Kommt ins Licht

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"Lasst ihn auf keinen Fall sterben!" packte Nihal die Heilerin, welche man aus den Höhlen geholt hatte, am Kragen und zeigte mit dem Griff ihres Dolchs auf Legolas. 
Die alte Frau nickte schnell und Nihal stieß sie in Richtung Tisch. Aragorn hatte so gut er konnte die Wunde mit Leinentüchern angeschnürt, doch noch immer drang Blut aus der Wunde des Prinzen. 
"Dafür schlachte ich dieses Pack ab!" schrie Nihal laut und trat gegen eine der Bänke, ehe sie ihren Blick wieder dem Elben zu wandte. 
Sie steckte ihren Dolch weg, stand mit wenigen Schritten bei den Tisch und legte die Hände auf die Schläfen von Legolas. 
"Du musst mir jetzt genau zuhören, mein Stern. Verlass mich jetzt nicht. Jetzt nicht. Bleib bei mir. Bitte Legolas." Tränen stiegen in ihre Augen. 
"2000 Jahre habe ich in der Finsternis gelebt. Du brachtest mir das Licht zurück. Wenn du jetzt gehst, verliere ich dieses Licht wieder." eine Tränen fiel von ihrer Wange und landete als Diamant auf dem Boden. 
"Lass mich nicht in der Finsternis zurück.- Du bist mein Abendstern.- Es ist noch nicht deine Zeit, das weiß ich. Du musst kämpfen. Du musst stärker sein als das Land der Seelen." sie sah schniefend auf, als es einen lauten Schlag gegen das verbarrikadierte Tor gab. 
"Gib mir noch etwas Zeit." flüsterte sie Legolas zu, lehnte sich schnell zu ihm runter und gab ihm einen Langen Kuss auf die Stirn. 
"Etwas Zeit." hauchte sie nochmal und lief dann zu Aragorn. 
"Auf dein Pferd mit dir, wir reiten raus." drückte Aragorn Nihal die Zügel ihres Pferdes in die Hand. Nihal nahm die Zügel an sich, stieg in einen Steigbügel und schwang sich auf den Rücken des Pferdes. 
"Nihal." sprach Aragorn sie an, als auch er auf seinem Pferd saß und nickte zu einem der höher gelegenen Fenster. 
Die Sonne ging auf. 
"Gandalf." murmelte Nihal und zog die Zügel an. 
Sie warf einen letzten Blick auf den Prinzen. 
Er war blass im Gesicht und seine Lippen hatten einen grauen Schimmer.
Er lag im sterben. 
"Reitet meine Königin. Wir werde auf ihn achten, mit unserem Leben, wenn es sein muss." 
Nihals Blick schwenkte nach unten. 
Haldir stand neben ihrem Pferd und hielt ihr ihr Schwert hin, hinter hm einige Elbenkrieger. 
"Lasst nicht zu, dass ihm was passiert." ein flehen lag in ihrer Stimme. 
"Nie.- Lasst sie den Zorn der Königin spüren." nickte Haldir und gab ihrem Hengst, als das zerbrechen des Tores zu hören war, einen festen Schlag auf die Hinterbeine. 
Sich einmal mächtig aufbäumend stellte sich der Hengst einmal auf die Hinterläufe und preschte dann nach vorne. 

Die Reiter von Rohan preschten durch das Tor, den weg nach unten und weiter den Dammweg hinunter. 
Sie schwangen ihre Äxte, ihre Schwerter und warfen ihre Speere. 
Nihal, an der Seite von Aragorn, schlug ihr Schwert nach allen Seiten und brach den Uruks mit gezielten Tritten das Genick, bis sie ein Pferd hörten. 
Es kam aus dem Osten. 
"Gandalf!" rief Aragorn laut. 
Und er war nicht allein. 
An Gandalfs Seite ritt ein Mann, den Nihal sofort erkannte. 
"Èomer!" rief Theoden. 
"Für den König!" schrie Èomer laut und eine Schar von Reitern kam hinter ihm zum Vorschein. 
Schreiend ritten sie den Hang zur Hornburg hinunter und Gandalf brachte nicht nur Krieger mit.
In dem Moment in dem die Armee der Uruks und die von Èomer aufeinander trafen, hob sich die gleisende Sonne über den Hang und erhellte das gesamte Tal.
Nihal konnte fühlen wie das Licht der Elda in sie hineinströmte, wie ihre Kraft zurückkehrte. 

Sein Pferd sprang an ihr vorbei und sein Blick blieb an ihr hängen, wie sie sich gegen die Uruks wehrte. 
Diese Entschlossenheit, er kannte sie bereits, er hatte sie schon erlebt. Sie brannte in ihren Augen wie ein Feuersturm, doch war da etwas anderes. Was diese Entschlossenheit zu überschatten versuchte. 
Etwas, was ihr Angst machte. Ja es ängstigte sie. 

Schreiend rannten die Uruks davor, hinterließen eine lange, schwarze Spur von Blut. 
"Sieg! Wir haben gesiegt!" rief Theoden voller Erleichterung, welche jeden anzustecken versuchte. 
Außer Atem schwang sich Nihal von ihrem Pferd und warf einen Arm um Aragorn. 
Der legte fest die Arme um sie und strich ihr einmal über das Haar. 
"Das habt ihr gut gemacht." nickte Gandalf den beiden zu, als er von Schattenfells Rücken stieg und zu den beiden trat. 
"Herrin!" erklang da Haldirs Stimme und er kam den Dammweg herunter gelaufen. 
Sofort fuhr Nihal herum. 
"Haldir!" rief Nihal und drängte sich zwischen den Männern von Rohan durch. 
"Er atmet kaum mehr! Beeilt Euch!" rief Haldir und nahm Nihal ihr Schwert ab.
Nihal warf einen Blick über die Schultern zu Aragorn und rannte los. 
"Was ist passiert." hielt Gandalf Aragorn am Arm. 
"Legolas, er wurde verletzt." antwortete Aragorn schnell. 
"Gandalf blickte schnell zur Burg. "Nein." stockte ihm der Atem. 

"Lasst mich durch! Aus dem Weg! Macht Platz!" drängte Nihal sich nach oben durch, durch den Torbogen und in die Hallen. 
"Legolas!" rief sie seinen Namen, stieß die Elben aus dem Weg und fing sich an der Tischkante ab. 
Sie nahm sein Gesicht in ihre Hände und schüttelte ihn leicht. 
"Legolas, wach auf, ich bin hier. Wir haben gesiegt." redete sie auf ihn ein und nahm seine Hand fest in ihre. 
"Hörst du nicht, wir-" zitternd versagte ihre Stimme. 
Ihre Augen flogen Legolas Körper auf und ab. 
Er durfte sie nicht verlassen. Nicht jetzt. Ihr griff um seine Hand wurde immer fester. 
"Majestät." flüsterte die alte Heilerin und wich erschrocken von Nihal zurück. 
"Nein, nein, nein, nein." schüttelte Nihal den Kopf.
Ruckartig bremsten Gandalf und Aragorn ab, als sie in der Halle zusammen mit König Theoden und Lord Èomer ankamen und Nihal sahen. 
Nihals sonst so blauen Augen leuchteten in einem gleisenden silbernen Licht, als würden Sterne und der Mond in ihnen leuchten. 
"Was passiert hier?" wich Èomer einen Schritt zurück. 
"Das weiß ich nicht." gestand Gandalf und machte einen Schritt auf Nihal zu. 
"Nein!" schrie Nihal laut und es geschah. Das Licht in ihren Augen, zog sich schlagartig hinter ihre Pupille zurück und bracht dann wie das Sonnenlicht, hinter dem Mond hervor. 
Eine Stoßwelle aus weiß/silbernem Licht erfasste den gesamten Raum, warf Nihal von dem Tisch zurück und drängte die Männer an die Wände zurück. 
Mit scheppernder Rüstung schlug Nihal auf dem harten Boden auf. 
"Nihal!" rappelte sich Aragorn schnell auf, lief zu ihr und zog sie unter den Armen auf die Beine. 
"Was war das?" fragte Nihal und zog sich an Aragorns Schulter hoch. 
"Ich weiß es nicht." erwiderte Aragorn und blickte mit Nihal zum Tisch. 
"Was bei den Vala,-" hauchte Aragorn, als er sah, wie sich die einzelnen Fasern, von Legolas blutender Wunde wieder zusammenfügten, die Farbe in sein Gesicht zurückkehrte und seine Lippen wieder einen gesunden Ton annahmen. 
"Majestät,-" sprach Haldir Nihal langsam an. 
"Hört." mit entsetztem Blick sah er den Prinzen an. 
Nihal schob sich etwas von Aragorn weg und machte einen Schritt auf Legolas zu. 
Sein Herz, es schlug, mit jedem Schlag gewann es an Kraft. 
Vorsichtig trat Nihal an den hölzernen Tisch heran, legte ihre eisernen Handschuhe ab und lehnte sich über ihn. 
"Legolas?" fragte sie leise und legte die Hand auf seine Wange. 
Da atmete er laut auf und Nihal presste erleichtert eine Hand über die Lippen. 
"Den Seelen sei Dank." brach es aus ihr heraus und sie strich ihm über das Gesicht. 
"Wie hat sie das gemacht?" stellte sich Aragorn mit dem Rücken zu Nihal und sah Gandalf erwartend an. 
"Ich habe keine Ahnung." gestand dieser mit gedämpfter Stimme und sah die Elbin an, welche Legolas einen langen, sanften Kuss auf die Lippen hauchte. 
"So etwas gelingt keiner einfachen Elbin." schüttelte Gandalf den Kopf. 

Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt