„Die erste Etappe eurer Reise ist vorüber, nun folgt die Nächste." erklärte Gandalf, als er die Gefährten durch den Wald führte. „Wir müssen nach Edoras reiten, so geschwind wir nur können." fügte der Zauberer hinzu.
„Wir liefen dem Neffen des Königs, Lord Eomer in die Arme. Er berichtigte uns nichts gutes aus Rohan." erklärte Nihal.
„Ja dunkle Wolken ziehen sich über Rohan zusammen, wir müssen den Sturm aufhalten bevor er Rohan erreicht." erwiderte Gandalf darauf.
Nihal lag so ruhig schlafend auf ihrem Mantel auf der Wiese, wie die Gefährten es lange nicht mehr gesehen hatten.
„Wie geht es ihr?" wollte Gandalf wissen, als er über die Schulter auf Nihal runter sah.
Kaum hatten die Gefährten den Wald verlasse und ihre Pferde bestiegen, hatten sie einige Wegstunden Ritt zurückgelegt und erst nach Sonnenuntergang ihr Nachtlager aufgeschlagen.
Nachdem hatte Nihal sich hinter Aragorn aus dem Sattel geschwungenen, hingelegt und war sofort eingeschlafen.
„Ihre Nerven sind überstrapaziert. Sie muss jetzt einfach nur schlafen." erwiderte Aragorn und sah auf die Elbin runter.
Einen Arm hatte Nihal unter ihren Kopf geschoben, den anderen hatte sie an die Brust angewinkelt.
„Frodo fort zu schicken, ist ihr schwerer gefallen, als sie sich anmerken lassen möchte." trat Gimli an Gandalfs Seite. Alle drei sahen über die Schultern nach hinten auf Nihal und Legolas, welcher schlafend neben ihr lag und mit den Fingerspitzen leicht an ihrem Handrücken anlag. Er atmete ganz ruhig ein und aus und bewegte im Schlaf seine Finger, als wolle er über Nihals Hand streichen.
„Er liebt sie." stellte Gandalf fest und sah Legolas an. „Mehr als irgendjemanden sonst. Vermutlich mehr als sein eigenes Leben." antwortete Aragorn mit einem leichten Lächeln.
„Und sie liebt ihn." warf Gimli da ein. Ruckartig sahen Aragorn und Gandalf auf den Zweig runter.
„Das Kind weiß es nur noch nicht." murmelte Gimli.
„Sie muss zu Kräften kommen, morgen muss sie bereit sein ihre Rolle einzunehmen." gab Gandalf von sich und sah Aragorn vielsagend an.
„Nihal." wurde ihr sanft über die Schulter gestrichen und langsam blinzelnd öffnete Nihal die Augen. Völlig verschlafen setzte Nihal sich auf und rieb sich die Augen.
„Hinter dir." wurde Nihal angesprochen und sie drehte sich im Sitzen um. Er hatte ein warmes Lächeln im Gesicht und einen freundlichen Ausdruck in den Augen. Das rotbraune Haar fiel ihm fiel in die Stirn und er trug seine Reisekleidung.
„Boromir." stieß Nihal aus und ehe, dass sie wusste was sie tat, warf sie ihre Arme um seinen Hals und zog sich so nah an ihn ran. Mit einem leisen Lachen legte Boromir die Arme um sie und strich ihr sanft über den Rücken.
„Bei den Seelen." keuchte Nihal und strich Boromir immer und immer wieder über das Haar.
„Sag mir." lehnt sich Nihal schnell von Boromir zurück ohne ihn los zu lassen. „Träume ich?" wollte Nihal wissen und sah Boromir mit leuchtenden Augen an. Er lächelte und strich Nihal sanft über das schmale Gesicht.
„Was machst du hier?" fragte Nihal und schüttelte unwissend den Kopf.
„Komm bitte, ich möchte mit dir etwas spazieren gehen." bat Boromir und stand auf. Dabei zog er Nihal auf die Beine und hackte sie bei sich ein. Langsam begann er mit Nihal über die Wiese zu laufen.
„Ich habe dich beobachtet, seit meine Zeit auf der irdischen Welt zu Ende ging." erklärte Boromir und strich Nihal über die Hand, als er sie mit leichte führendem Zug über die Wiese führte.
„Ich habe gesehen, wie du mit all dem kämpfst und versuchst deinen Pflichten gerecht zu werden." fuhr er fort und sah Nihal an. Sie wich seinem Blick aus.
„Ich weiß nicht was ich tun soll Boromir. Ich habe meinen Weg verloren." sah Nihal zu ihm auf. „Ich bin ganz allein. Sag mir wie ich diese Reise überstehen soll." bat Nihal und sah Boromir mit flehendem Blick an.
Boromir legte Nihal einen Arm um die Schultern und zog sie an seine Brust. Nihal ließ den Kopf gegen Boromirs Schulter fallen und atmete tief durch. „Du bist nicht allein mein Liebes. Das vergisst du immer wieder aufs neue. Aber darum bin ich nicht hier." erklärte Boromir und schob Nihal von sich zurück.
„Du musst dich nun auf deine Aufhabe konzentrieren. Dafür brauchst du nun deine ganze Kraft. Lasse deine Mauer aus Kälte und Trauer endlich fallen. Dafür darfst du jetzt keine Zeit und Kraft mehr aufbringen. Morgen werdet ihr in Edoras eintreffen, da musst du bereits sein, die Position der Königin einzunehmen, auf welche die Gemeinschaft baut." fuhr er fort.
„Ich weiß nicht wie." schüttelte Nihal den Kopf.
„Nihal." strich Boromir ihr das Haar aus der Stirn. „Hör mir zu meine Liebe. Es ist Zeit. Zeit dass du beginnst die Fäden in die eigenen Hände zu nehmen. Es ist deine Arme welche in Lothloriel auf dich wartet. Über 10.000 Elbenkrieger bereit für dich zu sterben. Ihr werdet euch mehr als nur einem Kampf entgegenstellen müssen und wenn die Zeit gekommen ist musst du zeigen was in dir steckt.- Ich werde bleiben, bis meine Aufgabe erfüllt ist, erst dann werde ich in die Hallen meiner Vorfahren eintreten." lächelte er sie an.
„Deine Aufgabe?" schüttelte Nihal nicht verstehend den Kopf. „Ich werde dir in einer anderen Gestallt begegnen und du wirst wissen, was zu tun ist. Warte auf mein kommen." erklärte Boromir und fasste Nihal an den Schultern. „Ihr seid nicht allein Majestät. Ihr müsst Euch nur erlauben die Hilfe anzunehmen, welche man Euch an die Hand geben möchte." versicherte Boromir ihr und lehnte sich vor.
„Nihal-Lumina, erstrahlt nun und holt euch zurück, was euch gehört." küsste er Nihal sanft auf die Stirn. „Erwartet bald mein Kommen." trat Boromir von ihr zurück.
Dann umfing Nihal Dunkelheit.
Mit einem erschrockenen Aufatmen riss Nihal die Augen auf, sah sich einen Moment erschrocken um und setzte sich dann ruckartig auf.
Ihr Atem ging flach und ihre Augen sahen sich voller Panik schnell um. Kalte Schweißperlen lagen ihr auf der Stirn und das Herz sprang ihr beinahe zur Brust heraus.
„Nihal!" fasste Legolas, welcher genau wie die anderen Gefährten aus dem Schlaf geschreckt war, sie an den Schultern und drehte sie zu sich herum. Nihal umfasste fest seine Unterarme und sah sich noch immer gehetzt um.
„Nihal." sprach Gandalf sie an und ging neben Ihr in die Knie.
„Was hast du gesehen?" fragte er mit ruhiger Stimme.
Nihal sah von ihm zu Aragorn, zu Gilmli, zu Legolas und dann zurück zu Gandalf. „Boromir, ich sah Boromir." keuchte sie.
„Ist sie krank?" fragte Aragorn mit gedämpfter Stimme und sah Nihal von der Seite an, welche zitternd auf dem Rücken lag, die Hand von Legolas umklammerte und in den Sternenhimmel hoch starrte. Legolas saß seitlich neben ihr, hielt mit der einen Hand ihre fest und strich mit der anderen ihr über das Haar.
Gandalf schüttelte den Kopf. „Ist das schon mal passiert?" wollte er wissen. „Sie hatte Visionen, als sie etwas von Merry oder Pippin auf unserer Reise berührte. Es erlaubte ihr einen Blick in das Vergangene, doch so etwas habe ich noch nie erlebt." erwiderte Aragorn mit einem Kopfschütteln.
„Es ist keine Krankheit, nein." gab Gandalf überlegend von sich. „Ich vermag nicht genau zu sagen, was es ist, doch bin ich mir sicher, dass kein Grund zur Sorge besteht." versicherte Gandalf.
„Sie hat keine Erfahrung mit solchen Geschehnissen, ich denke es war schlicht ein Schrecken, der sie nun in diesen Zustand versetzt hat." fügte er hinzu.
„Denkst du es wird wieder passieren?" fragte Gimli mit knurrendes, leiser Stimme. „Mit Sicherheit." erwiderte Gandalf.
„Aber sie ist stark und hat jemand ebenso starken hinter sich." flüsterte Aragorn Gandalf zu.
Gandalf nickte, ohne die Augen von Legolas zu lösen. Dieser lehnte sich leicht über sie, blickte sie mit ruhigem Blick an, redete leise auf elbisch auf sie ein und strich Nihal immer zu über das Haar.
„Manke nich?(Was siehst du?)" fragte Legolas leise und lächelte leicht. Mit weiten Augen sah Nihal ihn an und umfasste noch fester seine Hand.
„Versprich mir etwas Legolas." forderte sie. Legolas nickte und ließ eine Hand auf Nihals Stirn liegen.
„Was auch immer passiert, bleib bei mir." flüsterte Nihal und sah Legolas mit fast flehendem Blick an. „Jetzt und für immer." erwiderte Legolas und drückte ihre Hand.
„Immer." wiederholte Legolas uns strich Nihal weiter über das Haar.
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Bloodrain (Herr der Ringe FF Legolas FF)
FanfictieAlles hat man ihr genommen. Ihre Eltern, als sie ein Kind war, ihr Königreich, als sie eine junge Königin war und ihre kindliche Zofe, als sie mit ihr zu fliehen versuchte. Sie regierte eines der größten Empire von Mittelerde. Mordor, ihren Eltern...
