„Diese kleine Made." zischte der Hexenkönig, bei dem Anblick einer Pergamentrolle und balle fest die Faust um diese.
„Königin der Königinnen." er spuckte ihren Titel gerade zu aus.
Er ging vor dem Hexenkönig auf die Knie. „Was wollt Ihr nun tun, mein Herr?" fragte er und blickte den Nazgul an.
Dieser erhob sich aus seinem Thron, aus schwarzem Marmor und schritt durch die kalten Hallen, ehe er sich ihm zu wandte.
„Schickt Ihrer Majestät ein Geschenk, welches sie nie vergessen wird." forderte der Nazgul mit zischender Stimme und blickte ihn an.
"Holt diesen kleinen Wurm und macht ihn für seine Reise fertig." gab der Hexenkönig zischen von sich.
"Wie Ihr wünscht, mein Lord." neigte er den Kopf und erhob sich.
"Und lasst dafür sorgen, das sie es sieht." verlangte der Ringgeist.
"Ganz wie Ihr wünscht." antwortete er und verließ schnell den Saal.
Drei weitere Tage der Erholung der Menschen von Rohan vergingen und an diesem Morgen saßen die Gefährten und die Vertrauten von König Theoden in den Hallen von Edoras um Rat zu halten. In der Mitte auf dem großen Tisch, in der Halle, unter einem schwarzen Tuch, verhüllt, lag etwas, was Gandalf aus Isengart mitgebracht hatte.
„Ihr könnt doch nicht einfach ein Palantir hier herbringen." sah Nihal in die Runde.
„Was ist ein Palantir?" fragte Merry, welcher mit Pippin interessiert auf die verhüllte, schwarze Kugel blickte.
„Ein sehender Stein. Er kann den Blick in die Ferne gewähren." antwortete Legolas, welcher mit verschränkten Armen hinter seiner Frau stand.
„Dann kann er uns zeigen wo Frodo ist!" rief Pippin und wollte an dem schwarzen Tuch ziehen.
„Nicht!" riefen Gandalf, Aragorn, Legolas und Nihal zugleich.
Mit Kraft schlug Nihal die Hand auf den sehenden Stein und hielt so das Tuch fest.
„Fass ihn niemals an, hast du mich verstanden?" fuhr Nihal ihn an. Mit erschrockenen Augen sah der Halbling sie an.
„Vor mehreren tausend Jahren wurden mehrere dieser Steine angefertigt, einer von ihnen befindet sich in Mordor. Ich selbst verschloss ihn vor über 1000 Jahren hoch im Turm von Minas Morgul. In eine Truhe aus massiven Eisen um Blei, schloss ich ihn ein und ließ den Schlüssel einschmelzen. Auf dass er nie wieder sehen würde." erklärte Nihal, die Augen streng auf den Halbling gerichtet.
„Doch die Truhe wurde geöffnet." erhob Theoden das Wort.
Nihal nickte einmal.
„Warum hast du ihn nicht vernichtet, wenn er nichts mehr sehen soll?" fragte Merry und sah Nihal an.
„Das haben wir versucht. Von der höchsten Spitze des Barad-Dûr warfen wir ihn, doch er zerschellte nicht. Mein Hauptmann Celeb brachte ihn in den Erebor, wo die Zwerge versuchten ihn einzuschmelzen und mit ihren mächtigsten Hämmern zu zerschlagen. All das nützte nichts. Er bekam nicht einmal einen Sprung. So verschlossen wir ihn und meine Elben hielten Wache, das er nicht entwendet werden würde." erklärte Nihal und ließ von dem schwarzen Tuch ab.
„Du weißt nicht wer dir alles zusieht, wenn du ihn benutzt." fügte Gandalf hinzu.
„Shh." erhob nun Legolas die Stimme und horchte auf.
„Hört." Er blickte seine Frau an.
„Das ist deins." Legolas war blass wie der erste Winterschnee.
Nihal drehte sich schnell zum Haupttor des Anwesens um und rief:"Öffnet das Tor!"
Kaum war das Portal geöffnet, drangen die Klänge eines elbischen Hornes in das Anwesen. Mit den Gefährten hinter sich lief Nihal schnellen Schrittes zum Tor und blieb auf der Terrasse stehen. Ihre Augen überflogen das Land, bis sie es in der Ferne erblickte.
Ihr Blick wurde scharf, ihre Augen verengten sich und dann, dann fuhr ihr die Farbe aus dem Gesicht.
„Himmel nein!" entfuhr es ihr und die Königin taumelte zurück.
„Orks!" rief eine Turmwache und Aragorn stürzte ein paar Schritte vor.
„Ist das ein Kind?!" rief Aragorn entsetzt.
Mehrere Hundert Meter von den sicheren Mauern Edoras entfernt, rannte ein junges Mädchen, an Händen gefesselt über die Ebene. Hinter ihr, sicher zwei duzend an der Zahl, Orks welche immer wieder stehen blieben und Pfeile in die Richtung des Kindes schossen.
„Das ist mein Kind!" entfuhr es Nihal laut und sie trat vor.
„Renn! Arina, nicht stehen bleiben!" schrie Nihal laut und Pfiff durch die Finger durch. Der heisere Schrei Boromirs erklang und Nihal sah ihm entgegen.
Er landete einen Moment auf ihrem Arm.
„Los!" rief Nihal und stieß ihn in die Luft hinauf.
"Geh!" stieß Aragorn sie an.
Mit wenigen Schritten sprang Nihal die Treppe hinunter, riss einem Reiter die Zügel seines Pferdes aus der Hand und schwang sich auf dessen Rücken.
„Noro lim!" Schon schoss das Pferd los, durch die Stadt und das Haupttor nach draußen.
„Schießt diese Kreaturen ab, aber verschont das Kind und den Falken der Königin!" rief Aragorn und fing einen zweiten Reiter ab.
Mit galoppierendem Schritt folgte Aragorn Nihal auf die Ebene hinaus.
„My Lady!" hörte Nihal ihre Zofe schreien.
Noch einmal stieß Nihal die Hacken in die Seiten des Pferdes.
"Nicht nach hinten sehen!" rief Nihal ihr entgegen
Sich mit einer Hand am Sattel festhaltend, lehnte Nihals sich nach unten und streckte einen Arm aus.
Die heiseren Schreie von Boromir hallten über die Ebene hinweg, während er den Orks die Gesichter zerkratzte.
Sie beugte sich noch etwas weiter nach unten, als Aragorn und zwei Reiter von Rohan sie überholten. Sie schossen an ihr vorbei, das Schwert in einer Hand und auf die Orks zu.
Nihal erhob sich ein Stück aus dem Sattel und packte nach unten zu.
„Hab dich!" rief sie laut, als sie den vorderen Kragen des Kindes zu fassen bekam und schwang das Elbenmädchen vor sich auf den Sattel.
Fest riss sie an den Zügeln, drehte das Pferd herum und schlug ihm die Hacken in die Seite.
"Hea!" reif Nihal und das Pferd schoss nach vorne in Richtung Edoras.
Als Nihal zur Burg von Edoras blickte, konnte sie genau sehen, wie Legolas die Augen präzise fokussierte und die Sehne seines Bogen spannte, ehe der nach vorne schnellte.
Mit dem Wind im Rücken schoss Nihal durch das Tor von Edoras, die Straße hinaus, bis zum Fuß der Palasttreppe.
Das Pferd stand noch nicht ganz, als Theoden an das Pferd trat und Nihal die Hände nach oben hielt.
„Vorsicht." meinte Nihal, als sie dem König ihre Zofe in die Arme reichte.
„Bringt sie hinein." forderte Nihal, sprang die Treppe nach oben und lief an die Seite ihres Mannes.
Der schüttelte den Kopf.
„Vergiss es. Sie rennen davon wie Mäuse vor einer Katze." knurrte Legolas und nickte in die Ferne. Etwas mehr als die Hälfte der Mordorkreaturen, hatten Aragorn, die Reiter und die Bogenschützen niedergestreckt, der Rest rannte davon.
Ohne einen weiteren Blick zu verschwenden wandte sich Nihal ab, fasste Legolas am Arm und zog ihn in die Hallen von Edoras hinein.
„Arina!" rief sie den Namen der kleinen Elbin und lief auf Theoden zu, welcher vor dem Kind kniete und sie anblickte.
Wie in Trance und mit vor Schreck großen Augen, blickte das Mädchen ihre Herrin und den Elb an, als sie vor ihr zum stehen kamen.
„Mein Kind, sag wer hat dir das angetan? Sprich mit mir." ging Nihal vor ihr in die Knie und griff nach ihren Händen.
Da verdrehte Arina die Augen und brach in sich zusammen.
Schnell fing Legolas sie auf und hielt sie fest.
„Mein armes Kind." flüsterte Nihal und legte die Hände auf das zerschrammte Gesicht des Mädchens.
Blutergüsse, Dreck und getrocknetes Blut mit Schrammen überzogen den Körper der kleinen Elbin.
„Sie haben sie getrieben wie bei einer Fuchsjagd." knurrte Aragorn und blickte in die Runde.
„Es ist ein Wunder, das sie sie verfehlt haben." warf Gimli ein. „Sauron spielt mit ihr. Das blasen ihres Horns, das treiben ihrer Zofe. Er will sie leiden sehen."meinte Legolas und rieb sich die Stirn.
Mit der Nichte des Königs, hob Nihal Arina vorsichtig aus der Badewanne.
"Ganz vorsichtig." hauchte Nihal, als sie mit Èowyn das Kind auf einer Decke ablegte. Èowyn fasste Arina an Schultern und im Nacken und richtete sie auf. Nihal öffnete die Schnürung des Kleides am Rücken und streichte ihr das Badekleid über die Schultern nach unten.
Sofort reichte Èowyn ihr ein grünes Kinderkleid aus Samt und zog dann das Badekleid über die Arme nach unten aus.
Èowyn half Nihal Arina das Kleid über das Köpften, die Arme und die Schultern zu ziehen und zog dann das nasse Kleid ganz nach unten weg.
"Hab sie." nickte Nihal und legte ihren Oberkörper in ihre Arme.
"Ich hab dich, mein Kleines." hauchte Nihal und strich ihrer Zofe, das nasse Haar aus dem zerschrammten Gesicht.
"Legen wir sie ins Bett." meinte Èowyn, legte das nasse Kleid in die Wanne und legte die Beine unter Arinas Kniekehlen.
Mit dem Kind in ihren Armen aufstehend, trugen Nihal und Èowyn, die Kleine ins Bett und legten sie sanft darin ab.
"Wie kann man das nur einem Kind antun. Wie alt ist sie, 12?" fragte Èowyn und blickte Nihal an.
"In menschlichen Jahren ja." antwortete Nihal und nahm einen der abgeschnittenen Leinenstreifen zur Hand.
"Sie kam zu mir, da war sie noch sehr viel kleiner. Nie hätte ich zulassen dürfen, das ich ihr sowas widerfährt." schüttelte Nihal den Kopf und wickelte die Verbände um beide Arme der Elbin.
"Wie geht es ihr?" wollte Aragorn wissen, als Èowyn nach geraumer Zeit zurück in die große Halle kam.
"Sie schläft und ihre Majestät kämmt ihr das Haar."
"Sie wird sich sicher erholen, doch Narben wird es in dem Leben des Kindes hinterlassen." erklärte Èowyn.
"Mordor wird das bereuen." warnte Gimli und die Hobbits sahen ihn an.
"Nihal wird eher ihr eigenes Haus bis auf die Grundmauern niederbrennen, als ihnen das durchgehen zu lassen." schnaubte Legolas.
"Niemand vergreift sich an meiner Familie und lebt." erklang da Nihals Stimme heiser und man drehte sich zu ihr um.
"Ist sie wach?" fragte Gandalf.
"Nein." antwortete Nihal und trat an die Seite des Elb. Sie rieb sich die schmerzende Stirn.
"Ich muss sie in Sicherheit bringen." schüttelte Nihal den Kopf und strich sich das lange blonde Haar zurück.
"Ja." erwiderte Gandalf schwer und trat vor.
Er legte ihr eine Hand auf die Schulter und blickte sie an.
"Davor musst du aber noch was tun."
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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)
FanfictionAlles hat man ihr genommen. Ihre Eltern, als sie ein Kind war, ihr Königreich, als sie eine junge Königin war und ihre kindliche Zofe, als sie mit ihr zu fliehen versuchte. Sie regierte eines der größten Empire von Mittelerde. Mordor, ihren Eltern...
