Der Vollmond stand in seiner vollen Blühte am Himmel und schien auf den Prinzen herab, welcher das Schwert von Nihal in den Armen hielt und auf der Wallmauer von Helms Klamm saß. Den Blick auf den Horizont gerichtet.
Kein einziges Mal, hatte er ihr Schwert aus den Händen gegeben.
Etwas nasses fiel auf die Wange des Elben und er löste den Blick vom Horizont.
Gerade als der Prinz sich über die Wange wischen wollte, hörte er, wie etwas auf der Klinge von Nihals Schwert kurz aufkam und dann in seinen Schoß fiel.
Legolas sah an sich runter und hob einen kleinen, klaren Diamanten hoch, welcher ihm in den Schoß gefallen war.
Schnell wischte sich Legolas unter dem Auge die Tränenspuren weg und schloss die Hand um den Edelstein.
Er legte den Kopf leicht in den Nacken und blickte zum Mond hinauf.
„Ich kann sie kein zweites Mal verlieren emig(Mama)." seine Stimme klang rau, erschöpft und müde.
„Im mela Nihal, emig. (Ich liebe Nihal, Mutter) Elia tîn.(Hilf ihr)" es war ein tiefes Flehen, in der Stimme von Legolas zu hören und noch ein Diamant fiel in den Schoß von Legolas, ehe seine Schultern heftig zu zucken begannen.
Der Prinz legte eine Hand über die Augen und presste die Lippen zusammen, ehe er Nihals Schwert zur Seite weg auf den Wall warf. Mit einem lauten Scheppern fiel die Klinge auf den harten Stein nieder.
Legolas atmete mit geschlossenen Augen tief durch und rieb sich die Stirn.
Er war so darauf konzentrieren sich nicht seinem Verlangen nach einem Wutanfall nachzugeben, dass er noch nicht mal die kleinen, Trippelschritte hörte, welche die Treppe hinaufsteigen.
Er schreckte erst hoch, als er hörte, wie Nihals Schwert aufgehoben wurde.
„Freda." stellte der Elb fest, als er das Mädchen vor sich stehen sah. Ganz vorsichtig hielt sie mit beiden Händen das Schwert am Griff fest und lehnte es gegen die Mauer.
„Was machst du hier?" wollte Legolas wissen und wischte sich schnell die letzten Tränenspuren weg.
Wortlos fasste Freda an dem Unterarm von Legolas zu, zog sich zu ihm hoch und setzte sich auf seinen Schoß.
„Was sagt sie?" fragte Freda und nickte zu dem Mond hinauf.
Legolas presste einen Moment die Lippen zusammen und erwiderte dann: „Ich weiß es nicht."
Freda sah den Prinzen traurig an.
„Hast du Nihal geliebt?" wollte Freda wissen. Ihr Stimme war ganz weich und sanft.
„Ich hab sie geliebt, schon lange vor der Zeit deiner Eltern." antwortete Legolas heiser.
„Das ist lange." sah Freda auf den Horizont. Legolas lachte traurig auf.
„Mama sagt, irgendwann werde ich Papa Wiedersehen. In einem anderen Leben. Vielleicht siehst du Nihal auch wieder." gab Freda überlegend von sich.
„Meinst du?" strich Legolas ihr übers Haar.
Freda nickte schnell und sah Legolas an.
„Sie liebt dich." zuckte Freda die Schultern.
Nochmal lächelte Legolas.
„Ich weiß."
Freda sah Legolas noch einen Moment an, dann zog sie sich an ihn und umarmte ihn fest.
Legolas legte die Arme um Freda und legte das Kinn auf ihrem Scheitel ab.
Die Hände hinter dem Kopf verschränkt lag er im kalten Gras und sah mit weitem Blick zum Mond hinauf.
Er konnte nicht schlafen, nicht essen. Er konnte nur daliegen und den Mond anstarren. Er wusste nicht warum, doch erinnerte ihn das Licht des Mondes an sie.
Seit so vielen Jahren wandelte er nun schon auf dieser Erde, doch so etwas hatte er noch nie gefühlt.
Solch eine Wärme, welche sein Herz erfüllte, solch eine Energie.
Er wusste nicht ob er von Liebe sprechen durfte. Er war unter ihrem Stand. Stand es ihm zu, seine Königin zu lieben?
Oder war es eine Beleidigung? Und wie konnte es sein, dass er solch ein Gefühl für diese Frau hatte?
Das Wasser glitt sanft auf das Ufer zu, warf leichte Wellen und verzog das Spiegelbild des Monds.
Der Wind strich sanft über die Wasseroberfläche und wiegte die kleinen Äste der Bäume vorsichtig hin und her. Am Himmel glitt mit ausgebreiteten Flügeln und stechend scharfem Blick ein Falke durch die kalte Abendluft.
Suchend bewegte er den Kopf von der einen zur anderen Seite, bis er fand, was er suchte.
In einer ruhigeren Flussstelle, lagen zwei Körper am Ufer.
Ein größerer und ein kleinerer, zierlicherer Körper.
Der eine mit dunkelbraunem Haar, der andere mit langem, silberblondem Haar.
Lautlos legte sich der Falke in den Wind und glitt nach unten, bis er neben dem Körper der Königin landete.
Vorsichtig neigte der Falke sich nach vorne und legte de Kopf schief.
Leicht stupste er ihr Nase einmal mit seinem Schnabel an, stieß mit dem Kopf ihre Wange an und biss sie leicht in einen der schmalen Finger.
Erst bei letzterem ging ein Zucken durch ihre Hand und das Leben rührte sich in der Elbin.
Dennoch dauerte es fast noch eine halbe Ewigkeit, bis sie die Augen zu öffnen schaffte.
Es dauerte lange, sehr lange, bis sie diese auch endlich offen halten konnte und sich das verschwommene Wirrwarr um sie herum sich langsam zu einem glatten Bild niederlegte.
Mit aller Kraft drehte sich Nihal auf die Seite und blickte sich mit den Augen suchend um.
Sie öffnete den Mund und setzte an um einen Ton von sich zu geben. Doch kam nichts, als ein heiserer Laut heraus.
Nihal atmete tief durch und setzte dann nochmal an.
„L-, Le,- Legolas?" bekam Nihal heraus und fühlte etwas warmes und weiches an ihrer Hand.
Langsam senkte sie den Blick und zog die Lippen zu einem leichten Lächeln.
„Boromir." krächzte Nihal und hob die Finger. Sanft strich sich dem Falken über die Brustfedern.
„Du hast,- mich gefunden." brachte Nihal, schwer atmend heraus und ließ die Hand fallen.
Da hörte Nihal ein lautes aufatmen hinter sich, von einem schmerz geplagten Stöhnen gefolgt.
Nihal ließ sich zurück auf den Rücken fallen und wandte den Kopf um.
Aragorn. Er lebte.
Langsam bekam er die Augen auf und blickte Nihal an.
Es verging eine Weile, bis er verstand, dass es Nihal war, welche neben ihm lag und ihn anblickte.
„Nihal." gab Aragorn kratzig von sich und schob einen Arm schwer nach vorne.
Nihal schob auch ihm den Arm entgegen und nahm seine Hand. Sofort schlossen sich Aragorns Finger um ihre Hand. Sie nickte steif.
Nihal wandte schwer den Kopf herum, sah zu dem Falken und keuchte: „Boromir, du musst etwas für mich tun."
Es war tief in der Nacht, als ein Falke über die Ebene von Rohan flog. So schnell ihn seine Flügel trugen, glitt er lautlos durch die Lüfte. Ihn kümmerten keine Mäuse im hohen Gras und auch keine Menschen, welche die Köpfe nach ihm verdrehten.
Gezielt flog er in eine Richtung.
Helms Klamm. Er musste eine Nachricht überbringen, in Form einer langen, silber blonden Haarsträhne, welche im Licht des Vollmonds glitzerte, fest im Griff seiner scharfen Klauen.
Er war der Überbringer dieser Nachricht, für den Prinzen des Düsterwaldes.
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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)
FanfictionAlles hat man ihr genommen. Ihre Eltern, als sie ein Kind war, ihr Königreich, als sie eine junge Königin war und ihre kindliche Zofe, als sie mit ihr zu fliehen versuchte. Sie regierte eines der größten Empire von Mittelerde. Mordor, ihren Eltern...
