Der Spiegel

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Strammen Schrittes lief Nihal neben Legolas her und erreichte mit ihm schnell das Lager der Gefährten, außer Boromir, Aragorn und Frodo war keiner mehr wach. "Nihal." stellte Frodo überrascht fest und die beiden Menschen sahen auf. "Wir dachten nicht, dich noch heute Nacht wieder hier zu sehen." gab Aragorn zu und nahm sie in Empfang.
"Sie ist hier um mich zu sprechen Estel." erklang eine glockenhelle Stimme und alle wandte sich in die Richtung der Stimme um. Mit gefalteten Händen stand die Herrin Galadriel zwischen den Bäumen und sah Königin Nihal an. Nihal wandte sich ohne ein Wort von den Gefährten ab und schritt der Herrin des Lichts entgegen. "Folg mir, ich bringe dich hin wo du hinwillst." wies Galadriel hinter sich und setzte sich mit schwebendem Schritt in Bewegung. Nihal folgte ihr durch die Bäume eine Treppe hinunter bis zu einem kleinen Platz mit einem Wasserbrunnen und einem Becken in der Mitte.
Nihal verschränkte die Hände auf dem Rücken und blieb am Becken stehen. "Ihr wisst bereits warum ich euch Sprechen will, My Lady." meinte Nihal ernst. "Und dennoch will ich es aus deinem Munde hören." erwiderte die Herrin Galadriel, welche eine Karaffe mit Wasser füllte. "Ich sehe Dinge immer zu. Dinge welche aus der Vergangenheit stammen." gab Nihal ungern zu. "Du sprichst von den Mienen von Moria." schlussfolgerte Galadriel und wandte sich mit der Silberkaraffe in den Händen zu Nihal um. Diese nickte leicht. Galadriel kniff leicht die Augen zusammen und sah Nihal eindringlich an. "Zweimal geschah es, einmal als ihr die Mienen betratet und einmal vor der Schlacht." Wieder nickte Nihal zustimmend. "Erlöst mich von diesen Hirngespinsten, ich weis ich habt die Macht dazu." forderte Nihal. Galadriel lachte leise und verhalten. "Du verlangst, dass ich dich von deiner Gabe erlöse." warf die Herrin des Lichts ein. "Das ist kleine Gabe, es ist Irrsinn." widersprach Nihal. "Ganz und gar nicht mein Kind." hielt Galadriel Nihal die Karaffe hin. "Ich verstehe nicht." gab Nihal zu und nahm die Karaffe an. "Sieh dich um." bat die Lady. Nihal tat wie ihr befohlen und sah sich um, doch außer Bäumen, Sträuchern und den Baumhäusern der Elben konnte sie nichts sehen. "Ich kann euch nicht Folgen Herrin." meinte Nihal und sah Galadriel wieder ernst an. "Du kannst es nicht sehen, dennoch ist es da." sprach sie. Nun verlor Nihal langsam die Geduld. Galadriel begann umher zu gehen. "Du bist umgehen von Auren, Magie und Spiritualität mein Kind. Du kannst es nicht sehe, dennoch sind all diese Dinge da. Sein Herz kann sie wahrnehmen." begann die Herrin von Lothlorien zu erklären. Nihal zog eine Augenbraue hoch. "Ich kann verstehen, dass du es nicht fühlen kannst. Du warst noch nie besonders deiner spirituellen Seite zugewandt. Dennoch ist sie da.- Was du als Irrsinn und Hirngespinste abtust ist in Wahrheit deine Seite, welche sich mit den höheren Mächten in Verbindung setzt. Sie kann Schwingungen wahrnehmen und reagiert auf sie." fuhr sie fort. Nihal atmete einmal tief ein um Ruhig zu bleiben. "Was wollt ihr mir nun damit sagen?" versuchte Nihal respektvoll und ruhig zu klingen. Galadriel wandte sich ihr zu. "Diese Seite in ihr, nahm die Orks in den Mienen von Moria weit aus länger wahr als deine anderen Sinne und versuchte dich vor ihnen zu warnen. Du verbindest mit einem Orkangriff den Sturz deines Reiches. Durch Visionen aus diesem Abschnitt deines jungen Lebens, versuchte man dich zu warnen." löste Galadriel ihr Rätsel auf. "Deine Zofe stand dafür, dass der Ringträger in Gefahr war und deine Zweite Vision, der Ork, welcher dich damals vom Pferd stieß, stand für die Orks welche sich in den Mienen befanden." für sie fort. Nachdenklich sah Nihal auf die Karaffe hinunter. "Wird es wieder passieren?" wollte Nihal wissen und sah die Herrin erwartend an. "Das vermag ich nicht zu sagen. Manch einer hat nur einmal eine Vision, anderer sein ganzes Leben lag." antwortete Galadriel. "Doch wenn du wissen willst, was der Leben noch für dich bereithalten könnte, kannst du versuchen ob der Spiegel dir antwortet." schlug Galadriel vor. Wieder sah Nihal auf die Karaffe runter und stieg zu dem Becken, auf das Podest hoch. "Leere deinen Geist und gieße das Wasser hinein." forderte die Herrin.
Nihal schloss kurz ihre Augen und goss dann mit ruhiger Hand das Wasser in das Becken. Als die gesamte Karaffe leer war, nahm Galadriel ihr diese ab und trat zurück. "Berühre den Spiegel." verlangte Galadriel. Sanft berührte Nihal, mit einer Fingerspitze, die Wasseroberfläche. Sofort schlug das Wasser leichte Wellen und gab Bilder preis du Nihal Augen weiteten sich.

Sie sah die Gemeinschaft, jeden einzelne von ihnen. Besonders lang sah sie den Ringträger, mit seinen Kindlichen Augen sah er sie direkt an, dann streckte er ihr die Hand hin und sagte etwas. Flehend sah er sie an. Mit einem Wellenschlag erschien eine andere Eingebung, es war ein Kampf und die Königin in ihrer Rüstung, mit ihrem langen blutroten Mantel und dem Schwert ihres Vaters in den Händen. Der Wind stellte ihren Umhang auf. Sie steuerte etwas oder jemanden an, wen konnte Nihal nicht sehen. Wie ein Blitz führ das Bild einer Mondsichel über die Wasseroberfläche und verschwand mit der kämpfenden Königin. Als nächstes sah Nihal ein Königinnendiadem aus Glas, es fiel zu Bode und versprang in tausend Stücke.
Wieder gab es einen Wellenschlag und zu ihr wandte sich Legolas um. Er sah ihr direkt ins Gesicht. Wie aus dem nichts erschien Arina im Spiegel, ihre Hände waren gefesselt und ihr Gesicht blutig. Sie rannte. Sie rannte um ihr Leben. Mit einem Mal wurde sie überschattet von dem liedlosen Auge Saurons.

Nihal erschrak sich so sehr, dass die mit der Hand ins Wasser schlug und Sauron verschwand. Schwer atmend wich Nihal von dem Spiegel zurück und wandte sich zu Galadriel zu. "Sie ist am Leben! Arina, sie ist am Leben!" fuhr Nihal Galadriel an und wies dabei auf den Spiegel. Ihr kleiner Schützling, er lebte. "Ich kann sie retten!" fuhr Nihal fort. "Es schient so." gab Galadriel ruhig zurück. "Wie?" wollte Nihal wissen. "Folge dem Pfad der dir vorbestimmt ist." erwiderte die Herrin des Lichts. "Woher soll ich wissen, welcher mein Pfad ist?!" wurde Nihal laut. Galadriel wandte sich ab. "Wenn die Zeit gekommen ist, lasse ihn ziehen. Der Rest wird sich dir zeigen." Galadriel wandte sich wieder zu Nihal um und sah sie nun voller Ernst an. "Es gibt seit Saurons Rückkehr viele die dir nach dem Leben trachten Nihal. Du bist die einzige Anwärterin auf den Thron in den Augen der freien Länder, einen anderen gibt es nicht. Du musst jetzt sehr stark sein. Das Schicksal wird dich auf die Probe stellen, mit jeder Aufgabe mehr. Deine Krone ist aus Glas, leicht zu zerbrechen, wenn du sie nicht verteidigst. Nun ist die Zeit gekommen zu zeigen was für eine Königin du bist und du kannst das nicht allein schaffen. Beende deinen Einzelkampf und nimm die Hilfe an, welche man dir an die Hand reicht. Lass dich auf die Gemeinschaft ein." fuhr Galadriel fort und ging auf Nihal zu. "Du hast etwas beschlossen, wovon der Prinz nichts weiß. Beziehe ihn in deine Pläne mit ein Nihal, er ist der stärkste Verbündete den du, neben den Thronerben von Gondor, hast. Gewähre ihm die Welt, mit durch deine Augen zu sehen und bereite ihn vor. Noch hast du die Zeit." ersuchte Galadriel die Königin. "Die Zeit ist noch zu früh." schüttelte Nihal den Kopf. Galadriel trat vor Nihal. "Du hast nicht mehr ewig Zeit. Außerdem hast du ihm nur die halbe Wahrheit erzählt." erinnerte die Herrin sie. Nihal wich ihrem Blick aus und wandte sich ab.
"Du hast, sollte dir jeh etwas passieren dein Reich, dem Düsterwald zugesprochen. Doch hast du Legolas nicht erzählt, dass er bereits seit über 1000 Jahre König deines Reiches ist. Weder er noch König Thranduil wissen das. Du hast von Anfang an, Legolas eine Befehlsgewallt in deinem Reich zugesprochen und er hat keine Ahnung davon." "Die Gelegenheit ergab sich nicht." drehte Nihal ihren Ring am Daumen. "Weil du dich in deiner Trauer, von der Welt abgeschnitten hast. Nun ist es für dich an der Zeit, dich aus der Asche zu erheben. Du fürchtest dich, dich auf Gefühle einzulassen und dennoch kannst du ihnen nicht ganz entkommen. Du weißt wovon ich spreche." sah Galadriel Nihal an. Nihal wusste ganz genau wovon Galadriel sprach. "Geh jetzt, du musst noch jemanden aufsuchen." schickte Galadriel Nihal fort. Diese wandte sich ohne ein weiteres Wort ab und ging.

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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt