„Nihal." wurden Nihal und Legolas am frühen Morgen geweckt.
Legolas war der erste, welcher die Augen aufmachte und etwas hochschreckte. „Nihal." stieß er sie an, welche noch immer in seinem Arm lag.
„Hmm?" machte Nihal und machte langsam die Augen auf.
Als sie sah, wer da an ihrem Bett stand, schreckte sie kurz zusammen und zog sich die Decke etwas weiter über die Brust und drückte sich von der Brust des Elben hoch.
„Aragorn." rieb sich Nihal mit einer Hand die Augen und setzte sich auf.
„Ihr beide müsst mit mir kommen, sofort." forderte Aragorn, nahm Nihals Kleid und warf es ihr zusammen mit dem Hemd und der Hose von Legolas zu. Legolas fing die Kleidung mit beiden Armen ab und reichte Nihal ihr Kleid.
Kaum hatte Aragorn die Tür hinter sich zugezogen, schlug Legolas die Decke zurück, schwang sich aus dem Bett und zog sich an. Auch Nihal warf sich schnell das weiße Nachtkleid, mit dem langen Rock und den weiten Ärmeln über, welches Legolas ihr schnell am Rücken zuband.
Im Vorbeigehen zog sich Nihal noch einen Morgenmantel über, warf ihr Haar über die Schultern nach hinten und lief dann mit Legolas schnell zur Tür hinaus.
Nihal hob den Rock ihres Kleides an und lief schnell neben Legolas her, welcher im Laufen schnell sein Hemd halb zuknöpfte.
Doch als Nihal und Legolas die Große Halle erreichten, fanden sie dort nicht vor, was sie erwartet hatten.
"Was ist passiert?" fragte Nihal mit gehetzter Stimme, als sie mit wehendem Rock und Ärmeln anhielt.
Die beiden Elben wurden bereits erwartet. Von der Gemeinschaft, dem König, seiner Nichte und zwei Wachen. Und zwei Kindern. Ein Junge und ein kleines Mädchen waren an der Hand der Nichte des Königs und einer Wache.
"Nihal, dich brauche ich." erhob Gandalf die Stimme und die beiden Kinder wandten sich zu Nihal um.
Beiden Kindern war die Erschöpfung, das Leid und die Furcht ins Gesicht geschrieben. Die Kräfte hatten beide so gut wie verlassen, doch als das kleine Mädchen Nihal sah, wurden ihre Augen sofort weit.
Eine Elbin, das erkannte das kleine Mädchen sofort. Nicht nur an den spitzen Ohren, nein auch an der Art wie Nihal da stand. So graziös, anmutig und majestätisch, wie es keinem sterblichen Wesen möglich war.
Sofort schlug das kleine Mädchen die Hand von Lady Éowyn zur Seite und rannte auf Nihal zu.
Die ging schnell in die Knie und fing das kleine Mädchen unter den Armen ab. Ehe Nihal sich versah, lagen die schmalen Arme des Kindes um ihren hals und sie drückte sich fest an Nihal.
Auch der Junge, welcher augenscheinlich der große Bruder des Mädchens war, ließ von der Wache ab und ging, wenn auch nicht so schnell wie seine Schwester, den beiden Elben entgegen.
Der Junge zögerte einen Moment, dann fasste er nach der Hand von Legolas und stellte sich schräg hinter den Elben.
Nihal und Legolas wechselten einen Blick, ehe Nihal das Mädchen auf den Arm nahm und mit ihr aufstand.
"My Lady?" sah Theoden sie erwartend an.
"Schickt mir die Zofe ins Zimmer." forderte Nihal, legte die Arme fester um das Mädchen und wandte sich ohne ein Wort der Erklärung ab.
Sanft fuhr Nihal immer und immer wieder durch das nasse Haar des Mädchens, welches über den Badewannenrand nach unten hing. Das Mädchen, welches auf den Namen Freda hörte, spielte in der Zwischenzeit mit der Blüte einer roten Rose, welche Nihal für sie hatte bringen lassen.
Immer wieder ließ Freda die Blume, wie ein kleines Schiff, über die Wasseroberfläche treiben.
"Freda?" fragte Nihal nach einer Weile und fuhr wieder mit dem Kamm durch Fredas welliges Haar.
Die drehte den Kopf zu ihr herum. "Ja?" erwiderte sie mit heller Stimme und sah Nihal an. Die legte den Kamm zur Seite, kniete sich seitlich neben die Wanne und sah Freda an.
"Du und dein Bruder hatten keinerlei Angst vor mir oder dem elbischen Prinzen, vor den Menschen allerdings schon. Sag mir warum." wollte Nihal wissen, griff in die Wanne und stupste einmal Fredas Blume an. Schon trieb diese zu Freda zurück, welche mit den Händen eine Schale formte und die Blume aus dem Wasser hob, ehe sie sie wieder hineinsetzte um sie weiter treiben zu lassen.
"Mama sagt immer, man kann nicht allen Menschen trauen, Elben aber schon. Sie sagt Elben beschützen alle Kinder, egal von welcher Sippe und man muss sich vor ihnen nicht fürchten." erklärte Freda und sah Nihal mit ihren kindlichen Augen an, ehe sie leicht lächelte.
"Außerdem erkennt man dich doch." zuckte Nihal die Schultern. "Wie meinst du das?" erwiderte Nihal mit fragender Miene und strich Freda sanft eine Haarlocke aus der Stirn.
"Haare so hell wie das Licht der Sterne, Augen so blau wie der erste Frühlingsregen, Haut zart wie die Blätter einer weißen Rose und mutig wie ein König selbst. Eine Königin die die Krone verlor, doch der Sturm und Reiter folgen werden, bis der Abendstern vom Himmel fällt. Und eine Mutter so voller Liebe, dass ein Jeder ihr erliegt."
Freda sah Nihal einen Moment an, ehe sie sie hinzufügte: "Kennst du deine eigene Geschichte nicht?"
Nihal zögerte, ehe die Freda mit leicht schiefgelegtem Kopf ansah und erwiderte: "Nein, die kenne ich noch nicht."
"Jeder kennt sie." sah Freda wieder auf ihre Blume runter und ließ diese hin und her treiben.
"Und jeder erzählt sie. Mama hat sie Éothain und mir jede Nacht erzählt." erklärte Freda.
"Hat sie das." murmelte Nihal und streute noch ein paar Rosenblätter in die Wanne.
Wieder nickte Freda, ehe Nihal wieder hinter sie trat und ihr weiter die Haare kämmte.
"Sie hat versprochen du und deine Elben würden bald kommen und das beenden." fügte Freda hinzu, ehe sie Nihal über die Schulter ansah.
"Deine Elben werden doch kommen, nicht wahr Nihal?"
Nihal lächelte die an, strich ihr liebevoll über die Wange und erwiderte leise: "Ja aber es dauert noch. Sie sind noch nicht soweit." Sie drehte Freda wieder nach vorne und kämmte weiter.
"Worauf warten sie?" wollte Freda wissen.
"Auf die richtigen Sterne." erwiderte Nihal, legte den Kamm weg und nahm ein großes Badetuch zur Hand.
"Das verdrehe ich nicht." rümpfte Freda die Nase und streckte Nihal die Arme entgegen, als diese sie aus der Wanne hob und in das Badetuch einwickelte.
"Das ist auch gut so." lächelte Nihal sie an und rieb ihr über die Arme.
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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)
FanfictionAlles hat man ihr genommen. Ihre Eltern, als sie ein Kind war, ihr Königreich, als sie eine junge Königin war und ihre kindliche Zofe, als sie mit ihr zu fliehen versuchte. Sie regierte eines der größten Empire von Mittelerde. Mordor, ihren Eltern...
