Kleid von Nihal in zwei Riss und es dann zu Boden warf.
Der Hexenkönig holte mit einer Hand aus und warf Nihal Diadem zum offenen Fenster hinaus.
Als dieses auf dem harten Steinboden den Innenhofes aufschlug, zersprangen all die Edelsteine, als wären sie aus Glas.
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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)
FanfictionAlles hat man ihr genommen. Ihre Eltern, als sie ein Kind war, ihr Königreich, als sie eine junge Königin war und ihre kindliche Zofe, als sie mit ihr zu fliehen versuchte. Sie regierte eines der größten Empire von Mittelerde. Mordor, ihren Eltern...
